Rendezvous mit der Geschichte

Unterhaching - Es ist nicht nur David gegen Goliath, es ist wie Weltkonzern gegen Tante-Emma-Laden. Auch wenn es nur ein Vorbereitungsspiel ist: Die Partie am heutigen Dienstag (19.30 Uhr) im Unterhaching Sportpark gegen den FC Bayern elektrisiert - endlich einmal wieder - Klub und Fans der SpVgg.

Vergleiche der beiden Nachbarklubs erübrigen sich eigentlich, zu offensichtlich agieren die Vereine in komplett unterschiedlichen Welten. Dabei erinnert man sich doch gerne an die Duelle auf Augenhöhe, was die Liga-Zugehörigkeit betrifft. Zwei Spielzeiten lang spielte Haching in der Bundesliga und schrieb damals auch in Sachen FC Bayern Schlagzeilen. Im Mai 2000 machte die SpVgg dank des 2:0-Sieges am letzten Spieltag über Tabellenführer Bayer Leverkusen die Bayern noch zum Deutschen Meister. Einer der legendärsten der insgesamt 22 Titel. Ein Jahr später gewann Bayern das Double und die Champions League. Ausgerechnet in dieser Spielzeit verloren sie die Partie in Unterhaching 0:1.

Mittlerweile bedeutet Augenhöhe nur noch den Längengrad auf dem Globus. Als die Bayern im Champions-League-Finale gegen Chelsea standen, kämpfte Haching ums Überleben in der Dritten Liga. Für Neuzugang Mario Mandzukic zahlte der Rekordmeister 13 Millionen Euro an den VfL Wolfsburg. Hachings aktuellste Neuerwerbung heißt Andreas Voglsammer und kommt von 1860 Rosenheim. Der Gesamtetat beträgt diese Saison gerade eine Million Euro.

Doch das alles ist heute gar nicht wichtig. „Das Spiel ist ein absolutes Highlight für uns Trainer, für die Mannschaft und den ganzen Verein“, sagt Teamchef Manuel Baum. „Wir freuen uns über viele Zuschauer“, blickt Cheftrainer Claus Schromm voraus, „damit sind die Spieler nah an der Punktspielsituation. Aber das Ergebnis ist erst einmal uninteressant. Wir spielen schließlich gegen die Nummer eins in Europa, vielleicht bald auf der Welt.“

Sascha Bigalke, der in der neuen Saison im Sturm spielen wird, fiebert dem Match wie auch die Team-Kollegen entgegen: „Schon das Spiel gegen 1860 war für uns ein Highlight, jetzt kommt der noch größere Name aus München. Darauf sind wir heiß, gegen höherklassige Gegner will man immer noch ein bisschen mehr zeigen. Wir wollen uns von unserer besten Seite präsentieren.“

Eine spezielle Verbindung zum FC Bayern hat Markus Oberleitner, im sportlichen Kompetenzteam des neuen Präsidenten Manfred Schwabl einer der Jugendleiter. Der 38-Jährige lernte das Kicken im Garten seines Nachbarn Paul Breitner, spielte 1997 selbst für ein halbes Jahr an der Säbener Straße. Und Oberleitner war es, der am 20. Mai 2000 mit dem Tor zum 2:0 gegen Leverkusen die Bayern endgültig zum Meister machte. Er war auch dabei, als die SpVgg ein Jahr später die Bundesliga-Partie gegen den Meister im Sportpark sensationell durch das Tor von Miroslav Spizak mit 1:0 gewann. „Jedes Spiel gegen Bayern ist ein absolutes Highlight“, sagt er, „das ist schließlich ein Weltverein. In unserer jetzigen Situation in Haching sind wir natürlich besonders happy, dass Bayern zum Freundschaftsspiel kommt.“ Denn anders als üblich tritt der Champions-League-Finalist kostenlos an und überlässt dem klammen Nachbarn aus Unterhaching alle Einnahmen.

Karten von 10 bis 25 Euro (ermäßigt 2 bis 12,50 Euro) gibt es heute noch an den Stadionkassen, die bereits um 10 Uhr öffnen.

Quelle: fussball-vorort.de

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