Selbstzweifel statt Selbstbewusstsein

Gegen Haching II engagiert, aber glücklos: Michael Holzhammer, hier im Duell mit Tobias Killer.
+
Gegen Haching II engagiert, aber glücklos: Michael Holzhammer, hier im Duell mit Tobias Killer.

Ausgerechnet vor dem mit Spannung erwarteten Bayernliga-Derby beim BC Aichach (Samstag, 17 Uhr) steht der FC Pipinsried am Scheideweg. Selbst über das Pokal-Traumlos SpVgg Unterhaching kann sich beim FCP momentan niemand so richtig freuen.

Eigentlich ist es für den FC Pipinsried das Ligaspiel der Spiele: die Partie gegen den BC Aichach. Ausgerechnet jetzt schwächelt die Strobl-Truppe: Zwei Niederlagen in Folge, seit vier Wochen nicht mehr gewonnen: Das nagt am Selbstbewusstsein. Nach der jüngsten 1:3-Pleite gegen das U 23-Team aus Unterhaching waren beim Dorfclub gleichermaßen Ursachenanalyse und Seelenmassage angesagt.

Der Trainer und dessen Präsident führten lange Vier- Augen-Gespräche. Strobl zog sich mit seinem Co Helmut Drexler zurück, um die Probleme der letzten Wochen aufzuarbeiten. Die große Mannschaftssitzung fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit und aller FCP-Funktionäre statt, nicht einmal Höß spielte Mäuschen. Sein Trainer berichtet: „Natürlich kann man gegen so ein Hachinger Team verlieren. Doch haben wir es ihnen durch eigene Fehler leicht gemacht.“

Zum Beispiel beim Pressing. So ging zwar ein Akteur wie Serge Yohoua pflichtgemäß gegen den Ballführenden, seine Kollegen schauten aber nur zu. Statt das Spielfeld eng zu machen, habe man es geöffnet, so Strobl weiter. Ein Geschenk, dass die schnellen Nachwuchskicker des Drittligisten dankbar angenommen hat.

Zudem hätten sich einige Spieler von der anfänglichen Unsicherheit von Tormann Tobias Antoni anstecken lassen. Der fand zwar im Verlaufe der Partie zur alten Stärke zurück – seine Vorderleute konnten den Schalter aber nicht mehr umlegen.

In Aichach müsse sein Team gleich zwei Gänge höher schalten, um gegen den „Liga-Topfavoriten“ (O-Ton Strobl) eine Chance zu haben. Die Paarstädter sind inzwischen souveräner Tabellenführer – mit vier Punkten Vorsprung. Die einzige Liganiederlage – und den letzten Punktverlust – haben die Aichacher am 11. August hinnehmen müssen: ein 1:5 bei der SpVgg Unterhaching II.

Seit diesem Spiel rollt die Tormaschine der früheren Bundesliga-Goalgetters Marco Küntzel: 33 Treffer in 17 Spielen sind Bayernliga-Spitze (Süd wie Nord), nur die 17 Gegentreffer verweisen auf eine kleine Schwäche. Der Kader ist mit Profis nur gespickt. Mit Sebastian Kintzel (9 Tore) und Christian Doll (5 Tore) verfügt der BCA über den gefährlichsten Sturm, der von so ausgefuchsten Akteuren wie Mariusz Suszko (5 Tore) und Sebastian Mitterhuber (4 Tore) gefüttert wird – um nur zwei von vielen Spitzenkräften zu nennen. Und zur Not steht auch noch Küntzel selber bereit, der zum Saisonbeginn bewiesen hat, dass er mit seinen 37 Jahren noch locker in dieser Spielklasse mithalten kann. Der Mecklenburger hat vor drei Jahren fünf durchwachsene Monate als kickender Coach im Dachauer Hinterland verbracht.

Zwei weitere Ex-Pipinsrieder stehen inzwischen in Diensten des BCA: Michael Hutterer, der im Pannen-Frühjahr 2012 die rechte Außenbahn der Gelb-Blauen betreute, sowie Qendrim Beqiri, der noch zu Marcel Richters Zeiten im Dachauer Hinterland tätig war. Der jüngere Beqiri-Bruder – Qemajl kickt inzwischen beim Landesligisten SC Oberweikertshofen – hatte sich vor einigen Monaten bei Höß angedient, Strobl stellte sich allerdings quer. Vermutlich zu Recht: Denn schon jetzt hat der FCP-Coach zu kämpfen, um die Stammplatz-Ansprüche seines breiten Kaders zu moderieren.

In Aichach sollen sich Protagonisten vom letzten Sonntag „rehabilitieren“, wie der 25-Jährige erklärt: „Wenn das nicht klappt, wird es personelle Konsequenzen geben“, droht er.

Am Mittwoch wurde die nächste Runde des BFV-Totopokals, das Achtelfinale, ausgelost: Der FC Pipinsried hat dabei seinen Wunschgegner, die SpVgg Unterhaching, zugewiesen bekommen. Die Freude hält sich nach der jüngsten Pleite gegen die Haching-Youngster allerdings in Grenzen. Hinzu kommt ein organisatorisches Problem: Die Drittligisten wollen am 3. Oktober, dem vom Verband vorgesehenen Termin, nicht antreten, weil sie zwei Tage später wieder in ihrer Liga ran müssen. Alternativen sind rar. Alles deutet im Augenblick daraufhin, dass die Partie erst im nächsten Jahr über die Bühne gehen wird.

 

Quelle: fussball-vorort.de

Auch interessant

Kommentare