Last-Minute-Siegtreffer

Pipi siegt trotz Hürzeler-Platzverweis in Sonthofen

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Die Väter des Pipinsrieder Triumphes in Sonthofen: Siegtorschütze Markus Achatz und der starke Torhüter Thomas Reichlmayr.

FC Pipinsried - Der FC Pipinsried bleibt in der Erfolgsspur. Das Team aus dem Dachauer Hinterland hat beim FC Sonthofen einen glücklichen 2:1-Sieg eingefahren und verteidigte so Rang zwei in der Tabelle der Bayernliga Süd.

Spieler des Tages war Markus Achatz, der den Gast in der 89. Minute auf die Siegerstraße brachte.

„Ich gehe davon aus, dass jetzt etwas passiert – was auch immer.“ Diese kryptische Floskel von Franz Beckenbauer mag manchem der rund 250 Zuschauer im Sonthofener Stadion durch den Kopf geschossen sein, als die Hausherren 20 Minuten vor Schluss den Ausgleichstreffer erzielt hatten. Der Gastgeber agierte zwar überlegen, aber nicht immer zwingend. So gesehen hätte sich der Gast aus dem Landkreis Dachau mit dem einen Punkt durchaus anfreunden können, doch man spürte es: Die Pipinsrieder wollten mehr als einen Punkt aus dem Allgäu mit nach Hause nehmen.

Es lag etwas in der Luft, so spannungsgeladen war die Partie. Warum Markus Achatz eine Minute vor Schluss völlig frei zum Kopfball kommen konnte, beschäftigte die Sonthofener Fans noch lange nach dem Schlusspfiff. Achatz war es egal, unter dem großen Jubel seiner Mannschaftskameraden und der mitgereisten Fans wurde der Siegtreffer ausgelassen gefeiert.

„Da haben wir einfach Glück gehabt. Das Spiel war eigentlich so gut wie vorbei – aber okay. Wir nehmen das natürlich gerne so mit“, freute sich Pipinsrieds sportlicher Leiter Roman Plesche diebisch.

Im ersten Spielabschnitt verlief die Partie weitestgehend ausgeglichen. Der Gast aus Pipinsried hatte etwas mehr Ballbesitz, konnte diesen aber nicht in Treffer ummünzen. Nach der Pause fand der Gastgeber besser ins Spiel, nun nahm er die Zügel in die Hand. „Eigentlich wollten wir nach der Pause noch mehr Druck machen, doch dann hat Sonthofen uns vorgemacht, wie es geht“, so Plesche.

Umso überraschender erzielte dann aber doch der FC Pipinsried den ersten Treffer in dieser Partie. FCP-Stürmer Ruben Popa sorgte per Elfmeter für die 1:0-Führung der Gäste.

Doch was machten die Blau-Gelben aus diesem Vorteil? Nichts. In der 64. Minute sah dann auch noch der Sonthofener Patrick Littig den gelbroten Karton. Und was machten die Blau-Gelben aus dem doppelten Vorteil? Gar nichts.

„Sowas geht gar nicht, zumal wir ähnliches bereits in Vilzing erlebt haben. Da hast du alle Trümpfe in der Hand – und verlierst beinahe noch die Partie“, so der mächtig angesäuerte sportliche Leiter der Pipinsrieder.

Nur fünf Minuten nach Littigs Ampelkarte gelang den Hausherren der Ausgleichstreffer durch Kerim Kalkan. Und danach hatten die Pipinsrieder das Glück des Tüchtigen, Torwart Thomas Reichlmayr bereinigte mit tollen Paraden manch brenzlige Situation. Nachdem auch der Pipinsrieder Spielertrainer Fabian Hürzeler vorzietig zum Duschen geschickt worden war (Gelbrot, 82.), fand Pipinsried praktisch nicht mehr statt. Dass es dann doch noch ein Dreier wurde, dafür sorgte Markus Achatz 120 Sekunden vor dem Schlusspfiff

„Wir haben kein gutes Spiel abgeliefert, aber wir haben endlich einmal aus Standardsituationen etwas gemacht. Es war auch der absolute Wille zu sehen, etwas zu bewegen, auch wenn nicht alles gelungen ist. Allerdings hätten wir uns über ein Remis nichtbeklagen können“, fasste Plesche das Geschehen zusammen. Und um mit Stefan Effenberg eine weitere ehemalige nationale Fußballgröße zu zitieren: „Auch wenn es eigentlich unmöglich ist, ist es noch möglich.“

Stenogramm:

1. FC Sonthofen – FC Pipinsried 1:2 (0:0)

1. FC Sonthofen: Kevin Fend, Steffen Friedrich, Manuel Schäffler, Christian Geiger, Andreas Maier, Manuel Wiedemann, Mario Klauser (61. Jannik Keller), Kerim Kalkan (80. Robin Lhotzky), Taijiro Mori, Patrick Littig, Maximilian Bär

FC Pipinsried: Thomas Reichlmayr, Arbnor Segashi, Fabian Hürzeler, Ruben Popa (70. Gianluca Simari), Sebastian Mitterhuber, Ünal Tosun, Almir Hasanovic (79. Thomas Schreiner), Dennis Liebsch, Marco Krammel, Ludwig Steinhart, Markus Achatz

Schiedsrichter: Vinzenz Pfister

Zuschauer: 390

Gelb-rote Karte: Patrick Littig (64.) – Fabian Hürzeler (82.)

Tore: 0:1 (54.) – Ruben Popa behält beim Elfmeter die Nerven. Zuvor ist Fabian Hürzeler nach einem Solo im Strafraum unsanft von den Beinen geholt worden. 1:1 (69.) – Kerim Kalkan gleicht per Lupfer aus. 1:2 (89.) – Nach einem Freistoß von Gianluca Simari steht Markus Achatz am Fünfmeterraum völlig frei. Der Pipinsrieder Abwehrspezialist hat keine Mühe, den Ball per Kopf in die Maschen zu setzen.

Text: Bruno Haelke

Quelle: fussball-vorort.de

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