Spieler der Woche: Buchbachs Sandro Volz

Sandro Volz: Torhüter mit Faible fürs Toreschießen

TSV Buchbach - Der Fußball schreibt seltsame Geschichten, eine wie diese meist in den untersten Spielklassen. Dass in höheren Ligen ein Torhüter als Stürmer eingewechselt wird, ist äußerst ungewöhnlich.

Man erinnert sich an Ferdinand Oswald, der vor ziemlich genau einem Jahr sogar in der 3. Liga draußen kickte, weil der U23 des FC Bayern die Feldspieler ausgegangen waren. Aber dass ein stürmender Torhüter in Bayerns höchster Liga sogar noch zum Schützen des Siegtores wird, das hat Sandro Volz wohl ziemlich exklusiv.

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Der TSV Buchbach tut sich ziemlich schwer gegen nur noch acht Feldspieler des TSV 1860 Rosenheim, die geschickt das 1:1 verteidigen. Trainer Anton Bobenstetter will mehr Druck erzeugen, doch auf der Bank hat er nur noch einen Spieler der zweiten Mannschaft. Und eben Sandro Volz. Normal steht der im Tor, diesmal wurde er auf die wegen vieler Ausfälle dünn besetzte Bank beordert. Weil Volz, Insidern ist das bekannt, auch ein toller Feldspieler ist. Als Bobenstetter fragt, wer nun das Tor machen würde, zögert Volz keine Sekunde: „Trainer, ich mach das.“

Es läuft die 69. Minute. Volz kommt. Und steht goldrichtig, als nur drei Minuten später ein Schuss von Thomas Hamberger nach vorne abgewehrt wird. Volz überlegt nicht lange, nimmt den Abpraller direkt und drischt ihn vehement in die Maschen. Und dann geht sie los, die wilde Jagd. Vorneweg Sandro Volz, dahinter die Kollegen. Er wird eingefangen, zu Boden gerissen, alle werfen sich auf ihn. Und das Stadion tobt. Sandro Volz, der etatmäßige Keeper, hat das Derby entschieden. Und dann muss der 23-Jährige erzählen.

Dass er in der D-Jugend beim FC Deisenhofen ein halbes Jahr Feldspieler gewesen ist, dann aber bei der SpVgg Unterhaching seine Zukunft im Tor gesehen hat. In Pullach, seiner nächsten Station, hat er schon mal eine Halbzeit Stürmer gespielt,vor einem Jahr ist er nach Buchbach gekommen. Spätestens jetzt weiß man dort, dass man mit Sandro Volz nicht nur einen starken Torhüter, sondern auch einen treffsicheren Schützen hat. Immer wieder hatte er auf der Fahrt von München nach Buchbach seinen Mitspielern Schmalhofer, Denk, Faber und Petrovic, mit denen er eine Fahrgemeinschaft bildet, in den Ohren gelegen, wie gerne er mal im Sturm spielen und wie viele Tore er dann schießen würde. Man hat ihn belächelt. Jetzt lacht keiner mehr.

Auf der Amateurfußball-Seite im Hauptsport des Münchner Merkur präsentieren wir jeden Mittwoch den Kopf der Woche. Dort lest Ihr spannende Geschichten rund um den Lokalfußball. Autoren sind Reinhard Hübner und Matthias Horner.

Quelle: fussball-vorort.de

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