Schachspieler Schromm und die entscheidende erste Viertelstunde

Ibrahim Aydemir hat seine Sperre abgesessen. Foto: Bollig

Heimstetten - Zwei Dinge sind für den SV Heimstetten bei seinem Gastspiel in Seligenporten (Samstag, 15 Uhr) von entscheidender Bedeutung. Zum einen muss das Team nach dem möglicherweise berauschenden Spiel gegen den TSV 1860 München während der Woche dringend wieder auf den Boden des Bayernliga-Alltags zurückkehren. Zum anderen ist Trainer Claus Schromm in seiner Funktion als Taktik-Fuchs gefragt.

Denn sein Gegenüber ist der frühere Löwen-Coach Karsten Wettberg. „Der kennt die Liga wie kein Zweiter und hat uns übrigens am Mittwoch gegen die Sechziger beobachtet.“ Schromm glaubt, Wettberg habe aus dem Hinspiel, das Seligenporten gewann, und dem Freundschafts-Kick gegen die Münchner Profis nur einen Eindruck vom SVH gewinnen können. „In beiden Spielen sind wir etwas naiv gewesen, haben versucht, das Spiel zu machen. Der Gegner hat gewartet und unsere Fehler mit Toren bestraft.“

In Erwartung, dass Wettberg seine körperlich sehr robuste Mannschaft deshalb wieder eher abwartend agieren lassen will, könnte Schromm ihm es gleich tun, um eben Bestrafungen zu vermeiden. „Das ist schon ein bisschen wie Schachspielen. Es wäre gut, die Züge des Gegners vorher zu kennen“, sagt Schromm, bekennender Freund des Brettspiels, wenn auch - nach eigenem Bekunden - wegen Zeitmangels kein Meister dieses Fachs.

Eine Viertelstunde will sich Schromm das Spiel in Seligenporten anschauen, in dieser Zeit soll sich sein Team schadlos halten. „Wenn es so läuft, wie ich mir das vorstelle, müssen wir danach nichts ändern“, witzelte er. „Ansonsten reagieren wir eben.“ Der Coach hat gleich nach dem Löwen-Spiel wieder zur Konzentration auf das Tagesgeschäft ermahnt. „Du kannst gegen die Profis so gut ausschauen, wie du willst. In der Liga stehen wir im Moment unter dem Strich.“

In den Abstiegskampf greift für den Schachspieler Schromm ein bewährter Läufer ins Geschehen ein. Ibrahim Aydemir ist nach seiner Sperre wieder spielberechtigt und laut Trainer könnte er dem Spiel, ob von Beginn an oder als Joker, eine positive Richtung für den SVH geben. „Im Vergleich zur Vorrunde ist er in einer überragenden Form“, sagt Schromm. Am wirklichen Schachbrett verliert der SVH-Coach in schöner Regelmäßigkeit gegen seinen Schwiegervater. „Der muss sich dafür nicht einmal strecken. Ist aber nicht schlimm, weil er sich intensiv mit dem Spiel befasst.“ Mit dem Spiel Fußball befasst sich wiederum Schromm sehr intensiv. Und deshalb würde es ihn wurmen, würde er das Duell mit Wettberg verlieren. „Wir träumen von einem Dreier. Wenn am Ende ein Punkt herausspringt, bin ich auch nicht unglücklich.“

Matthias Vogel

Aufstellung: Lehner, Toy, Mayer, Löppert, Paul, Kubica (Ünver), C. Schmitt, D. Schmitt, Moll, Steinacher (Aydemir), Akkurt.

Quelle: fussball-vorort.de

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