SpVgg-Fans trotz Klassenerhalt sauer

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Im letzten Heimspiel alles klar gemacht. Die SpVgg bejubelt den Klassenerhalt. Am Mittwoch geht’s im Pokal weiter.

Teil eins der drei Mammutaufgaben ist erfüllt – fehlen noch das Erreichen des DFB-Pokal und die Lizenz. Die SpVgg Unterhaching hat durch einen klaren 4:0-Sieg im Derby gegen Wacker Burghausen den Klassenerhalt in der Dritten Liga geschafft.

VON CHRISTIAN AMBERG

Die Fans machten nach dem letzten Heimspiel ihrem Unmut über das Präsidium laustark Luft.„Kupka raus“ war da noch das Harmloseste, was nach dem Abpfiff gleich von zwei Tribünen zu hören war. Präsident Engelbert Kupka stellte sich selbst den wütenden Fans, diskutierte am Zaun vor der Südtribüne mit dem Anhang. Drüber thronten Plakate: „Die, die bleiben sollten“ zeigten die Konterfeis der Spieler Patrick Ziegler, Sascha Bigalke und Mijo Tunjic. „Die, die gehen sollten“ waren Kupka, Schatzmeister Anton Schrobenhauser und Vize Can Cobanoglu. Dazu: „Danke Vorstand für nichts!“

Die hochsommerlichen Temperaturen liegen ihm: Abdenour Amachaibou erzielte zwei Tore.

Während sich die Chefetage der SpVgg im Laufe der letzten Jahre sämtlichen Kredit verspielt zu haben scheint, feierten die Fans dafür die junge Mannschaft, die mit einem der besten Saisonspiele das Saisonziel Klassenerhalt unter Dach und Fach gebracht hatte. Von der ersten Minute ließen die Hachinger dem oberbayerischen Kontrahenten keine Chance, der kam in der 81. Minute zur ersten und einzigen Torchance – obwohl Wacker noch Chancen auf Relegationsplatz drei hatte und auch den wichtigen vierten Platz noch hätte erreichen können, der zur Qualifikation für die erste Pokalrunde reicht.

Am sonnigen Samstag Nachmittag allerdings spielte nur eine Mannschaft drittligatauglich. Die SpVgg hätte schon in den ersten 17 Minuten bei fünf Großchancen in Führung gehen können. In der 18. Minute eröffnete Abdenour Amachaibou dann endlich den Torreigen nach tollem und uneigennützigen Zuspiel von Bigalke. Zwei Hachinger im Zusammenspiel, die man wohl kommende Saison nicht mehr im rot-blauen Trikot sehen wird. Nachdem Bigalke und Yannick Thiel zwei weitere Gelegenheiten ausgelassen hatten, erhöhte Burghausen mit einem Eigentor von Aupperle selbst auf 2:0.

Im zweiten Durchgang schalteten die Gastgeber einen Gang zurück, feierten mit der nächsten Torchance in der 61. Minute aber gleich das 3:0. Diesmal traf Tunjic im Nachsetzen. Der Holländer war neben Ziegler vor der Partie mit einem Blumenstrauß schon offiziell verabschiedet worden. Das 4:0 legte erneut Amachaibou nach (70.), die Vorarbeit hatte Florian Niederlechner mit dem ersten Ballkontakt nach seiner Einwechslung geleistet. Es hätte sogar noch der fünfte Treffer folgen können, wenn Ömer Kanca kurz vor Schluss etwas abgeklärter gewesen wäre, er schoss nur ans Außennetz.

„Diesen Sieg haben wir uns durch viel Laufarbeit erarbeitet“, sagte Stephan Thee. Auch einer der Akteure, die vor einer ungewissen Zukunft stehen. „Wir haben mit dem Klassenerhalt den Grundstein gelegt, jetzt ist die Vorstandschaft gefordert“, so der Mittelfeldspieler mit Blick auf einen neuen Vertrag. „Gute Spiele haben wir schon viele gemacht, aber heute haben wir auch die Chancen genutzt“, resümierte Tunjic. „Ich denke, es gibt nichts Schöneres als zu Hause den Klassenerhalt zu feiern“, meinte Yannick Thiel, dem ein Wechsel zum FC Bayern II nachgesagt wird. „Wir haben auch nicht nach Oberhausen geschaut, sondern wollten unsere Leistung bringen.“

Dort leistete der Tabellen-18. Schützenhilfe, die gar nicht nötig gewesen wäre. Durch das 1:2 gegen Regensburg steht das Team von Mario Basler als dritter Absteiger fest.

„Total erleichtert“ war Cheftrainer Heiko Herrlich, „wir haben mit einem deutlichen Sieg den entscheidenden Schritt gemacht. Das Ergebnis geht auch in dieser Höhe in Ordnung. Das war eine sehr gute Leistung, man hat den absoluten Siegeswillen von Anfang an erkannt.“ Mit einem Augenzwinkern sandte er zudem Grüße an die Säbener Straße zu Werner Kern, dem Jugendleiter des FC Bayern. „Er hat vor der Saison gesagt: Wenn Haching mit dieser Mannschaft die Klasse hält, hat der FC Bayern seit 20 Jahren alles falsch gemacht...“

Quelle: fussball-vorort.de

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