Pipinsried: Höß kokettiert mit der Regionalliga

Plädiert für das Ziel Regionalliga: Conny Höß.
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Plädiert für das Ziel Regionalliga: Conny Höß.

Vor dem letzten Auswärtsspiel des Jahres in Landshut (Samstag, 14 Uhr) hat der Pipinsrieder Vereinspräsident Konrad Höß für einen Knalleffekt der besonderen Art gesorgt: Er kündigte die Regionalliga-Bewerbung des FCP an. Spielertrainer Tobias Strobl reagierte reserviert. Gleichzeitig dreht sich in Pipinsried mal wieder das Personal-Karussell.

Eigentlich sind die Gelb-Blauen fußballmüde. Das lange Jahr mit vielen aufregenden Situationen hat bei den Pipinsrieder Spielern sichtbare Spuren hinterlassen: Die Ergebnisse der letzten Wochen sprechen für sich; die 1:2-Niederlage am vergangenen Sonntag gegen den FC Affing war ein beredtes Beispiel.

Dennoch müssen die Mannen um Spielertrainer Tobias Strobl am Samstag in Landshut ran. „Eine sehr, sehr schwere Partie“, erwartet der Coach. Und er klingt dabei so, als wolle er am liebsten zu Hause bleiben. Vielleicht ließ sein Boss Konrad Höß (72) deswegen gestern verlauten: „Wir sind bereit für die Regionalliga!“

Entgegen früherer Aussagen liebäugelt der Dorfclub-Chef nun doch heftig mit einem Engagement in der vierten Liga. „Unsere Anlage ist Regionalliga-tauglich“, erklärt Höß selbstbewusst, BFV-Präsident Dr. Rainer Koch habe ihm das bei seinen diversen Besuchen mehrfach bestätigt. „Nur ein Klohäusl am Stadion fehlt noch. Aber das stellen wir im Handumdrehen auf“, bekräftigt Höß.

Wie kommt es zu diesem Sinneswandel? Intern abgestimmt hat der Pipinsrieder Präsident diese Ideen offenbar nicht. „Für mich kommt das ein bisschen überraschend“, räumte Strobl gestern ein. Klar, wäre die nächsthöhere Spielklasse immer mal wieder ein Thema gewesen. „Für die Spieler wäre das ein Traum“, bekräftigt der Hepberger, schiebt dann aber nach: „Allerdings müssen dann einige Bedingungen geklärt sein.“ Wie zum Beispiel die Trainingshäufigkeit: „Mit zwei Einheiten pro Woche wären wir die Schießbude der Liga“, befürchtet Strobl. Ganz zu schweigen davon, dass er sich schleunigst um seine Fußballlehrer-Scheine bemühen müsste.

Aber vielleicht ist die Höß’sche Aktion nicht ganz so ernst gemeint, wie sie klingt, sondern ist eher als Motivationsmaßnahme gedacht. Der FCP-Boss berichtet: „Dominik Schön und Tobias Antoni haben mir versichert, dass ein Aufstiegsziel nochmal etliche Prozent an Leistungsbereitschaft bringen würde.“

Genau die hat der Pipinsrieder Oberhäuptling in den vergangenen Wochen vermisst. Und genau die will er jetzt aus seinen Kickern herauskitzeln. Die Landshuter rangieren zur Zeit zwar nur auf einem Relegationsplatz, haben aber zuletzt eine beeindruckende Serie von fünf Spielen ohne Niederlage hingelegt.

Am vergangenen Sonntag konnten die Mannen von Trainer Christian Endler beim 3:3 in Garching gleich dreimal einen Rückstand ausgleichen. „Eine kampf- und moralisch gefestigte Mannschaft“, urteilt Strobl daher, „die schwierigen Bodenverhältnisse kommen ihnen zupass.“ Keine guten Voraussetzungen für ein erfolgreiches Abschneiden der Pipinsrieder Zauberfüße. Die anstehenden Personal-Rochaden tun ein übriges.

Zwar wird die Ankunft des Ex-Rainers Sebastian Fischer von vielen im Kader freudig begrüßt, doch wie Mittelfeldlenker Arthur Kubica auf die neue Konkurrenz reagieren wird, muss sich erst zeigen. Gleichzeitig wurde dieser Tage bekannt, dass Pirmin Lechthaler sich in Verhandlungen mit dem Landesligisten SC Oberweikertshofen befindet, SCO-Manager Frank Bergmann weilte jüngst in Pipinsried. Auch Taner Yürükgeldi zieht es nach nur fünf Monaten wieder fort, über Philip Grahammer wird ähnliches geraunt. Zudem sucht Höß einen weiteren Innenverteidiger.

In Landshut fehlt der gesperrte Christian Adrianowytsch. Auf dessen Kollegen Erkan Atilgan war der Clubchef zuletzt nicht gut zu sprechen, auch wenn er meinte: „Jeder macht mal Fehler.“ Das Personal-Karussell dreht sich bereits flott, auch wenn noch Fußball gespielt wird.

 

Quelle: fussball-vorort.de

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