SV Pullach erst nach der Pause wie ein Spitzenteam

Orhan Akkurt erzielte zwei der drei Pullacher Treffer.
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Orhan Akkurt erzielte zwei der drei Pullacher Treffer.

SV Pullach - Das Ergebnis weckt den Eindruck, als sei es 90 Minuten auf und ab gegangen. Doch das 4:3 (4:1) im Bayernliga-Hit zwischen Spitzenreiter BC Aichach und Verfolger SV Pullach war das Resultat zweier grundverschiedener Halbzeiten.

Theo Liedl zog mächtig vom Leder, als er über den ersten Spielabschnitt referierte: „Das war von uns die schlechteste Halbzeit, die ich in den letzten eineinhalb Jahren gesehen habe, eine absolute Unverschämtheit! Da war nullkommanull, das hatte mit dieser Sportart nichts zu tun. Wir haben in 45 Minuten nicht einen Zweikampf gewonnen, wir sind ja gar nicht in die Verlegenheit gekommen, Zweikämpfe zu bestreiten, weil wir fünf, sechs Meter von den Leuten weg waren. Dazu hatten wir eine Fehlpassquote von 95 Prozent.“

Nicht nur der lahme Auftritt seiner Mannschaft, auch der Pausenstand von 4:1 für die Hausherren bestätigte die markigen Worte des Pullacher Trainer-Managers. Wobei in dieser ersten Halbzeit ein Mann die Raben im Alleingang abschoss: Sebastian Kinzel traf viermal (3., 10., 23., 41.). „Und immer ging es über unsere linke Seite“, kritisierte Liedl, der nach Christoph Meißners zu kurzem Rückpass auf Torwart Sandro Volz, der zum 3:0 führte, den Linksverteidiger für Peter Beierkuhnlein rausnahm. Was zunächst nicht viel änderte, schlug Kinzel doch noch ein viertes Mal zu. Wenigstens hatte Orhan Akkurt da schon Ergebniskosmetik betrieben, als er ebenfalls einen misslungenen Pass von Andreas Brysch ersprintete und zum zwischenzeitlichen 3:1 verkürzte (35.).

Dieses Ehrentor und Liedls Halbzeitpredigt sorgten dafür, dass es im zweiten Durchgang doch noch spannend wurde. „Ich denke, dass meine Worte angekommen sind“, meinte der Coach nach dem nun völlig umgedrehten Geschehen. Akkurt verkürzte nach Vorarbeit von Niklas Mooshofer (57.), und, wer weiß, was passiert wäre, hätte Schiedsrichter Benedikt Öllinger (Riedlhütte) nicht zwei SVP-Treffern wegen Abseits die Anerkennung verweigert. Zumindest im zweiten Fall, als Richard Heckel nach schöner Vorarbeit des für Maxi Schuster eingewechselten Jan Bergerhoff einschob (65.), ging Liedl von einem klar regulären Tor aus.

So aber fiel das 4:3 durch Gianluca Simaris herrlichen Volleyschuss (86.) zu spät. „Wir haben dann weiter gedrückt, aber die tausendprozentige Ausgleichschance hatten wir nicht mehr“, so Liedl, der sich mit dem engagierten Auftritt nach der Pause zwar absolut einverstanden zeigte: „Aufgrund der zweiten Halbzeit hätten wir mindestens einen Punkt verdient gehabt. Wir waren laufstark, haben die Zweikämpfe gewonnen, hatten Torchancen. Da haben wir Aichach die Grenzen aufgezeigt, die sind vielleicht noch zweimal über die Mittellinie gekommen.“

Aber richtig versöhnt schien Liedl nicht, denn, so sein Fazit: „Man kann halt nicht nur 45 Minuten Fußball spielen.“

Quelle: fussball-vorort.de

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