Pipinsried patzt in Hankofen-Hailing

Leidgeprüfter Torhüter: Viermal musste Tobias Antoni am Samstag dem Leder hinterher schauen.
+
Leidgeprüfter Torhüter: Viermal musste Tobias Antoni am Samstag dem Leder hinterher schauen.

FC Pipinsried - Ein früher Elfmeter-Gegentreffer und ein Platzverweis brachten den Dorfclub auf die Verliererstraße, das 1:4 bei der SpVgg Hankofen-Hailing hat dem FCP-Trainer die Feierlaune verhagelt.

von Horst Kramer

Ball verkehrt in Hankofen: Vor einer Woche profitierte der FC Pipinsried von einer roten Karte und zwei Strafstößen, am zurückliegenden Samstag schlug der Fußball-Gott in Niederbayern zurück. Schon nach zehn Minuten gingen die Hausherren durch einen völlig unstrittigen Strafstoß in Front, und nach 23 Minuten standen die Gäste nur noch zu Zehnt auf dem Platz – Serge Yohoua hatte sich zu einer Tätlichkeit hinreißen lassen.

In Unterzahl ein Spiel zu drehen, ist zwar prinzipiell möglich, doch 70 Minuten mit einem Mann weniger, noch dazu gegen die kampfstarken Hankofener – das war an diesem Tag zu viel für die Pipinsrieder. Tobias Strobl setzte in der Halbzeit zwar noch einmal alles auf eine Karte: Er brachte den schnellen Giovanni Goia für Defensivmann Martin Finkenzeller, ersetzte Andreas Götz durch Philipp Grahammer und stellte auf Dreierkette um – alles vergebens. Der Schuss ging sogar nach hinten los, denn die Minimal- Defensive schuf Freiräume für die Hausherren: Stefan Alschinger wusste sie zweimal zu nutzen.

Nach einer Stunde lag der FCP endgültig am Boden. Schade drum, denn der Anfang verlief nicht schlecht für die Gelb-Blauen: Arthur Kubica hatte sich die erste Chance des Spiels erarbeitet, durch eine Balleroberung hinter der Mittellinie und ein anschließendes Solo in den gegnerischen Sechzehner. Doch der Abschlusswinkel war zu spitz, Tormann Max Putz konnte klären (4.). Schon die nächste Strafraumszene führte zum Penalty. Ab da taten sich die Kicker aus dem Dachauer Hinterland schwer. „Unsere Jungs können halt nur mit spielerischen Mitteln gewinnen“, meinte ein mitgereister Fan, „Kampf liegt ihnen nicht.“ Im Gegensatz zur Truppe von Spielvereini gungs-Coach Uli Karmann. Wobei die Pipinsrieder den Gelbe-Karten-Vergleich mit 5:4 sogar „gewannen“.

Die Niederbayern wollten es indes nach zuletzt zwei hohen Niederlagen wissen, eigentlich keine Überraschung für Strobl und Co. Der Pipinsrieder Coach hatte den bisherigen Tabellensechsten noch am Freitag als „kampfstark“ bezeichnet (wir berichteten). Strobl wollte die Mannschaft an seinem 26. Ehrentag nicht allzu sehr schelten: „Zwischen der 10. und 80. Minute hatten wir durchaus mehr von der Partie. Allerdings haben wir uns ein besseres Resultat durch zu viele Fehler kaputt gemacht.“ Ihn wurmte sein eigener Patzer vor dem zweiten Hankofener Treffer, Grahammers Ballverlust vor dem 3:1 und der völlig unnötige indirekte Freistoß, der zum 4:1 führte, weil Max Zischler zuvor gemeckert hatte. Und nicht zuletzt ärgerte sich der Ex-Ingolstädter über seinen vormaligen FCI-Kameraden Yohoua, der das Team durch seinen Platzverweis vorzeitig geschwächt hatte.

„Zu solchen Undiszipliniertheiten darf man sich nicht hinreißen lassen, vor allem kein Ex-Profi“, schimpfte der FCP-Coach und kündigte „Konsequenzen“ an. Präsidenten-Gattin Kathi Höß sorgte dafür, dass Tobias Strobls Geburtstag nicht völlig verhagelt war: Auf der Heimfahrt verteilte sie reichlich Geburtstagskuchen und sonstige Leckereien; die Sektflasche hingegen blieb zu, Team und Trainer mussten sich mit Mineralwasser begnügen.

Quelle: fussball-vorort.de

Auch interessant

Kommentare