Ritterschlag des Rekordmeisters

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FC Ismaning - Es ist eigentlich wie immer. Zwei Tore und 22 Spieler. Und doch ist alles ganz anders. Der FC Ismaning trifft am Freitag auf den FC Bayern. Rund 2000 Zuschauer werden im Stadion erwartet.

Der 28. März 1987 ist einer dieser Tage aus der Profikarriere, die Frank Schmöller nie vergessen wird. Der Hamburger SV empfing zum entscheidenden Meisterschaftsspiel den FC Bayern, verlor mit dem 90 Minuten durchspielenden Schmöller 1:2 und wurde am Ende sechs Punkte hinter Bayern Vizemeister. Es war das letzte Jahr des legendären Trainers Ernst Happel in Hamburg. Dritter der Bundesliga war damals Borussia Mönchengladbach mit Trainer Jupp Heynckes. Heute sehen sich alle Parteien wieder.

Frank Schmöller und seine Ismaninger empfangen um 18 Uhr den FC Bayern, der bekanntlich von Heynckes trainiert wird. „Wenn er sich ganz dunkel erinnert, kennt er vielleicht sogar den Spieler Schmöller“, scherzt der Ismaninger Trainer. Er weiß aber auch den Unterschied zu 1987: „Der FC Bayern ist kein normaler Fußballverein mehr. Er gehört zu den fünf Besten auf der Welt und die Spieler sind Popstars.“

Damals in den Achtzigern bei dem 1:2 durch das späte Tor von Michael Rummenigge (87.) war es noch anders: „Es standen wie in jedem Spiel zwei Tore und elf gegnerische Spieler auf dem Platz. Später kamen auch sechs Minuten lang Ausschnitte in der Sportschau.“ Mit Blick auf das Ballyhoo vor den Duellen 2011/12 zwischen Dortmund und Bayern kann Schmöller nur den Kopf schütteln.

Für das heutige Testspiel wird Schmöller seiner Mannschaft sagen, dass auch diesmal zwei Tore auf dem Feld stehen und nur elf Gegner, auch wenn die etwas prominenter sind und die elf Millionen Ablöse von Xherdan Shaquiri ungefähr 30 Jahre den FC Ismaning in der Regionalliga finanzieren könnten.

„Wenn wir den Ball haben, dann wollen wir mitspielen“, sagt Frank Schmöller. Er möchte dem FC Bayern, der für dieses Spiel bei Ismaning anfragte, ein fairer und guter Gegner sein. Schmöller freut sich auf einen ernsthaften Test und einen fünfstelligen Betrag, der „einen warmen Geldregen für einen kleinen Amateurverein“ darstelle. Schmöller wird auch alle Spieler im Laufe der zweiten Halbzeit einsetzen: „So ein tolles Erlebnis will ich jedem ermöglichen.“

Der Ismaninger Trainer genießt den Ritterschlag, dass die Bayern Ismaning als spielerisch starkes Team einschätzen. Er freut sich über die Euphorie rund um die Partie. Aber er hebt warnend den Zeigefinger: „Unser Spiel des Jahres findet am 21. Juli statt.“ Da geht es um 14 Uhr gegen die Würzburger Kickers im ersten Regionalliga-Punktspiel der Vereinsgeschichte. Und wenn am Ende der FCI Bester hinter allen Bundesliga-Reserven würde, stünde er im DFB-Pokal und würde sich den FC Bayern wünschen. Das wiederum wäre dann das Spiel des Jahrhunderts.

Nico Bauer

Quelle: fussball-vorort.de

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