Rückblick: Der große Absturz des FC Ismaning

Gescheitertes Projekt: Manfred Rauscher (l.) und Roman Grill verlassen den FCI vorzeitig.
+
Gescheitertes Projekt: Manfred Rauscher (l.) und Roman Grill verlassen den FCI vorzeitig.

FC Ismaning - Die Verantwortlichen des FC Ismaning haben ein Jahr hinter sich, dass man dem ärgsten Feind nicht wünscht. Nach dem Abstieg aus der Regionalliga droht nun der freie Fall Richtung Landesliga. 2013, das waren für den FCI zwei sportliche Ligaspielsiege plus einer am Grünen Tisch.

Das Jahr begann mit der Entlassung von Trainer Frank Schmöller. Die aus Manfred Rauscher und Roman Grill bestehende Sport-Leitung vermisste unter Schmöller eine sportliche Entwicklung, obwohl er mit der Bayernliga-Meisterschaft 2011 und dem Regionalliga- Aufstieg die größten Erfolge der Vereinsgeschichte errungen hatte.

Der bekannte Spielerberater Roman Grill (auch von Bayern-Spieler Philipp Lahm) übernahm die Mannschaft und ab da wurde es turbulent beim Klub in der Krautgemeinde. Zum Trainingsauftakt wurden die beiden Kapitäne Thomas Bachinger und Bernd Häfele suspendiert. Das wiederum löste eine Revolte von neun Spielern aus. Der Verein versuchte immer wieder, die Leistungsträger zurück auf den Platz zu bringen, aber die blieben hart. Die Rebellen hatten die Entlassung des Duos Grill/Rauscher gefordert, als Bedingung für die Rückkehr. Beide Seiten kamen nicht mehr zusammen. Damit war der Abstieg aus der Regionalliga besiegelt.

Der FCI füllte den Kader auf mit Spielern aus der Zweiten Mannschaft, für die der Sprung als Stammspieler in die vierthöchste Spielklasse Deutschlands zu hoch war. Mit der Defensivtaktik Grills hielten sich die Niederlagen zwar in Grenzen, aber mehr war nicht drin. Bis zum Sommer wurde neben den sportlichen Niederlagen und Querelen im Verein auch immer deutlicher, dass der FCI eine sehr angespannte Finanzlage hatte. Bei der Zusammenstellung der neuen Mannschaft für die Bayernliga musste also gespart werden.

Heraus kam der jüngste Kader der Liga und der überwintert nun auch wieder als Tabellenletzter. Ismaning feierte seine Siege zwei und drei unter Grill ausgerechnet bei den Derbys in Unterföhring –im Pokal und in der Liga gewann der FCI jeweils. Die Situation war dennoch aussichtslos, so dass Manfred Rauscher zurücktrat. Grill folgte ihm gleichzeitig. Es war der Schlussstrich nach zehn Monaten, in denen alles schief ging, was nur nur schief gehen konnte. Nach dem krachend gescheiterten Experiment Grill/Rauscher, die bei ihrem Antritt sogar von der Dritten Liga gesprochen hatten, steht der Verein vor einem Scherbenhaufen.

Für den Verbleib in der Bayernliga benötigt es eine gewaltige Aufholjagd angesichts der zehn Punkte Differenz zum hintersten Relegationsplatz. Dazu war die Stimmung unter den Mitgliedern das ganze Jahr über ziemlich gereizt. Deshalb ist es für den FC Ismaning eine gute Nachricht, dass 2013 nun bald vorbei ist.

Quelle: fussball-vorort.de

Auch interessant

Kommentare