Muzzi-Ablöse: Muss jetzt der Manager die 2500 Euro aus der eigenen Tasche zahlen?

Die ausgestrecke Hand täuscht: SCF-Präsident Sigi Müller (l.) liegt mit seinem West-Kollegen Günter Eichinger (r.) und dessen Rechtsanwalt Wolfgang Rottner (M.) auch nach dem Termin vor dem Brucker Amtsgericht im Clinch. foto: loder

Fürstenfeldbruck - Im Streit um die Ablösesumme von Torjäger Muzzi Gür zeichnet sich auch nach einer Güteverhandlung vor dem Brucker Amtsgericht keine Einigung ab.

2500 Euro will der TSV West vom Landesligisten SC Fürstenfeldbruck. Eine Woche haben die Vereine nun Zeit, den von Richter Christoph Schütte vorgeschlagenen Vergleich anzunehmen. Ob sich der aufstrebende Kreisklassist mit den angebotenen 1250 Euro begnügt, sollte bei einer kurzfristig anberaumten Vorstandssitzung geklärt werden. Mittlerweile wurde bekannt, dass der TSV West den Kompromiss abgelehnt hat. Nun wird sich das Amtsgericht im September erneut mit dem Fall befassen. Dann müsste auch der beim ersten Termin nicht vorgeladene SCF-Manager Alfred Thurner aussagen.

Thurner hatte vor zwei Jahren den umstrittenen Vertrag unterzeichnet, wonach für den ablösefrei zum ligahöheren Nachbarverein gekommenen Torjäger 2500 Euro fällig würden, wenn Gür zu einem anderen Club wechselt. Tatsächlich hielt es der Stürmer nur vier Wochen beim SCF aus. Dann schloss er sich dem VSST Günzlhofen an - ablösefrei, denn der SCF verzichtete damals auf die eigentlich fälligen 750 Euro. Mittlerweile schießt Gür wieder die Tore für West.

SCF-Präsident Sigi Müller („Ich habe von den Vorgängen erst hinterher aus dem Tagblatt erfahren“) verweigert bislang die Zahlung an den TSV West. Sein Argument: Thurner sei gar nicht zur Vertragsunterzeichnung berechtigt gewesen. Für den könnte das ungeahnte Folgen haben: West-Anwalt Wolfgang Rottner warnte bereits davor, dass der Manager die 2500 Euro aus seiner eigenen Tasche bezahlen müsste.

Der Amtsrichter hatte für die Güteverhandlung 15 Minuten angesetzt, am Ende dauerte sie eine dreiviertel Stunde und endete mit Schüttes Erkenntnis: „Wenn man gemeinsam einen Sport betreibt, sollte auch Kommunikation möglich sein.“ Denn bisher blieben alle Briefe, Anfragen und Abmahnungen des TSV West unbeantwortet. Müllers Erklärung: „Ich sah dafür keinen Anlass.“

Quelle: fussball-vorort.de

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