FC Pipinsried setzt auf eine Doppelspitze

Ein Mann für die Spitze: Thomas Schreiner (l.) könnte am Sonntag neben Michael Holzhammer stürmen. kra

FC Pipinsried - Auch mehrere Tage nach dem Derby gegen den TSV 1865 Dachau (2:0) ist in Pipinsried ausgiebig über Strobls T-Shirt-Aktion diskutiert worden - und zwar durchaus kontrovers.

Einigkeit besteht indes darüber, dass der Dorfclub am Sonntag in Ottobeuren (Anpfiff: 14 Uhr) weiter Plätze gut machen will, vielleicht schon mit dem griechischen Profi Ilias Panagiotidi. Natürlich war der Derbysieg des FCP gegen den TSV 1865 Thema Nummer eins unter der Woche. Konrad Höß, das Oberhaupt des Fußballdorfs, war über die T-Shirts, die sein Coach Tobias Strobl (Aufschrift: „Die Nummer 1 im Dachauerland“) nach der Partie verteilt hat, nicht begeistert: „Hätte mich vorher einer gefragt, hätte ich meine Zustimmung nicht erteilt.“

Eine wichtige Fürsprecherin fand Strobl hingegen in Kathi Höß, der Präsidentengattin. Und wenn es einen Menschen gibt, der den FCP-Boss einzubremsen weiß, dann ist sie es. Außerdem hat ihr Conny sehr genau registriert, dass die Pipinsrieder Basis die Kritik von TSV-Trainer Marcel Richter an den Hemdchen („Lächerlich“) für deplatziert hält. Nicht zuletzt, weil im Hinspiel einige gelb-blaue Anhänger verbal angepöbelt worden seien.

Höß selber hält nichts vom Nachtreten, kann sich indes eine kleine Spitze nicht verkneifen: „Schade, dass die Dachauer fast keine Zuschauer mitgebracht haben. Und leider zieht der TSV bei uns auch nicht.“

Eigentlich will sich der 71-Jährige mit derlei Geplänkel nicht aufhalten. Er legt mehr Wert auf die sportliche Analyse des Derbys: „Wir haben nicht gut gespielt, doch immerhin gekämpft. Für Dachau hat das gereicht, aber ob wir mit so einer Leistung auch in Ottobeuren durchkommen, bezweifle ich.“

Höß weiß, dass die Platzverhältnisse im Günztal schwierig sind. Zudem hat der Kloster-Klub zuletzt eine beeindruckende Serie hingelegt: Seit dem 29. September haben die Ottobeurer nur einmal verloren - denkbar knapp mit 1:2 gegen den SV Manching, der erst vor acht Tagen auch beim Tabellenzweiten Gundelfingen triumphiert hat.

Herausragend war der 3:1-Erfolg der Ottobeurer gegen den momentanen Spitzenreiter SV Raisting; und auch aus der Amperstadt entführten die Unterallgäuer vor drei Wochen dank eines 2:1-Erfolges alle drei Punkte. Der Tabellensechzehnte hat sechs seiner bisherigen 19 Punktspiele gewonnen, dem stehen vier Remis und neun Niederlagen gegenüber.

Tobias Strobl ist ebenfalls gewarnt: „Das Wichtigste ist, die erfolgreiche Defensivarbeit der letzten Wochen fortzuführen.“ Sein Team habe in diesem Bereich erhebliche Fortschritte gemacht, lobt der Ingolstädter: „Inzwischen geht jeder mit zurück - auch dahin, wo es weh tut.“

Unter der Woche habe er versucht, die Spannung hoch zu halten: „Es geht dem Jahresende zu und da hat man die Tendenz, die Füße hochzulegen“, beschreibt der FCP-Coach die gängige Stimmung, nicht nur in seinem Team. Am Sonntag jedoch will der 25-Jährige noch einmal nachlegen: „Denn wir könnten bei einem Sieg sogar unter die ersten Drei rutschen.“

Eventuell feiert in Ottobeuren auch ein Mann seine Premiere, von dem man in den letzten Wochen nur Gutes vernommen hat: Ilias Panagiotidi. Dem FC Pipinsried liegt inzwischen die Spielberechtigung des 23-jährigen griechischen Zweitliga-Profis vor, der schon seit September mit der Mannschaft trainiert (wir berichteten). „Ilias wird uns auf jeden Fall weiter bringen“, ist sich Strobl sicher.

Verzichten muss der Coach allerdings auf den angeschlagenen Michael Funk, den gesperrten Fernando Ernesto und Markus Hanusch (Muskelfaserriss). Eventuell übernimmt Thomas Schreiner wieder den Spitzenjob neben Goalgetter Michael Holzhammer. Zudem drängt Yilmaz Kinaci ins Team zurück: Der junge Türke wusste in den letzten Trainingseinheiten zu überzeugen.

Wichtig ist dem Spielertrainer aber, dass sein Abwehrblock - mit Weiser, Adrianowytsch, Finkenzeller und Keeper Antoni - unverändert auflaufen kann: „Wenn wir ohne Gegentor bleiben, bin ich schon zufrieden.“ Dem stimmt auch sein Boss uneingeschränkt zu.

Quelle: fussball-vorort.de

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