SpVgg droht der Ausverkauf

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Ungewisse Zukunft: Mit wem darf das Hachinger Trainerduo Claus Schromm (r.) und Manuel Baum weiterarbeiten und wer wechselt vielleicht schon in der Winterpause? Foto: Robert Brouczek

Unterhaching - Die Hälfte der Saison in der Dritten Liga ist gespielt, die SpVgg Unterhaching thront zur Halbzeit auf dem vierten Platz. Doch in die Zufriedenheit mischt sich auch Sorge um möglichen personellen Aderlass.

von Christian Amberg

Hachings Himmelsstürmer haben Begehrlichkeiten geweckt. „Für drei bis vier Spieler gibt es konkrete Anfragen“, gab Teamchef Manuel Baum nach dem Sieg im abschließenden Vorrunden-Match, dem dramatischen 4:3-Sieg gegen den Chemnitzer FC, am Freitag zu. „Damit müssen wir uns jetzt natürlich beschäftigen.“ Klar dürfte sein, dass wohl jedes Angebot eines Konkurrenten finanziell lukrativer ist als die SpVgg dagegenhalten könnte. Also ist realistisch damit zu rechnen, dass der Kader schon in der Winterpause sein Gesicht ändern wird.

Weil dagegen aber null Spielraum für eigene starke Neuverpflichtungen besteht, wird von unten mit Jugend- und Perspektivspielern aufgefüllt. „Aber wir haben einige Verstärkungen schon für die neue Saison im Auge“, sagt Baum, „wenn Platz im Kader wäre, könnte man diese Transfers eventuell vorziehen.“

Um wen es geht, darum machen die Verantwortlichen wie üblich ein Geheimnis. Es ist aber keines, dass etwa Stürmer Florian Niederlechner (22) nachhaltig auf sich aufmerksam gemacht hat. Nicht nur sein Hattrick gegen Chemnitz am Freitag trug dazu bei, dass sich der Ex-Ismaninger zu einem der Aufsteiger der Saison entwickelt hat. Mit sechs Toren führt Niederlechner nun zusammen mit Mittelfeldspieler Stephan Thee die interne Torschützenliste an und hat damit seinen Auftrag ausgeführt: „Ich soll als Stürmer Tore schießen, das habe ich gemacht. Dass es gleich drei in einem Spiel wurden, ist natürlich das Schönste, was einem Stürmer passieren kann.“ Und jeder Treffer ist mittlerweile eine Bewerbung - auch für Thee gilt das wohl. Der mit 24 Jahren älteste Hachinger Feldspieler ist ein anderer, für den Anfragen ins Haus geflattert sind, ebenso wohl für Torhüter Stefan Riederer.

Wenn die SpVgg mit Abgängen in der Winterpause zurechtkommen muss und damit einen Teil ihres gerade erst errichteten Gerüstes verliert, wird man in Unterhaching dennoch nicht in Panik verfallen. „Das ist eben unser Los“, sagt Baum, „wir haben den Weggang von Sascha Bigalke ja auch kompensiert. Dass uns Spieler weggekauft werden, wird immer wieder passieren - und ist ja auch eine Bestätigung, dass wir hier gute Arbeit leisten.“

Ob sich Abgänge auf den sportlichen Erfolg auswirken würden, bleibt ohnehin abzuwarten. Aber durch die sensationelle Vorrunde ist das Polster so riesig, dass man sich sowieso keine Sorgen um den Klassenerhalt mehr machen muss. Zehn Siege, fünf Unentschieden, vier Niederlagen und der vierte Platz, der am Ende die Qualifikation für den DFB-Pokal bedeuten würde, sind die aktuelle Momentaufnahme.

Zudem haben die Hachinger die meisten Tore erzielt (33). „Ein großes Kompliment an die Mannschaft“, sagte Manuel Baum nach dem Husarenritt zum 4:3 gegen Chemnitz, „keiner hat damit gerechnet, dass wir nach 19 Spielen 35 Punkte haben werden. Auch wenn das Spiel gezeigt hat, dass wir noch viel zu arbeiten haben.“

Mit welchem Personal auch immer.

Quelle: fussball-vorort.de

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