Routiniers in Haching vor ungewisser Zukunft

Sicherer Rückhalt: Darius Kampa würde gerne auch über diese Saison hinaus das Unterhachinger Tor hüten. Foto: bro

Unterhaching - Um die finanzielle Zukunft ringen die Verantwortlichen bei der SpVgg Unterhaching gerade. Was das Gerüst der Mannschaft für kommende Saison angeht, ist ebenso vieles unklar. Sicher ist nur, dass wohl nicht viele Spieler mit Erfahrung bleiben werden.

Das liegt an den wirtschaftlichen Zwängen und der Vertragssituation. Es ist sportlich gesehen ein verhängnisvoller, finanziell gesehen dagegen ein glücklicher Umstand, dass fast alle Verträge 2011 auslaufen. Erfahrene Akteure wird man sich schlichtweg nicht mehr leisten können. Enden Kontrakte, werden sie wohl nicht verlängert. Schulz und Stegmayer - das sind aktuell die einzigen, die noch bis 2012 unter Vertrag stehen. Dazu kommen Spieler wie Tunjic, Amachaibou und Hefele als Akteure mit Vertrag, die derzeit auch Einsätze bekommen, aber nicht als Routiniers gelten.

Wie sich das angedachte Modell mit einer jungen Mannschaft rund um ein paar Erfahrene künftig darstellt, ist also quasi vorgegeben. Noch unsicher ist die Zukunft von Marc Nygaard und Torben Hoffmann, deren Kontrakte sich bei einer bestimmten Anzahl von Einsätzen verlängern (20 bzw. 25 Spiele). Gardar Gunnlaugsson kann sein Soll (20 Einsätze) bereits nicht mehr erfüllen.

Trotz aller Zwänge wird man sich bei der SpVgg sehr gut überlegen, auf welche vertrauten Gesichter man auch künftig nicht verzichten will. Dazu gehört allen voran Torhüter Darius Kampa. Dessen Vertrag läuft am Saisonende ebenfalls aus. Der 34-Jährige hat nun aber schon damit begonnen, sich um eine Verlängerung zu bewerben. „Der Verein will verstärkt mit jungen Leuten arbeiten, ergänzt mit älteren, erfahrenen und leistungsstarken Spielern, die Führungsqualität haben. Ich denke schon, dass ich diese Kriterien erfülle“, sagt er. Sportlich war Kampa in den vergangenen Jahren ein Gewinn, auf einen Torhüter seines Kalibers kann man kaum verzichten. Am Samstag im Auswärtsspiel bei der Tus Koblenz macht er sein 100. Drittliga-Spiel für die SpVgg und rückt damit erst als zweiter Aktiver nach Jenas Schlussmann Carsten Bulle überhaupt in den 100er-Klub der 2008 eingeführten dritten Profiliga auf.

„Wie viele Spiele da noch dazukommen, kann ich nicht sagen“, so Kampa, „aber ich habe schon öfter betont, dass es für mich am schönsten wäre, in Unterhaching weiterzumachen. Mir gefällt es hier und ich habe, glaube ich, mit Leistung auch etwas zurückgegeben.

Christian Amberg

Ob es weitergeht, wird sich in den nächsten Wochen rauskristallisieren.“ Sollte seine Weiterbeschäftigung dem Sparzwang zum Opfer fallen, fiele nicht nur ein sportlicher Rückhalt, sondern auch eine der letzten Gallionsfiguren weg.

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