In Pipinsried sind alle heiß auf Raisting

Und sie tanzten einen Tango – Maximilian Zischler (links) und Dominik Schön. Wie hier in Gersthofen, wo die beiden ein Tor Co-produzierten, wollen Zischler und Schön auch gegen Raisting jubeln.
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Und sie tanzten einen Tango – Maximilian Zischler (links) und Dominik Schön. Wie hier in Gersthofen, wo die beiden ein Tor Co-produzierten, wollen Zischler und Schön auch gegen Raisting jubeln.

FC Pipinsried - Am Samstag um 17 Uhr ist Bayernliga-Zeit. Dann wird in Pipinsried das erste Match der fünfthöchsten Spielklasse Deutschlands angepfiffen. Der Gegner ist ein alter Bekannter: der SV Raisting. Klar, dass Konrad Höß da fordert: „Zum Auftakt muss ein Sieg her!“

„Zwickt’s mi – i man i tram.“ FCP-Boss Höß geht dieser Tage der alte Wolfgang- Ambros-Hit nicht aus dem Kopf. Vermutlich wird er ihn am Sonntag sogar in seine legendäre Musikmischung mit den größten Hits der Sechziger und Siebziger Jahre mit aufnehmen. „Ich kann es immer noch nicht glauben, dass wir in der Bayernliga sind“, schüttelt der FCP-Boss zum x-ten Male seit dem Landesliga- Meisterschaftsgewinn am 18. Mai in Raisting den Kopf.

Da passt es, dass am morgen ausgerechnet der SV Raisting, der sich über die Relegation für die höhere Spieklasse qualifizierte, zu Gast ist. Tobias Strobl, dem gelb-blauen Spielertrainer, kommen die Ammersee-Anwohner gerade recht: „Das ist ein Team, das wir kennen. Zum Auftakt gerade richtig.“ Er philosophiert noch eine Weile über die Stärken des neuen Gegners – „kampfstark“, „Ludwig Huber“ (Torjäger mit 37 Treffern 2012/13, Anm. d. Red.) –, kommt dann aber sehr schnell auf seine eigenen Mannen zu sprechen.

Ibrahim mit Bänderriss?

Zuerst auf die Sorgenkinder: Junis Ibrahim hat sich im Gersthofen-Pokalkick vor einer Woche wohl keinen Bänderriss im linken Fuß zugezogen, dafür aber wohl einen Haarriss im Knöchel. Was die Sache nicht besser macht. Der Seitenlinien-Dribbler muss nächste Woche nochmals in den Kernspin-Tomographen, dann weiß man Genaueres. Rotsünder Arthur Kubica, der in Gersthofen einen Gegenspieler angegangen war, wurde vom Sportgericht nur zu zwei Spielen verdonnert und steht schon beim Gastspiel in Affing am 28. Juli wieder zur Verfügung. Konrad Höß hat sich für den Mittelfeld- Lenker stark gemacht.

Schiedsrichter Markus Hertlein hatte in seinem Spielbericht einen „Schubser“ Kubicas vermerkt, BFV-Verbandsanwalt Friedrich Reisinger hatte daraus eine „Tätlichkeit“ konstruiert und drei Spieltage Sperre gefordert. Was Höß auf die Palme brachte: „Wie kann der Herr Reisinger von einer Tätlichkeit sprechen, wenn der Schiedsrichter, der direkt daneben stand, etwas anderes schreibt?“, fragt ebenso empört wir rhetorisch der alte FCP-Kämpe.

In Rechtssachen versteht Höß bekanntlich keinen Spaß. Auch in der Auseinandersetzung mit 1865-Präsident Richard Reisböck nicht. Der Dachauer Vereinschef hatte seinem Pipinsrieder Kollegen erneut geschrieben und betont: „Ich habe mich bereits (…) bei Ihnen entschuldigt.“ Weitergehende Vorwürfe von Höß will Reisböck nicht auf sich sitzen lassen und führt stattdessen einen Videomitschnitt als Beweis sowie Firmenchef Hans Rapp als Zeugen an. Höß ficht das nicht an: „Weitere Schreiben von mir gibt es nicht mehr. Ich habe die Sache meinem Anwalt übergeben.“ Der heißt bekanntlich Dr. Reinhard Höß und ist ein bekannter Strafrechtsexperte – und der Sohn des FCP-Häuptling.

Auch sportlich gibt es noch eine Neuigkeit zu vermelden: Alessandro Luzzi ist zurück. Vor 18 Monaten war der aus der A-Jugend des SC Fürstenfeldbruck schon einmal ins Dachauer Hinterland gewechselt. Vor einem Jahr versuchte der junge Mann sein Glück beim (damaligen) Bayernligisten TSV Aindling. Im Winter zog es Luzzi nach Ismaning, als dort das Chaos am größten war. Nun wird der 19-Jährige das U 23-Kontingent der Gelb-Blauen stärken. Neuzugang Pirmin Lechthaler (wir berichteten) sitzt morgen eventuell schon auf der Bank. Vermutlich neben Dominic Wünsch, der seine Oberschenkelzerrung aus dem Mering-Test auskuriert hat. In der Offensive dürften somit Dominik Schön, Ilias Panagiotidis und Taner Yürükgeldi gesetzt sein, Maximilian Zischler gibt den kompromisslosen Sechser.

Strobl will nicht ins offene Messer laufen

Vor ihm ziehen voraussichtlich Strobl und Cenk Imsak die Fäden. Ins „offene Messer“ der Raistinger will Strobl nicht laufen, wie er sagt, und natürlich wird der Hepberger wieder ein besonderes Augenmerk auf den Raistinger Goalgetter Huber werfen. Ansonsten heißt es: Volle Kraft voraus, denn „alle sind heiß auf das erste Bayernliga-Match in Pipinsried“, erklärt der Spielertrainer. Man darf im übrigen gespannt sein, welchen Hit Höß aus der Mottenkiste zaubert, sollte sein geliebter FC Pipinsried tatsächlich mit einem Sieg in die neue Spielklasse starten. Wie wäre es mit einem anderen gut abgehangenen Schlager des Ambros-Kollegen Rainhard Fendrich: „Es lebe der Sport“?

Quelle: fussball-vorort.de

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