Selbst Kahric lobt: "Kann Buchbach nur gratulieren"

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Große Aufregung, als Stefan Lex im Fünfmeterraum durch war und Matthias Bader ihn von den Beinen holte. Foto: Lenz

TSV Buchbach - Jubel beim TSV Buchbach. Die Mannschaft von Anton Bobenstetter und Sepp Kupper hat am Samstagabend den ersten Sieg der Vereinsgeschichte in der Fußball-Regionalliga eingefahren. Beim 2:1 gegen Memmingen am dritten Spieltag erzielte Ralf Klingmann beide Treffer per Foulelfmeter.

von Michael Buchholz

Dass dieser erste Dreier der Buchbacher in der Schlussphase noch einmal in Gefahr geriet, schmälerte den Erfolg nach starker Leistung nicht. „Ich kann Buchbach nur gratulieren. Das war ein verdienter Erfolg“, erklärte Memmingens Co-Trainer Thomas Reinhardt, der Chefcoach Esad Kahric (Trainer-Fortbildung in Bosnien) vertrat. Reinhardt beklagte, dass seine Mannschaft von Anfang an nicht ins Spiel gefunden hätte und in keine Phase die zweiten Bälle erobern konnte. „Wir hätten uns nicht beschweren können, wenn wir bereits in der Anfangsphase einen Elfmeter gegen uns bekommen hätten“, so der Coach in Anspielung auf eine Szene in der fünften Minute, als Stefan Lex im Fünfmeterraum durch war und Matthias Bader ihn von den Beinen holte. Große Aufregung bei den Buchbacher Spielern und Verantwortlichen, Unverständnis bei den Fans. Das offenherzige Geständnis von Reinhardt bei der Pressekonferenz nach der Partie brachte dem Memminger Trainer dann viel Beifall ein und Kupper erklärte: „Hut ab! Meist versuchen Trainer ja solche Szene dann eher zu verschleiern. Großes Kompliment an den Kollegen!“

Nach Ausreden war Reinhardt in der Tat nicht zumute, vielmehr musste er konstatieren: „Das war ein ganz bitterer Tag für Memmingen. Erst die Verletzung von Ejnar Kahric, dann die rote Karte gegen unseren Keeper Tobias Kirchenmaier und nicht zuletzt diese Niederlage.“ Spielgestalter Kahric musste kurz vor der Pause mit einer Knieverletzung raus und für Kirchenmaier war nach einer Notbremse gegen Lex an der Strafraumgrenze in der 64. Minute Schluss.

Eine Minute zuvor hatte Klingmann seinen ersten Strafstoß mit einem Schuss ins rechte Eck verwandelt, nachdem Bader Aleksandro Petrovic im Strafraum umgerissen hatte. Strafstoß Nummer zwei versenkte Klingmann gegen Ersatzkeeper Marco Ihler eiskalt ins linke untere Eck (66.). Weil aber Daniel Böck nach einer abgewehrten Flanke von Jannik Keller mit einem Volleykracher unter die Latte den Anschlusstreffer markierte (72.), wurde es trotz Buchbacher Überzahl noch einmal spannend. „Unnötig“, wie Kupper anmerkte, der befand: „Wir haben uns das Leben selber schwer gemachten. Wir hatten mehr Chancen als wir erwarten konnten. Wenn wir die konsequenter nutzen, artet das am Ende nicht so in Stress aus.“

Warum seine Mannschaft, die in den ersten 45 Minuten klar den Ton angab und auch die Memminger Offensive nach der Pause schnell unter Kontrolle bekam, ausgerechnet dann ins Schwimmen geriet, als sie einen Mann mehr auf dem Platz hatte, erklärte Kupper mit nachlassender Konzentration: „Psychologisch ist so eine Überzahlsituation immer gefährlich. Mit dem Gefühl der numerischen Überlegenheit schleichen sich unbewusst Nachlässigkeiten ein. Und dann wird’s schwer. Am hoch verdienten Sieg gibt es aber dennoch keine Zweifel.“ Dass Buchbach mit dem ersten Sieg bereits endgültig in der Liga angekommen sei, wollte Kupper dann aber noch nicht hundertprozentig unterschreiben: „Da müssen wir schon noch ein paar Spiele mehr bestreiten, einige Siege mehr einfahren und auch noch viele Dinge verbessern. Wäre ja auch seltsam, wenn nach drei Spieltagen schon alles perfekt liefe.“

Quelle: fussball-vorort.de

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