Ohne Schreiner, aber mit Leidenschaft

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Mehr Leidenschaft verlangt Präse Höß von Qemaijl Beqiri (r.), hier im Duell mit Ahanasios Kiourkas.

FC Pipinsried - Eigentlich müsste alle Konzentration dem morgigen Gegner TSV Ottobeuren gelten (Anpfiff Sonntag, 17 Uhr). Doch die Derby-Niederlage und der Rauswurf von Thomas Schreiner beschäftigt die Pipinsrieder Gemüter viel mehr.

Am Donnerstag verschickte FCP-Chef Konrad Höß ein Schreiben an den 19-jährigen Schreiner. Der junge Mann hatte am Mittwoch Referee Danijel Djordjevic mit beleidigenden Worten bedacht, die ihresgleichen suchen (wir berichteten). Höß hat dem talentierten Kicker mitgeteilt, dass er ab sofort suspendiert sei und bleibe, bis das zu erwartende harte Urteil des BFV-Sportgerichts abgelaufen sei. „Danach steht es Schreiner frei, am Training teilzunehmen. Fahrkosten werde ich ihm aber nicht erstatten“, erläuterte Höß seine Linie. Theoretisch könnte der Offensiv- Mann morgen sogar gegen den TSV Ottobeuren auflaufen, da mit einem sportjuristischen Verfahren erst in der kommenden Woche zu rechnen ist. „Aber das kommt überhaupt nicht in Frage“, stellt Höß klar, „da verliere ich ja mein Gesicht.“

Der Präsident liegt damit voll auf der Linie vieler Trainer und Fußballverantwortlicher: So urteilt zum Beispiel Albert Eichner, Abteilungsleiter beim TSV Hilgertshausen, als er von der Wortwahl Schreiners hörte: „So etwas geht überhaupt nicht.“ Eichner hatte Spiel zwischen 65 und dem FC Pipinsried vor Ort verfolgt und zeigte sich verblüfft, dass der junge Mann die Nerven in einer völlig belanglosen Situation verlor. FCP-Spielertrainer Tobias Strobl ist im Prinzip nicht überrascht: „Wir waren gewarnt. Thomas ist ein Spieler, der eine Partie gewinnen, aber eine Mannschaft auch in den Abgrund reißen kann, weil er vom Platz fliegt.“

Strobls Worten ist zu entnehmen, dass es der explizite Wunsch von Höß war, es mit dem Ex-Ingolstädter zu probieren. „Wir wussten, worauf wir uns einlassen“, legt der Coach nach. Doch wie es scheint, ist Höß bereit, dem Ausnahme-Talent nach Ablauf von dessen Strafe eine letzte Chance zu geben. Mehr dazu wohl im September. Zum Gegner Ottobeuren sagt Höß: „Diesem Team können wir nicht allein mit spielerischen Mitteln begegnen, da ist Kampf und Leidenschaft angesagt.“ Genau das also, was er beim 0:1 im Derby vermisst hat.

Quelle: fussball-vorort.de

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