Ein Sieg mit bitterem Beigeschmack

Pipinsried siegt, verliert aber Ibrahim und Kubica

Tobias Strobl empfängt die Glückwünsche von Dominik Schön (links) und Arthur Kubica.
+
Tobias Strobl empfängt die Glückwünsche von Dominik Schön (links) und Arthur Kubica.

FC Pipinsried - Der FC Pipinsried ist dank eines 2:1-Erfolgs beim TSV Gersthofen in die Totopokal-Hauptrunde eingezogen. Eine schwere Verletzung von Junis Ibrahim und eine rote Karte für Arthur Kubica trüben jedoch die Freude der Gelb-Blauen beträchtlich.

VON HORST KRAMER

Tobias Strobl wehrte jeglichen Glückwunsch nach dem Schlusspfiff energisch ab. Der Spielertrainer des FC Pipinsried war trotz des 2:1 (2:1)- Sieges überhaupt nicht zufrieden. Mehr noch, er war schwer verärgert. Sein Stein des Anstoßes heißt Arthur Kubica. Denn der Mittelfeldmann war nach 50 Minuten vom Platz geflogen: Er hatte sich zu einem Revancheakt hinreißen lassen, nachdem ihm der Gersthofer Daniel Zweckbronner wieder einmal von hinten in die Füße gerutscht war. Schiedsrichter Martin Hertlein und sein Linienrichter waren Augenzeugen. Der Referee zückte sofort Rot. „So etwas darf einem nicht passieren, noch dazu in so einem Spiel“, schimpfte Strobl.

Seine Mannen lagen zu diesem Zeitpunkt mit 2:1 vorne – und die Gersthofer machten nicht den Eindruck, die Partie noch einmal drehen zu können. Tatsächlich erarbeiteten sich die Hausherren in der verbleibenden Spielzeit nur noch eine Chance (74.). „Was soll erst passieren, wenn wir es in den Bayernliga-Derbys mit dem FC Affing und dem BC Aichach zu tun bekommen?“, fragte sich der Pipinsrieder Spielertrainer. Strobl rechnet nun mit einer vierwöchigen Sperre für Kubica.

Das tut weh: FCP-Co-Trainer Helmut Drexler untersucht Junis Ibrahim nach dessen Verletzung: Alles deutet auf einen Bänderriss hin, möglicherweise ist aber auch der Knöchel betroffen.

Zumindest das Affing-Derby (28. Juli) ist für den Ex-Heimstetter gelaufen. Und nicht nur für ihn. Auch Junis Ibrahim wird länger ausfallen. Der Deutsch-Ägypter wurde in der 29. Minute vom Platz getragen – Verdacht auf Bänderriss im linken Innenknöchel. Nach einem eigentlich harmlosen Zweikampf mit Daniel Zweckbronner. Wobei man dem Gersthofer auch keine böse Absicht unterstellen konnte. Der Ausfall Ibrahims stellte eine klare Schwächung der Pipinsrieder dar. Er zählte in der ersten halben Stunde zu den Aktivposten der Gelb- Blauen – neben Zischler, dem offensiv starken Andreas Götz, Dominik Schön und dem Spielertrainer.

Für Ibrahim kam Taner Yürükgeldi. Der Türke und der überraschend aufgestellte Michael Holzhammer harmonierten indes nicht – und sind von Strobl wohl auch nicht als Sturmpartner vorgesehen. Die Hausherren waren durch einen Fernschuss in Führung gegangen (13.), der FCP hatte das Ergebnis mit zwei Freistößen (21., 32.) gedreht. Torraumszenen waren Mangelware. Und wenn es denn welche gab, resultierten sie aus Fehlern der beiden Defensivformationen.

Strobl brachte in der Schlussphase die ballsicheren Panagiotidis und Imsak. Das Ziel hieß: den Sieg über die Zeit retten. Das gelang, weil sich die Gersthofer als zu unbedarft erwiesen, um die Überzahlsituation zu nutzen. Ein möglicher Grund: Acht von 15 Spielern, die auf dem Spielberichtsbogen vermerkt sind, fallen in die U 23-Kategorie. Sechs von ihnen sind gar erst 19 Jahre alt oder jünger.

Ivan Konjevic, der Trainer der Schwaben, klagte denn auch: „Wir haben es nur mit langen Bällen versucht, das war zu wenig.“ Zu einem kleinen Lob für seine Mannschaft ließ sich sein Gegenüber Tobias Strobl am Ende doch noch hinreißen: „Immerhin haben wir in Unterzahl gewonnen. Das ist ganz gut für das Selbstbewusstsein.“

Stenogramm

FC Pipinsried: Antoni, Uselmann, Grahammer, Atilgan, Götz, Zischler, Strobl, Kubica, Schön (78. Schön), Holzhammer (71. Panagiotidis), Ibrahim (28. Yürükgeldi)

TSV Gersthofen: Brunner, Zweckbronner, Nix, Wenni, Keil, Kratzer (71. Repennig), Manno, Schnurrer (82. Lettrari), Roth, Cosar, Feil

Schiedsrichter: Markus Hertlein (Dürrwangen)

Zuschauer: 150

Gelbe Karten: Wenni, Manno, Roth – Zischler

Rote Karte: Arthur Kubica nach einer Rangelei mit Daniel Zweckbronner (50.)

Tore: 1:0 – Giuliano Manno darf aus 25 Metern abziehen, das Leder schlägt rechts oben ein. Antoni ist die Sicht versperrt (13.). 1:1 – Kopfballtorpedo von Maximilian Zischler aus 17 Metern. Dominik Schön hat einen Freistoß aus dem rechten Halbfeld in den Strafraum gezirkelt (21.). 1:2 – 25-Meter- Hammer von Tobias Strobl. Dominik Schön hat einen Freistoß quer gelegt (32.).

 

Quelle: fussball-vorort.de

Auch interessant

Kommentare