Rosenheim beendet die Saison auf Platz Drei

Georg Lenz erzielte den 1:0 Führungstreffer

TSV 1860 Rosenheim - Mitten hinein in den Jubel fragte einer: Wisst ihr eigentlich, wo wir vor zwei Monaten waren? Der TSV 1860 Rosenheim belegte den Relegationsplatz der Fußball-Bayernliga, stand vor drei ganz schwierigen Auswärtsaufgaben und schien dem Abstieg entgegen zu trudeln.

Nun aber, genau acht Wochen später, feierte die Mannschaft mit dem dritten Platz in der Abschlusstabelle das beste Saisonergebnis der letzten 50 Jahre.

Mit dem abschließenden 2:0 gegen die zweite Garnitur der SpVgg Unterhaching hat sich das Kathrein-Team noch vom siebten Rang nach oben geschoben. Und jeder wusste, wem man dieses kleine Fußball-Wunder zu verdanken hatte. Matthias Pongratz umarmte nach dem Schlusspfiff als erstes Michael Ostermaier, seinen Freund und Assistenten. Es war ihr Triumph, den sie nun ganz ruhig genossen, aber mit viel Wehmut. Denn es war ja auch ihr Abschied. Und der fällt schwer, gerade in so einem Moment. „Was diese Mannschaft an Leistungsbereitschaft, Willen und Charakter gezeigt hat, ist unglaublich“, schwärmte Pongratz von seinen Spielern. Auch in den letzten drei Wochen, als das Ziel Klassenerhalt schon erreicht war, haben sie sich nie hängen lassen, immer alles gegeben. Man hatte ja noch ein Ziel, Pongratz hatte heimlich den fünften Platz anvisiert. Doch ein Merkmal der viel zu kurzen Ära Pongratz/Ostermaier ist, dass man die gesteckten Ziele meist deutlich übertroffen hat.

Das erste, den Klassenerhalt, zur Not am letzten Spieltag, zu sichern, war schon Anfang Mai erreicht, die Vorgabe, in den 14 Spielen nach der Winterpause im Schnitt höchstens ein Tor pro Partie zu kassieren, erfüllte man so: Es waren 0,5 Tore. Und statt des angepeilten fünften Platzes wurde es eben der dritte. In der Auswärts-Tabelle wurde man noch Zweiter hinter Meister Ismaning, in der Rückrunden-Tabelle noch Vierter. Unter dem Strich bleibt ein Jahr der Superlative, in dem man sich aus einer äußerst prekären Lage souverän befreite. Den Schlusspunkt setzte ein Spiel, das nicht nur den 17. Saisonsieg, den zehnten seit der Winterpause, brachte, sondern auch fürs Auge etwas bot. Die jungen Hachinger, die unbedingt vor den Sechzigern bleiben wollten, spielten attraktiv nach vorne, bekamen auch ihre Torchancen, ungewohnt viele, wie Pongratz befand: „Wir sind heute nicht so gut gestanden.“ Aber seine Mannschaft zeigte, wie viel Sicherheit und Souveränität sie gewonnen hat in diesem Frühjahr.

Schon nach fünf Minuten führte sie nach einer Ecke 1:0, Georg Lenz war ziemlich frei zum Kopfball gekommen. Dann hatte Michael Pointvogel zweimal die Chance, zu erhöhen, auf der anderen Seite vergaben Lennart Hasenbeck und Stefan Alschinger. Nach der Pause machte Michael Kokocinski, der einen Elfmeter nach Foul von Angermaier an Julian Richter verwandelte, frühzeitig alles klar. „Hauptsache, wieder zu Null“, freute sich Pongratz, der dieses Erlebnis zum neunten Mal seit der Winterpause genießen durfte. Und genau das ist das Erfolgsrezept gewesen. Pongratz und Ostermaier haben aus der Mannschaft wieder eine verschworene Gemeinschaft gemacht, die sich Ziele nicht nur setzte, sondern auch erfüllte, am Ende mehr erreicht hat, als sie sich vorgenommen hatte. Und schließlich bedauerten alle nur eines: Dass diese Saison nun zu Ende ist, vor allem auch, dass eine unglaublich erfolgreiche Zusammenarbeit keine Fortsetzung mehr findet.

Neben Matthias Pongratz und Michael Ostermaier wurden auch Bernd Sylla, Matthias Luginger, Andreas Schwinghammer und Florian Bichler verabschiedet, Abteilungsleiter Hans Klinger wird nun mit Teammanager Franz Höhensteiger alles tun, um den großen Rest der Mannschaft zusammenzuhalten und punktuell zu verstärken. Schon in zwei, drei Wochen beginnt die Vorbereitung auf die neue Saison. Und da gibt es schon wieder ein großes Ziel: Qualifikation für die neue Regionalliga Bayern. Wenn die Mannschaft da weiter macht, wo sie jetzt aufgehört hat, dürfte es kein großes Problem werden.

TSV 1860: Luginger, Herberth, Lenz, Christian Hofmann, Atilgan (46. Martin), Haas, Kokocinski, Pointvogel, Richter, Masberg (71. Schwinghammer), Majdancevic (46. Bichler).

Tore: 1:0 Lenz (5.), 2:0 Kokocinski (55., Foulelfmeter)

Schiedsrichter: Stevie Albert (Nürnberg)

Zuschauer: 150

Quelle: fussball-vorort.de

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