Schön schießt FCP in Runde zwei

Der Siegtreffer in der 90. Minute: Dominik Schön schiebt den Ball ins leere Tor, Dominic Fiorentino (im Vordergrund) und Keeper Adrian Wolf (rechts am Rand) können nur zuschauen.
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Der Siegtreffer in der 90. Minute: Dominik Schön schiebt den Ball ins leere Tor, Dominic Fiorentino (im Vordergrund) und Keeper Adrian Wolf (rechts am Rand) können nur zuschauen.

FC Pipinsried - Es war ein Pokalkrimi mit Happy End für den FC Pipinsried. In der letzten regulären Minute erzielt Dominik Schön das 3:2 gegen den SV Mering, in der Nachspielzeit rettet FCP-Keeper Tobias Antoni den Sieg.

Doch die Dramatik ging schon vor dem Anpfiff los. Auf der A8.

VON HORST KRAMER

Pipinsried – Eigentlich hätte die Partie um 18.30 Uhr beginnen müssen. Doch zu diesem Zeitpunkt waren fünf Pipinsrieder noch nicht in Mering eingetroffen: Erkan Atilgan, Junis Ibrahim, Arthur Kubica, Shptim Sulimani und Philip Grahammer. Das Quintett war im allabendlichen Stau auf der A8 hängen geblieben. Vor allem das Fehlen Grahammers brachte die FCP-Verantwortlichen ins Schwitzen: Ohne den 20-Jährigen hätte der FCP nur drei U 23-Spieler vorweisen können – vier sind Pflicht für einen Bayernligisten, auch im Pokal.

Die Pipinsrieder hatten Glück im Unglück: Einer der Schiedsrichterassistenten saß im selben Stau fest. Referee Stefan Treiber hatte daher – mit Zustimmung der Meringer – den Spielbeginn auf 18.45 Uhr verschoben. Um 18.36 Uhr trudelte das Fahrzeug der Pipinsrieder Spieler ein. Erleichterung bei den Dorfclub-Verantwortlichen – Konrad Höß war derweil auf Sichtungstour. Die Meringer schienen von der zusätzlichen Vorbereitungs- Viertelstunde erschöpft. Sie begannen tranig und verzichteten auf jegliche Zweikämpfe. Die munter wirbelnden Pipinsrieder konnten daher schnell mit 2:0 in Führung gehen. Obwohl Strobl seine Elf wegen der Verspätungen komplett umkrempeln musste: Der Coach steckte sich selber wieder in die Innenverteidigung. Alexander Zischler gab den einzigen Sechser und räumte ab, davor agierte Cenk Imsak mit viel Engagement. SVM-Coach Günter Bayer konnte dem Treiben seiner Schützlinge nicht mehr zuschauen und brachte an der Seitenlinie (verbales) Leben in die Partie. Mit Erfolg, denn ab der 30. Minute machten die Rot-Schwarzen Druck, pressten früh, erzwangen Fehlpässe und eroberten in Folge immer häufiger den Ball. Der Lohn der Meringer Mühen: der Anschlusstreffer kurz vor der Pause.

Die Hausherren machten nach dem Seitenwechsel dort weiter, wo sie zuvor aufgehört hatten. Pipinsried hoffte auf Konter, wackelte aber bedenklich. In der 65. Minute jubelte der lautstarke Meringer Anhang über ein Abseitstor, auf der Gegenseite verpassten es Kubica, Ibrahim und Schön, das Leder über die Linie zu bringen (66.). Kurz darauf der Ausgleich. Eine packende Schlussphase begann. Bei der ein Mann im Mittelpunkt stand: FCP-Torwart Tobias Antoni. Wie er in der 89. Minute einen Schuss von Agustin Barbano aus fünf Metern abwehren konnte, blieb den Augenzeugen ein Rätsel. In der Nachspielzeit wehrte Antoni zudem einen Barbano-Kopfballtorpedo aus sechs Metern ab. Dazwischen lag das alles entscheidende Tor. SVM-Coach Bayer meinte nach dem Schlusspfiff geknickt: „Aufgrund der zwei ten Halbzeit hätten wir wohl den Sieg verdient gehabt. Und auch erreicht, wenn da nicht Antoni gewesen wäre.“

Merings Kapitän Wiedemann lobte den FCP-Torwart gar mit: „Weltklasse!“ Der gelbblaue Vorturner, Tobias Strobl, war indes glücklich, dass der turbulente Abend ein glückliches Ende gefunden hatte. „Wären wir mit unserer Stammformation aufgelaufen, dann hätten wir das 2:0 nicht wieder hergegeben“, zeigte sich der 25-Jährige überzeugt, äußerte sich aber auch kritisch: „Mit der klaren Führung im Rücken haben einige meiner Spieler einfach einen Gang zurück geschaltet. Das darf nicht sein. Wir müssen lernen, unsere Leistung über 90 Minuten zu bringen.“ Die nächste Chance dazu haben die Gelb-Blauen schon am morgigen Samstag ab 17 Uhr: Dann treffen sie in der zweiten Qualifikationsrunde zum Totopokal auf den Bayernliga- Absteiger TSV Gersthofen. Die Kicker aus dem Augsburger Norden besiegten am Mittwochabend den FC Affing mit 2:0 (2:0).

Stenogramm:

FC Pipinsried: Antoni, Finkenzeller, Strobl, Adrianowytsch, Götz, Zischler, Imsak (75. Shptim Sulimani), Schön, Wünsch (36. Ibrahim), Panagiotidis (56. Kubica), Yürükgeldi

SV Mering: Wolf, D. Fiorentino, Mozaffari, Gocevic (46. Bulik), Merk, Yilmaz, M. Fiorentino, Obermeyer, Wiedemann, Weber, Barbano

Schiedsrichter: Stefan Treiber (Neuburg/Donau)

Zuschauer: 150

Tore: 0:1 (10.) – Traumpass von Taner Yürükgeldi in die Schnittstelle zwischen die Meringer Innenverteidiger, Ilias Panagiotidis schiebt aus zehn Metern ins kurze Eck. 0:2 (18.) – Freistoßhammer von Yürükgeldi aus 18 Metern mitten durch die Mauer ins linke untere Eck. 1:2 (40.) – Freistoß- Trick-17 des SVM: Vier Meringer verlängern die Pipinsrieder Mauer in Richtung langes Eck und springen zur Seite, als Michel Fiorentino aus 17 Metern am linken Strafraumeck abzieht 2:2 (68.) – Stefan Wiedemann setzt sich durch und verwandelt aus zwölf Metern. 2:3 (90.) – Entscheidung durch Dominik Schön. Kubica schnappt sich einen ungenauen Querpass der  Hausherren und schickt Schön schon vor der Mittellinie los: Der geht auf Torwart Wolf zu, mit etwas Glück rechts vorbei und schiebt ein.

Quelle: fussball-vorort.de

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