Sportpark

Bakterien-Alarm in Unterhaching!

Dusch-Container am Stadion: Wegen eines Bakterien-Befunds sind die regulären Duschen gesperrt. Foto: Martin Becker

Unterhaching - Alarm in Unterhaching! Wegen Bakterien in den Sanitäranlagen des Stadions müssen die Spieler der SpVgg zum Duschen ausweichen - für die Gemeinde "nicht ungewöhnlich".

Simon Hötzl, Pressesprecher der Gemeinde Unterhaching, tut so, als sei die Sache das Normalste auf der Welt. „Das ist nicht ungewöhnlich“, erklärt er. „Wenn an einer Stelle etwas defekt ist, federn wir das woanders ab. In unseren Sportanlagen haben wir genügend funktionstüchtige Duschen.“

Naja, die im Fußballstadion zählen jedenfalls nicht dazu. Bei der Routine-Untersuchung der kommunalen Abteilung Gebäudemanagement im Kabinentrakt seien vor dreieinhalb Wochen „Auffälligkeiten“ festgestellt worden, so Hötzl. Gefährliche Bakterien im Duschwasser, möglicherweise sogar Legionellen? Noch weiß niemand Genaues, denn die Wasserproben-Analyse eines Fachlabors wird erst in den nächsten Tagen vorliegen. Sicherheitshalber hat die Gemeinde die 40 Stadion-Duschen aber sofort gesperrt. Und, weil sich dort außer den Profi-Kickern auch unzählige Jugendliche vom Trainingsschweiß reinigen, sind zwei graue Container mit insgesamt zehn Duschkabinen aufgestellt worden.

Allzu einladend wirken diese Container allerdings nicht. Das triste Ambiente auf dem Parkplatz neben dem Stadion mit schief hingeschmissenen Holzpaletten von dem Container-Eingang erinnert eher an eine Müllhalde als an eine Sanitäranlage. Wohl auch deshalb ist bei Drittligaspielen im Sportpark für die Gäste-Teams von Borussia Dortmund II und Kickers Offenbach eine appetitlichere Alternative organisiert worden: Mit dem Bus wurden die Fußballprofis zum Duschen in die Generali-Sportarena gefahren. Weiße Kacheln mit Umkleidekabinen daneben statt Baustellen-Atmosphäre.

Immerhin, die „Interims-Maßnahme“, wie Hötzl die beiden Dusch-Container nennt, soll möglicherweise schon bis Samstag - zum Heimspiel der Hachinger Elf gegen Rot-Weiß Erfurt - der Normalität weichen. Sofern das mit Spannung erwartete Ergebnis der Wasser-Analyse dies erlaubt. Dabei hofft die Gemeinde, dass ihr erster Versuch, Bakterien zu eliminieren, funktioniert hat: Die Wasserleitungen sind mit auf über 70 Grad erhitztem Wasser gespült worden. „Rohre spülen ist nie verkehrt“, glaubt Hötzl.

Und wenn die Heißwasser-Spülung nichts gebracht haben sollte? Hötzl räumt „einen gewissen Sanierungsbedarf im Sportpark“ ein. Die Frage ist, ob und wann eine Sanierung erfolgt. „Das werden die Haushaltsberatungen ergeben“, so Hötzl. „Wir bauen für 28 Millionen Euro eine neue Schule, investieren die Kinderbetreuung - manchmal liegen die Prioritäten eben etwas anders.“

Das sieht Manfred Schwabl, Präsident der unmittelbar betroffenen SpVgg Unterhaching, auf seine Weise anders. Marode Duschen, Bakterien im Wasser? „Dafür habe ich keinen Platz in meinem Kopf. Ich muss mich um sportliche Dinge kümmern“, betont Schwabl. Trotzdem ist er guter Dinge, dass bald wieder sauberes Wasser fließt: „Dafür tut die Gemeinde alles. Die können halt auch nicht zaubern.“

Martin Becker

Quelle: fussball-vorort.de

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