SpVgg Unterhaching von großer Kulisse unbeeindruckt

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Jubel über den Ausgleich: Hachings Marius Duhnke erzielt in Leipzig das Tor zum 2:2-Endstand.

SpVgg Unterhaching - Das 2:2 (1:1) bei RasenBallsport Leipzig werten die Verantwortlichen der SpVgg Unterhaching als Beleg für weitere Fortschritte im Reifungsprozess.

 Es war eine beeindruckende Kulisse: 13.894 Zuschauer, darunter etwa 60 SpVgg-Fans waren in die Red-Bull-Arena gekommen, jenes Stadion, das 2006, damals noch nicht nach dem österreichischen Hauptsponsor der Sachsen benannt, als WM-Austragungsstätte diente. Genauso beeindruckend aber war es zu sehen, wie unbeeindruckt die Hachinger auf diese Atmosphäre reagierten. Sie glichen zweimal einen Rückstand aus und entführten einen Punkt, den Teamchef Manuel Baum als „hochverdient“ bezeichnete.

 

„Es war eine sehr imposante Kulisse, aber die Jungs waren sehr gut eingestellt“, lobte Baum die Mannschaft. Zwar erwischte der heimstarke Aufstiegsaspirant den besseren Start mit Chancen durch Daniel Frahn, der knapp vorbei zielte, und Henrik Ernst, dessen Schuss Korbinian Müller mit den Fäusten entschärfte (5.), doch auch die SpVgg sorgte durch Andreas Voglsammer (9.) und einen Freistoß von Maximilian Welzmüller für Gefahr (12.).

 

Nach dem stürmischen Beginn wurde es etwas ruhiger auf dem Rasen. Haching hatte die die gegnerische Offensive im Griff, griff seinerseits aber nicht zwingend genug an. „In den ersten 15 bis 20 Minuten hatte Leipzig ein Übergewicht, aber danach hatten wir 15 gefühlte Konterchancen, die wir nicht ausgespielt haben oder bei denen Abseits gegeben wurde“, so Baum.

 

Und dann gingen die Hausherren durch Dominik Kaiser wie aus heiterem Himmel in Führung (32.), nachdem ihnen endlich eine gute Kombination gelungen war. Eine Schockwirkung auf die jungen Hachinger hatte der Treffer aber nicht. Fabian Götze jagte den Ball schon zwei Minuten später zum Ausgleich in die Maschen (34.). Glück hatte die SpVgg allerdings, dass Frahn kurz vor dem Wechsel freistehend drüber schoss (40.).

 

Im zweiten Durchgang wirkten die Hachinger noch souveräner. Hinten ließen sie nichts zu, vorne hatten sie durch den zur Pause für Janik Haberer gekommenen Marius Duhnke eine Riesenchance: Doch dieser zielte nach schöner Vorarbeit von Thomas Steinherr aus kurzer Distanz daneben (50.). In der 71. Minute dann die vermeintliche Hachinger Führung, die zu diesem Zeitpunkt völlig verdient gewesen wäre: Nach einer Götze-Ecke sprang der Ball von einem der hochgeschraubten Köpfe ins Tor, doch Schiedsrichter Christian Bandurski (Oberhausen) hatte ein Offensivfoul ausgemacht. „Eine Blocksituation, wie sie in einem von hundert Fällen abgepfiffen wird“, war Baum damit überhaupt nicht einverstanden.

 

Und es kam noch schlimmer für seine Mannschaft, die für einen ihrer seltenen Fehler durch Carsten Kamlotts 2:1 bestraft wurde (75.): „Da sind wir nach einer eigenen Ecke in einen Konter gelaufen“, ärgerte sich Baum. Aber auch diesmal ließen sich die Hachinger nicht aus dem Konzept bringen und glichen durch Duhnke nach überlegter Vorarbeit von Marius Willsch abermals aus (84.). „Wir haben vor dem Spiel gesagt, egal, wie der Verlauf ist: Wir behalten unsere Spielstruktur zumindest bis fünf Minuten vor Schluss. Daran hat sich die Mannschaft gehalten“, freute sich Baum. Kurz danach war Voglsammer nach einem Pressball noch einmal frei durch, wurde aber zurückgepfiffen. „Ich weiß nicht warum“, wunderte sich Baum auch über diese Entscheidung.

 

Trotzdem herrschte im Hachinger Lager am Ende höchste Zufriedenheit. „In so einer Atmosphäre so ein Spiel aufzuziehen: Hut ab! Ich bin komplett stolz auf die Truppe“, schwärmte SpVgg-Präsident Manfred Schwabl. „Von der Spielweise her war das, bis auf ein paar jugendliche Leichtsinnsfehler, wie beim 2:1 für Leipzig, eine reife Leistung.“

 

Auch Cheftrainer Claus Schromm hob die Abgebrühtheit seiner jungen Mannschaft hervor: „Vor so einer Kulisse zu bestehen, das war wieder ein Schritt im Reifeprozess. Die Mannschaft hat die Situation angenommen, ist nicht ängstlich reingegangen. Aber das sind ja auch die Situationen, für die wir trainieren: In solchen Stadien, vor so einer Kulisse, in so einer Atmosphäre zu spielen.“

 

Für Baum war die Vorstellung auch ein geglückter Charaktertest der gesamten Mannschaft: „Man kann keinen hervorheben. Dass wir gegen einen Gegner mit solchen wirtschaftlichen Möglichkeiten so aufgetreten sind, zeigt: Wir haben von den Persönlichkeiten her überdurchschnittliches Zweitliganiveau. Man sieht, dass das auch viel wert ist.“

 

Quelle: fussball-vorort.de

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