Ein Fazit

Der FC Pipinsried ist in der Regionalliga angekommen

Freudentaumel in Pipinsried: Nach durchwachsenem Start ist der FCP in der Regionalliga Bayern angekommen – sehr zur Freude seiner Fans. FOTO: BRUNO HAELKE

Niemand hat es ihnen zugetraut. Doch im Dezember 2017 mussten Fachleute wie Laien anerkennen: Der FC Pipinsried ist in der höchsten Amateurspielklasse angekommen. Die Mannschaft belegt mit 29 Punkten Rang 14 – ein Nichtabstiegsplatz. Höhepunkt war bis jetzt das Match gegen die Löwen im Grünwalder Stadion vor 12?500 Zuschauern.

Pipinsried – Acht Siege, fünf Remis und neun Niederlagen- so lautet die Bilanz des FC Pipinsried in der Regionalliga Bayern bis zur Winterpause. Für einen Aufsteiger mit begrenzten Möglichkeiten ein gutes, ja: ein sehr gutes Ergebnis. Nach dem nicht unbedingt erwarteten Triumph in der Relegation gegen die mit Profis bestückte SpVgg Greuther Fürth II musste die FCP-Arena den Regionalliga-Verhältnissen angepasst werden. Der Kraftakt wurde geschafft, rechtzeitig zum ersten Spiel gegen Schweinfurt waren die Forderungen des Bayerischen Fußballverbandes umgesetzt: Das Abenteuer Regionalliga konnte beginnen.

Taktische Fallen

Die Mannschaft um den jungen Spielertrainer Fabian Hürzeler musste zu Beginn der Saison mächtig Lehrgeld zahlen, blauäugig lief das Team in eine taktische Falle nach der anderen. Doch danach zeigten die Mannen von Hürzeler, was in ihnen steckt; sie gewann Spiele – einmal sogar vier in Serie. Und das, obwohl die Mannschaft auf Anordnung von FC-Präsident Konrad Höß nur zwei Mal die Woche trainieren durfte. Umso höher ist die derzeitige Platzierung einzustufen. Vielleicht wäre sogar mehr drinnen gewesen, wenn der FCP drei oder vier Mal die Woche trainiert hätte.

Heimschwäche

In Heimspielen agiert die Hürzeler-Elf des Öfteren gehemmt. Woran das liegt, kann im Ilmtal niemand so richtig erklären. Ein Punkt könnte die Erwartungshaltung der Fans sein. Das Publikum ist in der FCP-Arena seit Jahren mit zumeist guten Ergebnissen verwöhnt worden, allerdings in der Bayernliga. In der Regionalliga weht jedoch anderer Wind. Insider sagen: In der Regionalliga fängt der Fußball an. Noch in der vergangenen Saison waren die Gäste in Pipinsried zumeist damit zufrieden, keine Klatsche bekommen zu haben – das hat sich deutlich geändert. Teams wie die Reserven der Erst- und Zweitligisten aus Ingolstadt, Augsburg, Nürnberg, Bayern München und Greuther Fürth machen deutlich, dass es in der regionalliga professioneller zugeht.

Die Fans

Die Mannschaft von Fabian Hürzeler könnte dabei noch mehr Unterstützung von den Fans gebrauchen. Auswärts sind sie sehr lautstark, was der Mannschaft immer wieder sichtbar Auftrieb gibt. Aber bei Heimspielen dürften es noch mehr Besucher sein. Im Schnitt kamen 470 Zuschauer nach Pipinsried. Nicht wenige hatten mit mehr gerechnet, gerade gegen die namhaften Teams aus Augsburg, Memmingen und Ingolstadt. Die höchste Zuschauerzahl verzeichnete die Partie gegen den 1. FC Schweinfurt. 810 Fans pilgerten ins Ilmtal, um die Pipinsrieder gegen die Schweinfurter Profis im ersten Spiel der Saison zu begutachten. Den Minusrekord von 380 Zuschauern gab es gegen Eichstätt; allerdings spielte da das Wetter nicht mit.

Die Neuzugänge

Von den Neuzugängen schlugen beinahe alle sehr gut ein. Stürmer Manuel Müller kam vom Landesligisten SV Mering. Er brauchte etwas Anlaufzeit, doch seit Herbst ist er in einer tollen Verfassung und mittlerweile fester Bestandteil der Mannschaft. Mittelfeldakteur Kasim Rabihic kam von Rot-Weiß Essen ins Ilmtal. Mit seinen Toren zeigte er, wie wichtig er für die Mannschaft ist. In den letzten Spielen vor der Winterpause agierte er als Mittelstürmer, der seine offensiven Mitspieler Ati Lushi und Manuel Müller immer wieder gut in Szene setzte. Zudem fiel sein schnörkelloses Spiel im Strafraum aus.

Flops

Nachdem er das Amt als Co-Trainer los war, blühte Dauerläufer Christoph Burkhard richtig auf. Eine sehr kurzfristige Lösung war die Verpflichtung von Co-Trainer Florian Dinser, der nach kurzer Zeit wieder das Handtuch warf. Aber auch Mariusz Susko und Savio Nserenko blieben nicht allzulang in Pipinsried.

Im Grünwalder

Der Höhepunkt des Jahres war neben dem Aufstieg das Match beim TSV 1860 München. Vor 12?500 Zuschauern im Grünwalder Stadion konnte der FCP allerdings nicht überzeugen und verlor deutlich mit 0:3. Ein spielerischer Leckerbissen war sicherlich das 2:2-Unentschieden beim SV Wacker Burghausen. Aber auch die vier Siege in Folge gegen Garching, Greuther Fürth II, Unterföhring und Schweinfurt waren aller Ehren wert. Der sportliche Tiefpunkt war das Match beim SV Seligenporten, das ebenfalls mit 0:3 verloren ging.

Statistik

Als einziger Spieler absolvierte Keeper Thomas Reichlmayr alle 22 Spiele und kommt damit auf 1980 Einsatz-Minuten. Der FC Pipinsried setzte insgesamt 21 Spieler ein. Das Team kassierte 51 gelbe Karten, zwei gelb-rote Karten und ein Mal den roten Karton. Der FCP rangiert mit 29 Punkten auf Rang 14; allerdings nur auf Grund des schlechteren Torverhältnisses hinter den punktgleichen Teams aus Buchbach, Garching, Burghausen und FC Augsburg II. Auf dem ersten Relegationsplatz steht die SpVgg Greuther Fürth II mit 22 Punkten. Bester Torschütze des FCP ist Ati Lushi mit fünf Treffern.

Auswärtsstärke

Bemerkenswert ist, dass die Pipinsrieder die Mehrzahl ihrer Punkte auf fremden Plätzen holten. Satte 20 Punkte heimsten die Gelb-Blauen in der Fremde ein. Damit belegen sie Rang zwei in der Auswärtstabelle der Regionalliga Bayern. Ein sensationeller Wert, denn die Punkte wurden unter anderem mit Siegen beim FC Bayern II, beim FC Schweinfurt und in Rosenheim eingefahren.

Spieler der Saison

Einige Pipinsrieder haben mehr als positiv überrascht, andere konnten sich nicht durchsetzen oder hatten andere Vorstellungen als der Trainer und die Verantwortlichen. Ein Spieler jedoch stach heraus ohne groß zu glänzen: Arbnor Segashi. Nach dem Schock mit dem Verlust seiner Schwester beim Terroranschlag in München konnte der Verteidiger zu Beginn der Saison kaum Akzente setzen. Phasenweise schaffte er es im starken Kader nicht einmal auf die Ersatzbank. Doch Segashi blieb dran, er verzagte nicht und gab im Training immer sein Bestes. Schließlich schlug seine Stunde – und der Kosovare nutzte sie mit überzeugenden Leistungen.

Quelle: fussball-vorort.de

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