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Memmingen gegen Ulm: Ein Spiel ohne Punkte

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FCM-Coach Esad Kahric kann entspannt dem Ulm-Spiel entgegen blicken.

FC Memmingen - Rückblende: 3.9.2010. Im ersten Punktspiel überhaupt gegeneinander trennten sich der FCM und der SSV Ulm mit 1:1. Ein Rückspiel gibt es, jedoch nicht um Punkte.

Ein großer Fußballabend in der mit 5.100 Zuschauern offiziell ausverkauften Memminger Fußball-Arena. Schon damals freuten sich alle beim FCM aufs Rückspiel im Frühjahr im Donaustadion. Das wird am Freitag um 19 Uhr ausgetragen – um Punkte geht es aber nicht mehr.

Nach der Insolvenz des SSV Ulm 1846 ist es nur noch ein „besseres Freundschaftsspiel“. Denn antreten müssen die Memminger, auch wenn die Partie nicht gewertet wird, sonst droht eine Strafe durch den DFB. Warum Ulm nach dem Finanzkollaps überhaupt noch spielt? Nur wenn die Spatzen die Saison außer Konkurrenz zu Ende bringen, gelten sie als sportlicher Absteiger und dürfen auf einen Neuanfang in der Oberliga Baden-Württemberg hoffen. Ansonsten droht der Sturz in die unterste Spielklasse.

Legende Paul Sauter solls in Ulm richten

Fast so rasant wie es Ende der Neuziger Jahren nach oben ging, folgte nach der Bundesliga-Saison 1999/2000 der Absturz. 2001 die erste Insolvenz, gekickt wurde in der Verbandsliga, aber bis 2008 wurde wieder die Regionalliga erreicht. Was folgte war die Abspaltung vom Hauptverein, die Verstrickung von drei Ulmer Spielern in den Wettskandal 2009, ausbleibende Zuschauer und schließlich im vergangenen Herbst die erneute Pleite. Wochen zwischen Hoffen und Bangen, aber mit über einer halben Million Schulden gab es keine Rettung mehr. Die Ulmer Fußballlegende Paul Sauter soll es nun richten. Er wurde vom Insolvenzverwalter als „Generalbevollmächtigter“ eingesetzt, versucht alte Getreue zur Mitarbeit zu bewegen, motiviert Spieler und Fans gleichermaßen, dem Verein die Treue zu halten und sucht Sponsoren.

Gora und Unsöld bauen neues Team auf

Aus dem Regionalliga-Kader ist so gut wie keiner mehr da. Das Trainergespann Janusz Gora und Oliver Unsöld will mit Spielern aus der bisherigen zweiten Mannschaft und Junioren das Bestmögliche herauszuholen und schon eine Truppe für die Zukunft zu formen. Alle Ulmer Spiele wurde aus der Wertung genommen – auch das 1:1 in Memmingen vom September. Irgendwie durchhalten ist das Motto an der Donau. Immerhin kamen zum ersten „Freundschaftsspiel“ gegen den FSV Frankfurt (0:1) noch 600 Zuschauer, vielleicht wird’s eine ähnliche Zahl im Derby gegen den FC Memmingen.

von Andreas Schales

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