Wer ist die Nummer 1 im Landkreis Dachau?

FC Pipinsried will den 25. Juli vergessen machen

Saison 2012 2013Tobias Strobl, Dominik Schön, Arthur Kubica und Junis Ibrahim
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Nur ungern erinnern sich Tobias Strobl (links) und seine Spieler an die Derbyniederlage in Dachau zurück.

FC Pipinsried - Wer erinnert sich noch an den 25. Juli? In Pipinsried ist diese Frage ähnlich beliebt wie die Frage nach Alesia bei den Galliern (siehe „Asterix und der Averner-Schild“).

Konrad Höß kommt von sich aus überhaupt nicht auf das Hinspiel beim TSV 1865 Dachau zu sprechen. Denn bekanntlich verloren seine Kicker damals 0:1. „Normalerweise gewinnt beim Fußball der Bessere“, brummt der FCP-Häuptling schließlich doch noch, „damals hat aber der Glücklichere gewonnen.“ Auch sein Vorturner Tobias Strobl denkt nur äußerst ungern an jenen Sommerabend zurück: „Es war sicherlich die bitterste Stunde, die ich bisher hier erlebt habe“, gesteht der 25-Jährige. Zu allem Überfluss zog er sich damals eine Oberschenkelzerrung zu, die ihn anschließend wochenlang plagte.

Schlimmer noch war allerdings der Zorn seines Chefs. Man mag sich gar nicht vorstellen, wie es Team und Trainer ergeht, sollte heute erneut die Mannschaft von Marcel Richter gewinnen. Wobei außer Zweifel steht, dass Höß den langen Sachsen in sein Herz geschlossen hat. Der Pipinsrieder Landesliga-Papst freut sich ehrlich über die Erfolge seines „Lehrlings Marcel Richter“, wie er den Dachauer Coach in den letzten Tagen gerne und immer wieder tituliert. Noch lieber wäre es Höß freilich, wenn Richter seine Siege in irgendeiner anderen Spielklasse feiern würde, in einer anderen Region oder in einem fernen Land. Heute muss also ein gelbblauer Erfolg her.

Und zwar  ein deutlicher, damit endgültig geklärt ist, wer die Nummer eins im Landkreis ist. Die Stimmung im Pipinsrieder Kader ist gut, kein Wunder nach zwei Siegen in Folge. Strobl glaubt, dass er mittlerweile eine Grundordnung gefunden hat, mit der er sich gegen die meisten Landesliga- Mannschaften durchsetzen kann: Deren wichtigste Bausteine sind die Doppel-Spitze Funk-Holzhammer, sowie die Doppel-Sechs Finkenzeller- Strobl. Letztere ist allerdings auch der Not geschuldet. Dominik Sandner ist seit dem unseligen Trainingsmatch in Ingolstadt am 25. September lädiert (Innenbandriss und anschließende Kapselentzündung), Arthur Kubica vernachlässigte die defensiven Pflichten. So blieb der stets zuverlässige Finkenzeller, der mittlerweile schon seine dritte Saison im gelb-blauen Trikot kickt. Eine Änderung wird es aber dennoch geben: Links hinten wird wohl wieder Erkan Atilgan auflaufen. Aber nicht, weil Fernando Ernesto gesperrt wäre.

Denn tatsächlich ist das letzte juristische Wort in dessen Fall noch nicht gesprochen: Höß hat dessen Sperre (5. November bis 19. November) nicht akzeptiert und zudem auf einer Entschuldigung des Schiedsrichters Philipp Rommelsbacher bestanden. Der Dinkelsbühler hatte den Angolaner einer Tätlichkeit geziehen, die Höß per Zeugenaussage widerlegen konnte (wir berichteten). Rommelsbacher hat sich nun erneut schriftlich geäußert und sich darin zwar für seine ursprüngliche Spielmeldung entschuldigt, doch beharrt er darauf, dass sein Kehlkopf von Ernestos Zeigefinger kurz berührt worden wäre.

Dem FCP-Boss reicht das nicht: Er hat beim Sportgericht erneut Einspruch eingelegt. Mit Erfolg: Fernando Ernesto wird heute zumindest auf der Bank sitzen. Strobl gibt dennoch Atilgan eine Chance: „Denn Erkan hat in den letzten Tagen echten Mannschaftsgeist bewiesen.“ Der solle heute sein Team beflügeln, so der Coach weiter. Schließlich spricht der Ingolstädter aus, was alle im Umfeld des Dorfclubs hören wollen: „Wir wollen heute den 25. Juli vergessen machen.“

Quelle: fussball-vorort.de

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