Überaschende Trainerwahl

SCF: Mit diesem Coach hat keiner gerechnet

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Seine Freistöße waren beim Gegner gefürchtet: Jetzt soll Tarik Sarisakal (rotes Trikot) als Trainer dafür sorgen, dass der SCF in die Erfolgsspur zurückfindet.

SC Fürstenfeldbruck - Überraschung beim SC Fürstenfeldbruck: Mit Tarik Sarisakal präsentierte der künftige Landesligist einen Trainer, mit dem keiner gerechnet hatte. Der Türke spielte bereits in der Regionalliga und der 1. türkischen Liga.

Von Andreas Daschner

Einen ehemaligen Bayernligakicker, der den SCF kennt, hatte Präsident Eckart Lutzeier angekündigt. Wer nun aber mit einem SCF-Spieler aus glorreicheren Bayernligatagen rechnete, sah sich getäuscht. Sarisakal spielte zwar auch in der Bayernliga für den SV Lohhof. Den SCF kennt er aber nicht etwa, weil er schon einmal in Bruck war, sondern weil er in Markt Indersdorf (Landkreis Dachau) unweit seines neuen Vereins wohnt.

In Indersdorf war der 40-Jährige zuletzt als Trainer tätig. Zuvor agierte er als Spielertrainer beim SV Nord Lerchenau in der Bezirksliga. Dorthin stieg er anschließend mit seinem nächsten Verein, dem FC Phönix Schleißheim, auf. Während Sarisakal als Trainer bislang nur unterklassig tätig war, liest sich die Vita aus seiner aktiven Zeit durchaus beeindruckend.

Nach seinem ersten Engagement in Lohhof landete der technisch versierte, für seine gefährlichen Freistöße bekannte Offensivspieler über dem Umweg ASV Dachau beim FC Augsburg in der Regionalliga. Es folgte ein Abstecher in seine Heimat, wo er von Galatasaray Istanbul unter Vertrag genommen wurde. Die wiederum liehen ihn an den Erstligisten Genclerbirligi Ankara aus. Nach seiner Rückkehr nach Lohhof ließ er seine aktive Zeit schließlich in der Landesliga bei Türk Gücü München und dem TSV Eching ausklingen.

Gegen Affing nahm Sarisakal seine neue Truppe schon einmal genauestens unter die Lupe und machte sich eifrig Notizen. Seine Haupterkenntnis: „Bei 75 Prozent Ballbesitz zeigte die Elf vor dem Tor wenig Effektivität.“ Vor allem der erfolgreiche finale Ball fehlte dem künftigen Übungsleiter im Brucker Spiel. Trotzdem ist dem Vater zweier Kinder vor seiner Aufgabe in der kommenden Saison nicht bange: „Der SCF ist eine junge, dynamische Mannschaft.“

Dass der Verein finanziell keine großen Sprünge machen kann, stört den Coach wenig. Im Gegenteil. „Ich möchte mit jungen, willigen Spielern arbeiten.“ Die findet er nach seiner Ansicht in Bruck zuhauf vor. Schließlich sei der Verein für seine gute Jugendarbeit seit Jahren bekannt. „Diese Jugend ist der Faustpfand des Vereins, daran müssen wir partizipieren.“ Statt mit der Verpflichtung teurer Söldner den eigenen Nachwuchs zu vergraulen, setzt auch Sarisakal auf den vom Verein ausgelobten Jugendkurs.

Wenn die Sprache auf die Zielsetzung für die kommende Saison kommt, äußert sich der Türke vorsichtig: „Die Landesliga wird kein Selbstläufer, die Mannschaften dort können auch alle kicken.“ Entscheidend sei der Wille der Mannschaft. „Wenn sie Erfolg will, muss sie Leistung investieren.“ Als ehemaliger Offensivspieler will Sarisakal diesen Erfolg mit ansehnlichem Fußball erreichen, ohne dabei die Defensive zu vernachlässigen. Seine Vorgabe: „Die Arbeit gegen den Ball beginnt bereits im Angriff.“

Quelle: fussball-vorort.de

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