Planloses Gekicke zum Abgewöhnen

Zunächst Reservisten: Marc Nygaard (l.) und Gardar Gunnlaugsson (2.v.l.) auf der Bank.

SpVgg Unterhaching - Die SpVgg Unterhaching hat gestern Abend bei ihren Fans Werbung fürs Zuhausebleiben gemacht.

VON CHRISTIAN AMBERG

Unterhaching – Die jüngste Unterhachinger Elf, die in dieser Saison aufgelaufen ist, hatte 45 Minuten ideen- und planlos versucht, in die Partie zu finden, danach 45 Minuten lang immerhin Bemühen gezeigt, aber leider auch ihre mangelnde Klasse gegen einen halbwegs gut organisierten Gegner offenbart. Weil Torhüter Darius Kampa als letzter verbliebener Routinier wegen seines Trainerlehrgangs in Köln für die Begegnung freigestellt worden war und erstmals in dieser Saison von Stefan Riederer vertreten wurde, betrug das Durchschnittsalter der Startelf gerade mal 22 Jahre – die jüngste Hachinger Elf überhaupt seit dem ersten Ausrufezeichen im Profifußball 1989. Nach der gestrigen Vorstellung ist klar: So sollte die Zukunft des Vereins nicht aussehen!

Vor der Pause war es wie schon im vergangenen Heimspiel gegen Heidenheim ein Kick zum Abgewöhnen. Bis zum ersten und einzigen Torschuss der Gastgeber mussten die Zuschauer bis zur 45. Minute warten. Es war ein harmloser Versuch von Yasin Yilmaz aus rund 20 Metern, der genau in die Arme von FCS-Keeper Hubert segelte. Die Hachinger Offensivbemühungen – sofern man sie überhaupt als solche bezeichnen konnte – verdienten das Prädikat brotlose Kunst.

Saarbrücken agierte nicht mehr inspiriert, allerdings durch die Führung schon in der 14. Minute mit einem unschätzbaren Vorteil im Rücken und verständlich zurückhaltend. Fuchs hatte eigentlich harmlos geschossen, der Ball wurde aber abgefälscht, prallte an die Querlatte und von dort zurück ins Feld. Zeitz schaltete schneller als Vitzthum und versenkte den Abstauber zum 0:1. Dass dieses Resultat bis zum Halbzeitpfiff Bestand hatte, war für die SpVgg glücklichen Umständen zuzuschreiben. In der 35. Minute ließ sich die Abwehr durch einen simplen Querpass von Fuchs übertölpeln, Özbek hätte aus zehn Metern freistehend das zweite Tor machen müssen, verstolperte aber die Kugel. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte köpfte erneut Fuchs abermals an die Querlatte des Hachinger Kastens.

Den zweiten Durchgang eröffnete Stiefler mit einer akrobatischen Einlage, per Hacke beförderte er den Ball aufs Tornetz (55.). Wieder Glück für die SpVgg. Immerhin setzte Kadrijaj drei Minuten später auf der Gegenseite ein Lebenszeichen, seinen Schuss konnte Hubert abwehren. Auch Michael Hefele sorgte mit einem Kopfball auf die Latte für Hachinger Torgefahr (65.) – wer sich aber auf einen engagierten Sturmlauf freute, wurde umgehend enttäuscht. Zwar waren die Bemühungen zeitweise erkennbar, doch bis zum Schlusspfiff gab es weder eine weitere Torchance zu notieren, noch brachte die Einwechslung der Offensiv-Routiniers Gardar Gunnlaugsson und Marc Nygaard irgendeine Verbesserung im Angriffsspiel.

Zwei Minuten vor Schluss erhöhte Schug noch auf 2:0 für Saarbrücken. Das war der Startschuss zum kollektiven vorzeitigen Aufbruch der Zuschauer – dass sie nach dieser Vorstellung zum Saisonfinale noch einmal kommen, wird für die Verantwortlichen der SpVgg nur ein Wunsch sein.

UNTERHACHING – SAARBRÜCKEN 0:2

SpVgg: Riederer 3 - Schwabl 4, Hain 4, Hefele 4, Vitzthum 5 - Amachaibou 6 (55. Thee 5), Balkan 5, Yilmaz 5, Mitterhuber 5 - Kadrijaj 4 (75. Nygaard), Tunjic 6 (62. Gunnlaugsson 6) 1.

FC Saarbrücken: Hubert - Kohler, Forkel, Zeitz, Fuchs, Özbek (50. Schug), Sieger, Lerandy, Zimmermann (89. Zydko), Stiefler (83. Mann), Gehring Tore: 0:1 Zeitz (14.), 0:2 Schug (88.)

Schiedsrichter: Thomas Gorniak (Bremen)

Zuschauer: 1500 Gelb-Rote Karte: Schwabl (85.)

Quelle: fussball-vorort.de

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