Meister im Punkte verschenken

Vergebens gekämpft: Maximilian Merwald (weiß-blau) und der FCI zeigen Einsatz, belohnen sich aber wieder nicht.
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Vergebens gekämpft: Maximilian Merwald (weiß-blau) und der FCI zeigen Einsatz, belohnen sich aber wieder nicht.

Lauthals schimpfend und zeternd verließ Ismanings Mittelfeldspieler Maximilian Merwald am Samstag nach der 1:2-Heimpleite gegen den TSV Schwabmünchen den Platz. „Wir sind doch nur Opfer, spielen Angsthasenfußball und haben keine Eier, dabei konnten die gar nichts!“

Obgleich der emotional aufgeladene 19-Jährige in seiner Erregung die Darbietung des Bayernligisten FC Ismaning knackig, aber durchaus treffend analysiert hatte, konnte ihm sein Trainer Roman Grill nur bedingt beipflichten. „Das ist typisch für ihn, so ist er halt, so spielt er auch Fußball“, wollte der Übungsleiter den Gefühlsausbruch seines wehrhaftesten Akteurs nicht überbewerten, „manchmal geht das Testosteron mit ihm durch“.

Grill selbst zeigte sich da schon reifer, diplomatischer und ausgeglichener. „Die Mannschaft hat es eigentlich wieder ordentlich gemacht und gekämpft bis zum Umfallen, am Ende hat aber das Team mit dem größeren Glauben, mit mehr Überzeugung, gewonnen“, bilanzierte der 47-Jährige.

Dabei war den Platzherren im ersten Abschnitt das Erfolgserlebnis der Vorwoche (2:2 beim zweitplatzierten SV Pullach) noch anzumerken.

Engagiert und beherzt boten sie den mit bescheidenen Mitteln operierenden Gästen zumindest Paroli. Zudem konnte die Grill-Elf wie schon vor Wochenfrist erneut durch Malcolm Olwa in Führung gehen. Aus kurzer Distanz verwertete der 18-jährige Angreifer eine Flanke Steven Eberles zum, zu diesem Zeitpunkt nicht unverdienten, 1:0 (32.). Kurz darauf verzog Sebastiano Nappo bei einem Schuss aus knapp 20 Metern nur knapp (38.).

In den letzten Minuten des ersten Durchgangs allerdings verschleuderten die Platzherren die Punkte. Zunächst wurde Tormann Florian Preußer durch einen „unnötigen Rückpass“, wie auch Grill später bemängelte, in Bedrängnis gebracht. Seinen zu kurzen Befreiungsschlag nutzten die bis dahin harmlosen Schwaben zu einer langen Flanke, die Andreas Rucht maßgerecht mit dem Kopf auf Daniel Raffler weiterleitete, der aus vier Metern problemlos einnickte (44.). Doch damit nicht genug: Aus gut 35 Metern überwand Rucht FCI-Schlussmann Preußer noch vor dem Halbzeitpfiff mit einem gekonnten Heber, nachdem er die Konfusion in Ismanings Hintermannschaft erkannt hatte, zum späteren Endstand (45./+1).

„Von einer Mannschaft, die mit acht Punkten auf dem letzten Platz steht, kann man nicht erwarten, dass sie davon unbeeindruckt bleibt“, entschuldigte Grill später den durchwachsenen zweiten Abschnitt. Erst in der Schlussphase nahm das Schlusslicht nochmal allen Mut zusammen, Nappo (82.) und Olwa (89.) jedoch scheiterten am aufmerksamen Gäste-Tormann Sebastian Steidle.

So musste Grill anschließend erneut eine Niederlage kommentieren und ließ es schließlich ebenso wenig an Deutlichkeit missen wie Merwald, der Testosteron-geladene Jungspund: „Es ist immer das gleiche Spiel, der Gegner war nicht stärker, wir haben einfach die Scheiße am Fuß.“

Da er von jeglicher Auswechslung abgesehen hatte, beantwortete er auch die Frage nach etwaigen Verstärkungen im Winter damit, dass nun „die, die spielen, den Bock umstoßen und Verantwortung übernehmen müssen“. Er selbst, betonte Grill noch, betrachte ohnehin längst „die langfristige Entwicklung der Mannschaft als meine Aufgabe, man wird sehen, ob der Verein bereit ist, diesen Weg mitzugehen“. 

Quelle: fussball-vorort.de

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