Bleibt Meister-Coach Teschke?

Pullachs Macher Theo Liedl im Interview

Erst Spieler, dann Manager, zwischendrin Coach: Theo Liedl hat den SV Pullach bereits mehrere Male trainiert.
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Erst Spieler, dann Manager, zwischendrin Coach: Theo Liedl hat den SV Pullach bereits mehrere Male trainiert.

SV Pullach – Theo Liedl ist der „Macher“ beim SV Pullach. Er war Spieler, Trainer, Sponsor und ist seit acht Jahren Manager. Ohne den 49-Jährigen wäre an der Gistlstraße künftig wohl kaum Bayernliga- Fußball zu sehen.

Nach der Erfüllung des Aufstiegstraums am Wochenende sprach Liedl mit unserer Zeitung über Vergangenheit und Zukunft der Raben.

Herr Liedl, Sie sind so lange mit dem SV Pullach in unterschiedlichen Rollen verbunden. Wie würden Sie diesen Erfolg einordnen?

In diesem Jahr werde ich 50, vor 20 Jahren bin ich als Spieler zum SV Pullach gekommen. Ich war acht Jahre Kapitän, habe die Mannschaft mehrere Male trainiert und bin seit 2005 Manager. Für den Verein, die Sponsoren, die Mannschaft ist das eine wunderbare, einzigartige Geschichte. Das ist für die Gemeinde der größte Erfolg im Fußball. Ich hoffe, dass das auch an den entsprechenden Stellen wahrgenommen wird, was wir hier im Herren- und im Jugendbereich leisten. Wir haben jedenfalls vorgelegt.

Was würden Sie sich denn von der Gemeinde wünschen?

Vor allem eine Sprecherkabine mit Lautsprecheranlage, damit man auch mal die Aufstellung durchsagen

oder einen Sponsor erwähnen kann. Damit es einfach mal ein richtiger Fußballplatz ist.

Sie haben es schon gesagt: Sie sind vor 20 Jahren als Spieler mit viel Erfahrung aus höheren Ligen nach Pullach gekommen. Erzählen Sie doch mal, wie sich seitdem alles entwickelt hat.

Max Fundeis, mein Vorgänger als Manager, hat damals Leute wie Werner Schwarzer, Jürgen Seitz und mich geholt. Das war der Grundstein. Ich hatte vorher keinen Bezug zu Pullach und wollte eigentlich nur noch AH spielen. Aber dann haben wir nach uns nach unsere Spezln geholt, es war sehr familiär damals. Und so hat es sich entwickelt, ich wurde dann Trainer und schließlich der Nachfolger vom Max.

Zurück zum aktuellen Erfolg: Was war nach einer Schwächephase im Herbst und einem Elf-Punkte- Rückstand auf den VfR Garching ausschlaggebend für die unaufhaltsame Aufholjagd im Frühjahr?

Das war wirklich eine sensationelle Rückrunde. Das Trainerteam hat seine Linie gefunden und durchgezogen. Unsere Winter-Neuzugänge Florian Baier und Sandro Volz waren sicher mitentscheidend, sie waren das kleine Sahnehäubchen, das noch gefehlt hatte und sie haben das Ganze in die Hand genommen. Vorher war es so: „Geht’s, ist es gut. Geht’s nicht, ist es auch gut.“ Der letzte Tick hatte gefehlt. Und mit den beiden als Unterstützung hat auch Sebastian Schuff eine überragende Rückrunde gespielt. Er hat das gebracht, was wir vorher schon erwartet hatten. Vielleicht war für ihn allein die Bürde zu groß.

"Mit Jan Bergerhoff von Markt Schwaben steht ja schon ein Neuzugang fest"

Wann haben Sie das erste Mal an den direkten Aufstieg geglaubt?

Ich habe es eigentlich bis zum Schluss nicht richtig geglaubt, aber im letzten Spiel hatte ich nach dem 1:0 keine Angst mehr. Und, doch, es gab schon ein Spiel, nach dem ich mir dachte, es könnte gehen. Das war das 2:1 in Kirchheim, als wir eigentlich schon weg waren und zurückgekommen sind. (Am 13. April bogen die Raben dieses Spiel nach Verletzungspech und schwacher erster Halbzeit noch um - d. Red.)

Die Voraussetzungen waren ja nicht günstig. Nach der Relegation in der vergangenen Saison war die Sommerpause extrem kurz, viele Spieler fielen zudem aus. Wieso hat die Mannschaft die Rückschläge besser weggesteckt als in den vergangenen Jahren?

Die Mannschaft hat sich gefunden und die Jungs haben es inzwischen kapiert, dass sie nur was reißen, wenn sie zusammenhalten.

Nicht nur die Ergebnisse im Frühjahr haben gestimmt, der SV Pullach hat teilweise auch begeisternden Fußball gezeigt. Ist das Team reif für die Bayernliga oder muss es verstärkt werden?

Wir werden schon ein bisschen was machen. Mit Jan Bergerhoff von Markt Schwaben steht ja schon ein Neuzugang fest, zwei, drei Leute werden wir noch holen. Aber im Grunde werden wir mit der selben Mannschaft in die Bayernliga gehen. Die Qualität ist da.

Bleibt Teschke?

Wird auch Trainer Carsten Teschke bleiben?

Wir haben am Tag nach dem Aufstieg schon die Vorbereitung geplant, deshalb gehe ich davon aus.

Lautet das Ziel dann Klassenerhalt oder ist mehr möglich?

Wir wollen eine ordentliche Runde spielen und uns im gesicherten Mittelfeld ansiedeln. Ich glaube, das ist drin.

Kann es für den SV Pullach eigentlich irgendwann noch höher hinausgehen als in die Bayernliga?

Mit den jetzigen Strukturen ist das ausgeschlossen.

Und was bedeutet die Bayernliga für das Umfeld, etwa, was Auflagen des Verbands, die Organisation, die Strecken zu den Auswärtsspielen oder auch die Größe der Liga betrifft?

Da ändert sich nicht viel. Die Entfernungen sind nicht größer als bisher. Wie viele Vereine antreten werden, ist noch nicht ganz klar. Und große Auflagen müssen wir auch nicht erfüllen. Das ist alles zu schaffen.

Der SV Pullach hat nicht nur erfolgreich und schön, sondern offenbar auch sehr anständig Fußball gespielt. Das Team kam ohne Platzverweis aus. Ist das Zufall oder steckt mehr dahinter?

Es liegt sicher an unserer Art, offensiv Fußball zu spielen. Und es ist vielleicht auch Glück dabei. Aber natürlich gibt es auch Richtlinien. Wer wegen Meckern Gelb sieht, zahlt ordentlich in die Mannschaftskasse. Da ist Maxi Schuster (19-facher Saisontorschütze – d. Red.) unser Hauptsponsor.

Das Gespräch führte Umberto Savignano

Quelle: fussball-vorort.de

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