Pongratz will seine Zeit in Rosenheim krönen

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Pongratz könnte mir seinem Team bis auf Platz drei vorrücken.

TSV 1860 Rosenheim - Lockerer Ausklang einer verrückten Saison? Nein, sagt Matthias Pongratz. Der scheidende Trainer hat auch jetzt noch ein Ziel, will seine sensationelle Zeit beim TSV 1860 Rosenheim mit Platz fünf in der Abschlusstabelle der Fußball-Bayernliga krönen.

Und sogar mehr ist möglich: Mit einem Sieg am Samstag (15 Uhr) gegen die zweite Mannschaft der SpVgg Unterhaching hätte man zumindest schon mal die Deutinger-Truppe überholt und da der FC Eintracht Bamberg und der Würzburger FV vor kniffligen Aufgaben bei Abstiegskandidaten stehen, könnte man, wenn es gut läuft, auch Vierter werden, im optimalen Fall, wenn auch Seligenporten gegen Schweinfurt nicht gewinnen sollte, sogar Dritter.

Von sieben auf drei am letzten Spieltag, irgendwie würde das passen zu dieser irren Saison, die das Kathrein-Team gespielt hat und die nach dem Schlusspfiff mit Freibier gefeiert wird. Vom ersten Rang nach dem achten Spieltag abgestürzt bis fast auf den Relegationsplatz, dann, mit acht Siegen seit der Winterpause und einem Torverhältnis von 27:6 wieder nach oben katapultiert, verrückter kann ein Saisonverlauf kaum sein. Und irgendwie kommt das Saisonende fast ein bisschen zu früh: „Schade, dass es jetzt zu Ende ist, wir sind gerade richtig schön ins Rollen gekommen“, bedauert Teammanager Franz Höhensteiger und spricht von einer „überragenden Bilanz“ des Trainerteams Pongratz und Ostermaier.

Hans Klinger, der Abteilungsleiter, wird die beiden heute mit großem Dank, aber auch viel Bedauern verabschieden: „Sie sind ihren Weg konsequent gegangen, ohne große Sprüche, aber mit intensiver Arbeit und einem guten Draht zur Mannschaft.“ Franz Höhensteiger würdigt, dass sie ihrem Nachfolger Marco Schmidt „eine funktionierende Mannschaft“ hinterlassen, der neue Mann müsse „nicht bei Null anfangen, die Truppe steht.“ Neben den Trainern, die sich aus zeitlichen Gründen wieder zurückziehen, werden heute die Spieler Matthias Luginger, Florian Bichler, Andreas Schwinghammer, Bernd Sylla und Mario Maric verabschiedet, der große Rest aber soll gehalten werden, um ab dem 23. Juli die glänzende Serie fortsetzen zu können. Das Ziel ist schließlich ein großes, nämlich die Qualifikation zur neuen Regionalliga Bayern. Dafür ist in der kommenden Saison mindestens Rang zehn erforderlich. Diese Messlatte hätte man heuer am Ende doch recht locker übersprungen, auch die Hachinger, haben das problemlos geschafft.

Doch für die Mannschaft von Trainer Harry Deutinger wird es in der kommenden Saison nur um die „Goldene Ananas“ gehen, als zweiter Mannschaft eines Drittligisten ist ihr der Zugang zur Regionalliga künftig verwehrt. „So nimmt man den jungen Spielern, die wir ausgebildet haben, die Chance, sich weiter zu entwickeln“, schimpft ein völlig frustrierter Deutinger über diese Verbands-Vorgabe.

Gut entwickelt hat sich bei den Hachingern in dieser Saison ein ehemaliger Rosenheimer. Lennart Hasenbeck, als D-Junior noch bei den Sechzigern, ist letzten Sommer aus der Kreisklasse, wo er mit dem TSV Neuried kickte, in die Bayernliga gewechselt und hat sich dort zu einem richtig erfolgreichen Stürmer gemausert. 30 Einsätze und sieben Treffer stehen auf seinem Konto, nun träumt er mit 22 noch von einer Profikarriere: „Ein Jahr gebe ich mir noch, dann soll sich entscheiden, wohin der Weg führt: Studium oder Fußball.“ Eine verrückte Geschichte, ähnlich verrückt wie die Saison der Sechziger.

von Reinhard Hübner

Quelle: fussball-vorort.de

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