Haching-Zukunft offen: Das Schweigen der Vereinsführung

Leandro Grech gehört zu den absoluten Leistungsträgern bei der SpVgg Unterhaching. Im Sommer wird der Argentinier Haching wohl verlassen (müssen). Foto: Robert Brouczek

Unterhaching - Über allem schweben die Finanzen, deswegen ist für die Zukunft bei der SpVgg Unterhaching alles offen. Einige Dinge erledigen sich Schritt für Schritt aber von selbst, unter anderem die Zukunft von erfahrenen Spielern.

Dass Leandro Grech zur wöchentlichen Pressekonferenz geladen war, hatte sicher einen anderen Hintergrund, als über seine persönliche Zukunft zu sprechen. Doch die Sprache kam doch darauf, wie die Planungen des Argentiniers aussehen. Sein Vertrag läuft am Saisonende nach zwei Jahren aus. Er würde dieses Thema gerne ausblenden - aber eine gewisse Enttäuschung klang durch: „Vom Verein habe ich bisher kein Wort gehört, wie es weitergeht. Wenn es kein Gespräch gibt, hat der Verein vielleicht kein Interesse mehr an mir.“

Die Stellungnahme der SpVgg dürfte sich auf die unsichere Finanzlage beziehen, die Planungen unmöglich macht. Der Fall Leandro zeigt aber wieder einmal, dass die Verantwortlichen in den vergangenen Jahren nichts dazugelernt haben und es an Kommunikation fehlt. Denn Leandro gehört zu den Stammkräften, auf die man nicht verzichten kann.

Nur zwei Partien verpasste er vergangene Saison, da konnte man über den sportlichen Wert des Mittelfeldmannes noch diskutieren. Seit Klaus Augenthaler das Sagen hat, ist der Argentinier weit mehr als die angedachten Tyce oder Hoffmann Führungsspieler und Vorbild für die jungen Kollegen. Zumindest der persönliche Hinweis, dass Gespräche derzeit keinen Sinn machen, wäre ihm gegenüber nur fair. Doch nun scheint es so, als hätte er das Kapitel SpVgg schon abgehakt und seine Zukunft anderweitig in Angriff genommen. „Ich warte auf ein Signal“, sagte er gestern. „Wenn es nicht kommt, werde ich auch weiter für die Mannschaft arbeiten und dafür alles geben, dass wir unser Ziel erreichen.“ Und dann? Ein Zeitfenster für eine Entscheidung möchte er sich nicht stecken - und doch plant Leandro längst für die Zeit nach dem 30. Juni: „Ich bin fünf Jahre in Deutschland, das ist weit weg von Argentinien. Besser wäre es, näher an zu Hause zu sein.“ Ein Gefühl von Geborgenheit wird er bei der SpVgg wie so viele andere vor ihm nicht mehr finden...

Christian Amberg

Quelle: fussball-vorort.de

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