Memmingen: Entscheidung fällt in der Schlussphase

Die Mannschaft von Trainer Kahric verlor gegen Hessen Kassel.
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Die Mannschaft von Trainer Kahric verlor gegen Hessen Kassel.

Memmingen - Regionalliga-Fußball zum Schnäppchen-Preis: Wer gestern Abend (am Freitagabend) vier Eintrittskarten beim KSV Hessen Kassel für die Partie gegen den FC Memmingen kaufte, bekam die Bratwurst und ein Bier noch obendrauf.

So wollten die Gastgeber noch den einen oder anderen Fan ins Aue-Stadion locken. Nur noch 1.200 Zuschauer machten von diesem Discount-Angebot Gebrauch, weniger weil die Memminger kein attraktiver Gegner gewesen wären, sondern weil der Traditionsclub in den vergangenen Chaos-Wochen viel Kredit beim KSV-Anhang verspielt hat.

Rücktritte, Entlassungen, Intrigen – das alles ging auch an der Mannschaft nicht spurlos vorüber. Dennoch konnte der erneut stark ersatzgeschwächte FC Memmingen (ohne Berchtold, Böck, Holzapfel, Kahric, Schmidt, Zobel) die Situation nicht nutzen und musste nach einer 0:2 (0:1) Niederlage mit leeren Händen die 400 Kilometer lange Heimreise antreten. Dabei sah es über weite Strecken nicht schlecht aus, wie die Gäste im Aue-Stadion den nicht besonders bissigen Hessen-Löwen Paroli boten. Gleich zu Beginn tauchte Tobias Heikenwälder schon mal gefährlich vor dem Tor auf (3. Minute). Denis Wassermann, für den Gelb-gesperrten Kapitän Harald Holzapfel in die Abwehrkette gerückt, traf nach einer Mangler-Hereingabe nur das Außennetz (9.) und nach einer Heikenwälder-Mangler-Kombination zeigte Andi Hindelang zu wenig Zug zum Tor. Dazwischen spielte auch Kassel in der Anfangs-Viertelstunde forsch nach vorne. FCM-Torhüter Tobias Kirchenmaier war aber auf dem Posten. Als die Partie dann eher vor sich hinplätscherte, fiel die Kasseler Führung nahezu aus dem Nichts. Einen Eckball von Andreas „Bobo“ Mayer netzte Wolf im Fünf-Meter-Raum mit dem Kopf ein – ein völlig unnötiger Pausenrückstand aus Memminger Sicht durch eine Standard-Situation

Die Allgäuer waren sichtlich gewillt, die Begegnung noch zu drehen und hatten auch zwei Hochkaräter. 52. Minute: Nach feinem Zuspiel von Heikenwälder versiebte Christoph Mangler die bis dahin dickste Gelegenheit. KSV-Torhüter Domaschke parierte per Fußabwehr. In der 71. Minute erstarb der Memminger Torjubel auf den Lippen. Candy Decker, der es nach seiner Verletzung wieder versuchte, hatte den Ball schon an Domaschke vorbei gespitzelt, aber Verteidiger Nguyen kratzte das Ding noch von der Linie. Auch wenn’s fünf Euro ins Phrasen-Schwein kostet: Eine alte Weisheit galt auch diesmal - wer seine eigenen Chancen nicht nutzt, wird bestraft. Tobias Damm machte acht Minuten vor dem Ende alles klar, als einen langen Ball aufnahm, nicht lange zögerte und Kirchenmaier verlud. Das 2:0 war die Entscheidung gegen durchaus ebenbürtige Memminger, die in der Schlussphase noch aus der Abteilung „Jugend forscht“ Etim Sahin, Florian Makoru und Branko Nikolic von der Auswechselbank aus ins Spiel brachten.

Am kommenden Dienstag geht es für die Mannschaft von Trainer Esad Kahric bereits weiter. Dann kommt der Drittligist Wacker Burghausen zum Bayerischen Pokal-Viertelfinale in die Memminger Arena (19 Uhr)

Quelle: fussball-vorort.de

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