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Memmingen trifft auf Stuttgarter Kickers

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FC Memmingen gegen Stuttgarter Kickers
FC Memmingen gegen Stuttgarter Kickers © fkn

Wenn der FC Memmingen nach drei Monaten Pause am Samstag (14 Uhr) zum Regionalliga-Nachholspiel gegen die Stuttgarter Kickers antritt, dann prallen zwei Fußballwelten aufeinander.

Hier ein Amateurclub, für den die vierte Liga fast das Ende der Fahnenstange bedeutet und allenfalls ganz leise von einem Ausflug in noch höhere Regionen träumt. Dort ein namhafter ehemaliger Erstligist, der die Regionalliga nur als Betriebsunfall sieht und möglichst schnell zurück in den bezahlten Fußball will. Wobei die Strukturen bei den Kickers durchaus schon jetzt professionell sind.

Eigentlich ein ungleiches Duell – das war es auch beim Saisonauftakt unter dem Stuttgarter Fernsehturm, als der FC Memmingen mit 0:2 verlor und sich nicht nur auf dem Platz, sondern auch vom Drumherum in der neuen Spielklasse tief beeindruckt zeigte.

Ein (nicht ganz ernst gemeinter) Vergleich zwischen beiden Clubs vor dem Aufeinandertreffen:

Atmosphäre: Im Gazi-Stadion zeigt ein stimmgewaltiger Fanblock schon vor dem Anpfiff, wer Herr im Hause ist. Etliche Anhänger wollen sich auch auf den Weg ins Allgäu machen. In Memmingen ist die Fan-Kultur noch ein zartes Pflänzchen, die Atmosphäre auf der Tribüne familliär. Dennoch sagt die Memminger Mannschaft „das Publikum ist unser zwölfter Mann“. Im Zuspruch hinkt der FCM mit 2.183 Fans im Schnitt den Kickers (2.371) aus der sechsgrößten deutschen Stadt nicht viel hinterher. Wertung: Unentschieden.

Ausgangslage: Die Feierabendkicker aus Memmingen haben sich Respekt verschafft, sind zuhause (weil das 0:2 gegen Insolvenzclub Weiden nicht mehr zählt) neben Spitzenreiter Kassel noch ohne Heimpleite. Damit die Stuttgarter eine richtig ausgeglichene Auswärtsbilanz (bisher 3 Siege, 3 Unentschieden, 2 Niederlage) aufweisen können, müsste Memmingen ja eigentlich gewinnen. Wir bemühen den Vergleich „David gegen Goliath“. Das Ergebnis aus der Bibel ist bekannt, also Punkt für Memmingen.

Finanzen: Genau 338.327,84 Euro machte das Minus im vergangenen Geschäftsjahr bei den Kickers aus. Das ist ungefähr der halbe Gesamt-Etat des FC Memmingen. Die Wertung bleibt dem geneigten Leser überlassen.

Sportliche Kompetenz: Auf den ersten Blick vielleicht ein Vorteil für die Kickers mit Ex-Profi Dirk Schuster als Trainer und „Weltmeister“ Guido Buchwald als Manager. Dagegen steht mit Esad Kahric der beste Amateurtrainer weit und breit: Und: Der ehrenamtliche sportliche Leiter Jürgen Wassermann hat seinem „Kollegen“ Buchwald kürzlich schon Paroli geboten. In einem AH-Turnier in Lauffen am Neckar schafften es der Weltmeister und seine Nationalmannschaftkollegen nicht, Wassermann im Memminger Tor zu überwinden. 0:0 ging’s nach regulärer Spielzeit aus. Dass sich Buchwald & Co. im Neunmeterschießen doch noch durchsetzten, geschenkt. Die Wertung: Ein großzügig bemessenes Unentschieden.

Sympathiefaktor: Der FC Memmingen ist die unangefochtene Nummer eins im Allgäuer Fußball, eigentlich bis Augsburg und München konkurrenzlos – zumindest was die Spielklasse betrifft. Die Kickers standen selbst zu Erstliga-Zeiten immer im Schatten des VfB. Und auch wenn’s beim großen Rivalen derzeit kräftig kriselt, wird sich das vermutlich nicht groß ändern. Das heißt: Punkt für Memmingen.

Und da ist noch die Tabelle: Der FC Memmingen (8.) steht zwei Punkte und einen Rang vor den Stuttgarter Kickers (9.). Noch Fragen, wie das vermeintlich ungleiche Duell am Samstagnachmittag in der Memminger Arena ausgeht?

von Andreas Schales 

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