Partystimmung trotz Pleite und Dauerregens

Zum Abschluss die obligatorische Weißbierdusche: Vor einer Woche in Raisting wich Tobias Strobl allen Angriffen geschickt aus. Am Samstag konnte er Artur Kubica (links) und Martin Finkenzeller nicht entkommen.
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Zum Abschluss die obligatorische Weißbierdusche: Vor einer Woche in Raisting wich Tobias Strobl allen Angriffen geschickt aus. Am Samstag konnte er Artur Kubica (links) und Martin Finkenzeller nicht entkommen.

FC Pipinsried - Schwamm drüber. Im letzten Spiel ist der FC Pipinsried mit 0:3 (0:1) gegen die TSG Thannhausen baden gegangen. Aber auch einige Regenschauer konnten die Feierstimmung der Gelb- Blauen nicht trüben.

von Horst Kramer

Es war die spannendste Aktion auf dem Spielfeld an diesem verregneten Samstag-Nachmittag. Martin Finkenzeller schlich sich rund zehn Minuten nach dem Abpfiff von hinten an seinen Chef Tobias Strobl heran. Der 25-Jährige stand arglos neben der tanzenden und feiernden Spielertraube. Dass sich ihm von der Seite Arthur Kubica näherte, fiel dem Coach nicht weiter auf, denn den Mittelfeldzauberer gab sich betont harmlos.

Allerdings hätte Strobl zu denken geben müssen, dass Kubica ein überdimensioniertes randvoll gefülltes Weißbierglas in den Händen hielt – und keinen Schluck trank. Plötzlich ergriffen Strobl von hinten die starken Arme Finkenzellers und fixierten den Hepberger. Kubica war blitzschnell zur Stelle und krönte das abgekartete Spiel mit einem Guss über Strobls Haupt. Der junge Trainer lachte – was sollte er sonst auch tun? Die Weißbierdusche stellte den Höhepunkt eines ansonsten eher trüben Fußball- Nachmittags dar, nicht nur wegen des Wetters. In der zweiten Halbzeit hatte Petrus zu allem Überfluss einige Kübel Wasser auf die Häupter der rund 280 Zuschauer und 30 Aktiven geschüttet. Es war von Anfang an ein ungleiches Match zwischen dem Meister und dem Zwölften. Denn die die Gäste wollten unbedingt punkten, um jeglicher Abstiegsproblematik zu entkommen.

Die Pipinsrieder wollten hingegen nur spielen. Zudem hatte sich Strobl für ein Dankeschön an seine Mannen von der Bank entschieden: Sebastian Hüttner durfte 90 Minuten lang mitkicken – es war das Abschiedsspiel des 25-Jährigen, der nach Altomünster wechselt. Auf der rechten Außenbahn tobte sich Shptim Sulimani aus – mit viel Engagement, wenn auch nicht immer mit Erfolg. In der Innenverteidigung feierte das Duo Christian Adrianowytsch & Christian Weiser sein Comeback. Sozusagen ein Wiedersehens- Treffen zweier Invaliden: Weiser plagt schon seit Tagen ein eingeklemmter Nerv im Rücken, für Adrianowytsch war es die erste Partie seit seinem verhängnisvollen Sturz auf die linke Schulter Ende März in Gundelfingen. Wobei der 1,88-Hüne auf dem besten Weg zu alter Stärke ist: Als (der deutlich kleinere) Thannhauser Ahmet Can in der zweiten Halbzeit mit dem Pipinsrieder Innenverteidiger zusammenprallte und danach zwei Meter durch die Luft flog, meinte der Türke verdattert Richtung Tribüne: „Ich glaube, ich bin gegen eine Wand gelaufen.“

Der Rest ist schnell erzählt: Der FCP mühte sich redlich. Doch vorne fehlte die Durchschlagskraft. Dominik Schön und Michael Holzhammer wurden schmerzlich vermisst. Außerdem hatte die Abwehrreihe in dieser Besetzung noch nie zusammen gespielt. So war der Thannhauser Erfolg verdient, zumal die Schwaben seit der 69. Minute nur noch zu Zehnt agierten. Wichtiger war das Nachspiel im Vereinsheim: Amperklinik- Chef Dr. Michael A. Weber überreichte Kathi Höß einen gelb-blauen Blumenstrauß: „der wichtigsten Person im Verein.“ Der Landtagsabgeordnete Martin Güll spendete einen Satz Trainingsbälle, sein Maximilaneums- Kollege Bernhard Seidenath fand einige witzige Worte. Konrad Höß hielt eine seiner berühmten Reden. Da wurde auch denjenigen warm ums Herz, die sich zuvor nasse Füße (oder Köpfe) geholt hatten.

Quelle: fussball-vorort.de

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