Pipinsried: Yohoua muss (nur) zweimal zuschauen

Darf am Sonntag nicht dem Ball hinterherjagen: Serge Yohoua (FC Pipinsried) wurde für zwei Spiele gesperrt.
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Darf am Sonntag nicht dem Ball hinterherjagen: Serge Yohoua (FC Pipinsried) wurde für zwei Spiele gesperrt.

Vorletzter Vorrunden-Spieltag in der Bayernliga Süd: Am Sonntag, um 15 Uhr, gastiert der FC Sonthofen beim FC Pipinsried. Konrad Höß freut sich besonders auf den neuen Trainer der Allgäuer, Esad Kahric. Unter der Woche legte sich der FCP-Boss wieder einmal mit den BFV-Oberen an. Thema: Die Verteidigung des Rotsünders Serge Yohoua.

In der vergangenen Woche ging Präsident Höß wieder einmal für den „Kampf um Gerechtigkeit“ auf die Barrikaden. „Es macht mich einfach ganz fuchsig, wenn es ungerecht zugeht“, gibt der 72-Jährige als Motiv für seine Gerechtigkeitsliebe an. Wobei er sich natürlich besonders in die Bresche schlägt, wenn sein geliebter FC Pipinsried oder einer seiner Kicker betroffen ist.

Als Opfer hatte Höß diesmal sein Sturm-Ass Serge Yohoua ausgemacht; der Ivorer flog in Niederbayern wegen einer Tätlichkeit vom Platz, nachdem ihn zuvor sein Gegenspieler Matthias Lazar behelligt hatte (wir berichteten).

Schiedsrichter Mario Hofmann indes sah die Sache anders, er wertete Yohouas Tat in Hankofen-Hailing nicht als Reaktion sondern als bösartige Aktion. Mit der Folge, dass der Ivorer vom BFV-Sportgericht für drei Spiele gesperrt wurde.

Auftritt Höß. Der FCP-Zampano hatte sich inzwischen kundig gemacht. Nicht nur durch Augenzeugen-Aussagen (er selber war nicht vor Ort), sondern auch durch den Spielbericht des BFV-TV. „Dort sieht man eindeutig, dass zuerst ein Hankofener zugeschlagen hat“, interpretiert Höß den Video-Schnipsel. Schaut man genau hin, scheint es allerdings nicht mehr als ein Schubser gewesen zu sein, den Lazar dem Pipinsrieder Offensivmann verpasst hat. Wie auch immer: Die Höß’sche Intervention hatte Erfolg – Yohouas Strafe wurde auf zwei Spieltage reduziert. Ganz glücklich ist der Pipinsrieder Präsident immer noch nicht: „Ein Spieltag hätte auch gereicht.“

Die Geschichte erinnert stark an die Auseinandersetzungen um Ex-FCP-Zauberfuß Fernando Ernesto, der vor Jahresfrist beim Pipinsrieder Gastspiel in Nördlingen vom Platz gestellt worden ist. Höß zwang seinerzeit Referee Philipp Rommelsbacher zu einem Rückzieher, die Strafe Ernestos wurde gekürzt. Doch damals wie heute war Strobls Geburtstag verhagelt. Der 26-Jährige scherzt nun: „Nächstes Jahr fahre ich gar nicht erst mit.“

Gegen die Sonthofener muss der Coach nicht nur auf Yohoua sondern auch auf Junis Ibrahim verzichten. Die Muskelverletzung des Außenbahn-Dribblers hat sich doch als schwerer erwiesen als ursprünglich gedacht (Faserriss). Ansonsten verspricht Strobl „Wiedergutmachung“, speziell für die Fans, die das Team auf den weiten Auswärtsfahrten begleiten. Allerdings wird der Kick gegen die Allgäuer keine einfache Sache. Davon ist zumindest sein Chef überzeugt. „Gegen Aichach motiviert zu sein, ist kein Kunststück“, weiß der Langzeit-Funktionär, „gegen den Tabellenvierzehnten gut auszusehen, ist jedoch viel schwieriger.“

Zumal dort gerade ein neuer Trainer seine Arbeit aufgenommen hat: Esad Kahric. Der 54-Jährige schwingt seit drei Spieltagen das Zepter unterm Grünten. Ein Sieg, ein Remis, eine Niederlage – so lautet seine bisherige Bilanz. Kahric ist ein alter Bekannter von Höß, jahrelang war der Bosnier beim FC Memmingen tätig. Der FCP-Zampano nennt Kahric liebevoll ein „Schlitzohr“, so ziemlich das höchste Kompliment, das Höß verteilen kann. Er prophezeit: „Kahric wird sich sicherlich ein paar Tricks und Kniffe ausdenken. Morgen wird es knistern.“ Speziell, weil die Allgäuer dringend jeden Zähler benötigen; im Bayernliga-Keller geht es heuer ausgesprochen eng zu: Drei Teams haben 14 Zähler auf dem Konto, u.a. Sonthofen.

 

Quelle: fussball-vorort.de

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