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Märchen aus 1001 Nacht für Unterhaching?

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SpVgg-Präsident Engelbert Kupka sieht gespannt der Zukunft entgegen. Geht es mit dem Scheich an seiner Seite endlich wieder aufwärts? Foto: Robert Brouczek

Unterhaching - Ein Scheich will die SpVgg Unterhaching an alte, erfolgreiche Zeiten anknüpfen lassen. Wird demnächst ein neues Märchen aus 1001 Nacht geschrieben?

Im Ringen um neue Geldgeber hat die SpVgg Unterhaching einen neuen Deal eingefädelt. Wie

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Haching will mit Scheich Khalifa Saif Al Muhairibi nach oben

gestern bekannt wurde, hat der Drittligist einen Investor aus den Vereinigten Arabischen Emiraten gefunden, der mit seinen finanziellen Mitteln einsteigt und hohe Ziele verfolgt. Der Geschäftsmann und Boss der „Arabian Gulf Investment“ will dNaie SpVgg wieder nach oben bringen. Schon in den nächsten Wochen sollen Verträge unterschrieben werden.

Was zunächst nach einer Mischung aus Märchen aus 1001 Nacht und dubiosem Deal klingt, ist absoluter Ernst. „Nach mehrwöchigen Verhandlungen zwischen Herrn Khalifa Saif Al Muhairibi und Anton Schrobenhauser vereinbarten die SpVgg und die Arabian Gulf Investment (AGI) eine Kooperation“, ließ Präsident Engelbert Kupka gestern via Pressemitteilung ausrichten, nachdem der Einstieg des Investors bei der SpVgg bekanntgeworden war. Näheres gab der Verein nicht bekannt.

Investoren im Fußball: Wer bei welchem Verein seine Finger im Spiel hat

Der 32-Jährige will in zwei Monaten nach Unterhaching reisen und die Vereinbarung auch vertraglich unter Dach und Fach bringen. „Beabsichtigt ist, die in einem Letter of intent vereinbarten Eckdaten in den nächsten Wochen in unterschriftsreife Verträge umzusetzen“, teilte Kupka mit. „Die Entscheidung ist bereits getroffen“, stellt Al Muhairibi klar, „jetzt müssen noch Formalitäten für die Übernahme geklärt werden.“

Was das für die SpVgg bedeutet, ist weitgehend unklar. „Das alles hat vorerst noch nichts mit einem neuen Hauptsonsor zu tun“, sagte Kupka gestern auf Nachfrage, „auch die Frage, wer bei der SpVgg Präsident ist oder wird, oder wie sich der Investor alles personell vorstellt, ist davon zunächst nicht berührt.“ Größter Wert werde angeblich darauf gelegt, dass das bisherige Jugendkonzept fortgeführt und weiter gefördert wird, betont der Klub-Chef.

Ein arabischer Investor, der Geld in einen mittelmäßigen Drittligisten stecken wird, hat aber sicher auch andere Ziele. Und das gibt man ohne Umschweife zu: „Gemeinsam können wir unsere hochgesteckten Ziele erreichen“, sagt Kupka. Und erklärt auf Nachfrage: „Ja, wir wollen natürlich an alte Erfolge anknüpfen.“ Heißt im Klartext: Der Investor möchte kein Drittliga-Mittelmaß unterstützen, sondern bald wieder in die Bundesliga. Ähnliche Ziele hatte ganz unverblümt auch schon der türkische Vizepräsident Can Cobanoglu bei seiner Vorstellung geäußert. Der Mann aus den Vereinigten Arabischen Emiraten fand nun die „große Geschichte und Tradition“ der SpVgg ganz offen begeisternd, vergaß nicht zu erwähnen, dass der Verein schon in der Bundesliga gespielt hat, und stellt sich vor: „Langfristig wollen wir versuchen, an diese großartigen Zeiten anzuknüpfen“.

Spannend wird die Frage, wie sich der Geldgeber sein Engagement vorstellt. Denn in der Online-Ausgabe der arabischen Zeitung „The National“ in Abu Dhabi, wo sich Al Muhairibi, Kupka und Hachings Schatzmeister Toni Schrobenhauser getroffen hatten, ist von einem „ownership change“, also einem Eigentümerwechsel, die Rede. Und diese Aussage stammt von dem Geschäftsmann selbst. Schrobenhauser erwartet „neue Ideen und Investitionen“, auch er spricht aber klar von einem „neuen Eigentümer“.

Dass da gerade angesichts der bestehenden 50+1-Regel im deutschen Fußball noch viel Diskussionsbedarf besteht, ist auch klar. Auch beim Nachbarn TSV 1860 München freute man sich zunächst über einen Mann mit Geldkoffer. Und nun stehen sie in Giesing vor einem Riesenhaufen ungelöster Probleme.

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