"Naturtribüne" für 5000 Fans

Spiel gegen 1860: Jede Menge Arbeit für den FC Pipinsried

Auf diesem Gegenhang des Pipinsrieder Stadions soll die Naturtribüne für 5000 Zuschauer beim Regionalligamatch gegen den TSV 1860 München im Mai 2018 entstehen. Foto: hae

Winterschlaf in Pipinsried? Von wegen, denn ein Spiel der Regionalliga Bayern wirft bereits jetzt seine Schatten voraus auf das Fußball-Dorf im Landkreis Dachau. Am 5. Mai 2018 trifft der FC Pipinsried daheim auf den TSV 1860 München – und dieses Duell sorgt weit über den Dachauer Landkreis hinaus für mächtig viel Gesprächsstoff.

Andernorts wird ein Fazit nach dem anderen gezogen, es wird analysiert und diskutiert. Die noch ausstehenden Spiele zwischen Februar und Mai vor der Weltmeisterschaft im nächsten Jahr werden schon jetzt gedanklich in Angriff genommen. Im Dachauer Hinterland wird das sogar noch getoppt, denn es steht das „Match aller Matches“ auf dem Programm – das Duell mit den Münchner Löwen. Nach den Modifikationen rund um den Pipinsrieder Rasen-Teppich bietet die Arena des FC Pipinsried Platz für rund 2.500 Fans. Für das im Mai 2018 anstehende Heimspiel gegen die Löwen und deren zahlreiche Anhänger steht also nur sehr eingeschränkt Platz zur Verfügung. Bei den Verantwortlichen in Pipinsried stellte sich deshalb die Frage: Was tun?

Das Match gegen die Löwen soll unbedingt im Dorf des Dachauer Landkreises stattfinden. Denkmodelle gab es einige, ein Wechsel ins Stadion von Fürstenfeldbruck stand im Raum, genauso die Idee, das Heimspiel im Grünwalder Stadion durchzuführen. Doch all diese Gedanken sind obsolet.

Und wie die Dinge auf dem Land halt so laufen, irgendwann kam irgendeiner auf die Idee, die Hangwiese hinter den Trainerbänken zur „Naturtribüne“ umzugestalten. Gesagt, getan. Wie vor der Saison wurde eine Kommission einberufen, die Federführung hatte einmal mehr der Bayerische Fußball-Verband (BFV). Anwesend waren zudem unter anderem Vertreter der Gemeinde Altomünster, des Landkreises Dachau, der Polizei, des BRK, sowie Vertreter der Löwen.

Das Ergebnis: Alle sind begeistert von der Idee, eine „Naturtribüne“ zu bauen. Selbst Kritiker, die vor der Saison kaum ein gutes Wort für das „Abenteuer Regionalliga“ ob all der Auflagen übrig hatten, zeigten sich angetan.

"Die Karten liegen auf dem Tisch"

„Alle waren dafür“, berichtet FCP-Boss Konrad Höß stolz. Vollzug können die Verantwortlichen in Pipinsried allerdings noch nicht melden. „Wir hatten eine gute Besprechung und Begehung der Anlage. Die Karten liegen auf dem Tisch. Das Sicherheitskonzept muss nicht geändert werden, sondern nur angepasst. Die endgültige Entscheidung der Gemeinde erwarte ich aber nicht vor Anfang Februar“, so Roland Küspert, der Pipinsrieder Gastgeber der Kommission. Küspert erläutert die mögliche Nutzung der Hangwiese: „Die Wiese soll so bleiben wie sie ist. Es soll dann das Gelände mit Hackschnitzel bedeckt werden, falls es regnet oder der Untergrund zu feucht ist. Zudem müssen die hohen Banden hinter den Trainerbänken sowie der Sichtschutz entfernt werden. Die Zuschauer werden dann auch nicht bis ganz unten an der Straße gehen, sondern etwas weiter oben bleiben – sonst sieht man einfach nichts“, so Küspert. „Wenn man in der Allianz-Arena ganz oben sitzt, ist die Entfernung zum Spielfeld mit Sicherheit größer als bei uns“, so Küspert mit einem Augenzwinkern. Die Zuschauerzahl in der FCP-Arena soll entsprechend auf 2.000 reduziert werden, die Plätze neben den Trainerbänken fallen dann weg. Auf der Naturtribüne sollen dann 5.000 Fans Platz finden, zusammen wären das also 7.000 Fans –- eine wohl einmalige Zahl von Fans im Dachauer Landkreis bei einem Fußballspiel.

Die Mehrzahl der Anhänger soll nach Möglichkeit mit Bussen anreisen. Diese Busse sollen nach den Vorstellungen der Pipinsrieder auf der dann gesperrten Straße nach Tandern stehen. Von dort aus ist der Weg zur FCP-Arena nicht weit. „Wir stehen in Kontakt zu den Verantwortlichen des TSV 1860. Es wird versucht, eine für alle brauchbare Lösung zu finden“, verrät der 2. Vorsitzende des FCP, Roland Küspert.

Probleme mit den Fans erwartet Küspert nicht, im Gegenteil: „Wir haben bei uns hier im Dachauer Hinterland einige Löwen-Fanclubs, deren Mitglieder aber auch Fans des FCP sind. Ich bin mir sicher, dass etliche Fans mit einem Pipinsrieder Schal und in einem Löwen-Trikot zu uns in die Arena kommen. Zudem hat es vor dem Hinspiel eine Art Fanverbrüderung gegeben“, erzählt Küspert entspannt.

Da noch keine Entscheidung über die Stadionerweiterung gefallen ist, sind auch entsprechend noch keine Eintrittskarten gedruckt. „Anfragen gibt es aber bereits ohne Ende“, so Höß und Küspert unisono.

Einig ist man sich wohl auch in der Gemeinde Altomünster und im Dorf Pipinsried ob der Durchführung des „Jahrhundert-Spiels“. „Einige Besitzer und Pächter von Wiesengrundstücken haben schon ihre Bereitschaft angedeutet, ihre Grundstücke für Parkmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen. Und auch der Bürgermeister der Gemeinde Altomünster, Anton Kerle, sieht dem Match mit Gelassenheit entgegen“, berichtet Küspert.

„Es wird hoch hergehen, das ist klar. Aber es ist eine genauso tolle wie einmalige Sache. Also kann man das ein Mal machen“, zitiert Küspert den Rathauschef von Altomünster. Zudem hat der BFV in Aussicht gestellt, diese Partie, wie das Hinspiel übrigens auch, im frei empfangbaren TV zu übertragen. Es ist also einiges geplant, doch das letzte Wort haben die Gremien, um dem Vorhaben „Naturtribüne zum 60-Spiel“ die Freigabe zu erteilen.

Quelle: fussball-vorort.de

Auch interessant

Meistgelesen

Schromm-Elf muss sich in der Defensive steigern
Schromm-Elf muss sich in der Defensive steigern
Schromm: "Wollten eigentlich mit gutem Gefühl raus gehen"
Schromm: "Wollten eigentlich mit gutem Gefühl raus gehen"
Wasserburg und Rosenheim: Budenzauber in der Badria-Halle
Wasserburg und Rosenheim: Budenzauber in der Badria-Halle
Garching holt Ex-Löwe Jevtic
Garching holt Ex-Löwe Jevtic

Kommentare