Spielertrainer glänzt

Strobl lenkt FCP auf die Siegerstraße

Pipinsrieder Edeltechniker bei der Feinjustierung (von links): Chef Tobias Strobl, Dominik Schön, Arthur Kubica und Junis Ibrahim versuchen eine Einigung darüber zu erzielen, wie ein Freistoß in Richtung Affinger Tor getreten werden muss – vergebens. Der Kollege von der Fraktion der Kraftmeier, Michael Holzhammer, zeigt später, wie es einfacher geht. Er wuchtet die Kugel einfach aus 20 Metern zum 1:1 in die Maschen. foto: horst kramer

FC Pipinsried - Vor dem Totopokalmatch kochten die Emotionen bei Affing und Pipinsried hoch. Konrad Höß hatte dem „Erzrivalen“ die Qualifikation für die Bayernliga abgesprochen. FCA-Trainer Stefan Tutschka keilte medial zurück. Doch es galt: Die Wahrheit liegt auf dem Platz. 3:1 gewann der FCP.

Auf dem Wimbledon-würdigen Pipinsrieder Rasen dominierte eindeutig der Klub aus dem Dachauer Hinterland. Dessen 3:1 (1:1)-Sieg war mehr als gerechtfertigt; Affing hätte sich auch über einen vierten oder fünften Treffer nicht beschweren können.

Dabei hatte die Partie aus Pipinsrieder Sicht desaströs begonnen. In den ersten Minuten kamen die Gelb-Blauen überhaupt nicht ins Spiel. Linksfuß Abdu Al-Jajeh schlug einen Freistoß von der rechten Affinger Angriffsseite scharf vor den Kasten von Tobias Antoni. Eine Sekunde später zappelte das Leder im Netz (0:1, 9.).

Panik in Pipinsried? Von wegen. Michael Holzhammer sorgte für die umgehende Antwort (1:1, 16.). Schon vor der Pause hätte die Truppe um Spielertrainer Tobias Strobl in Führung gehen können, ja müssen. Holzhammer- und Atilgan-Kopfbälle fanden ihren Weg nicht ins Ziel (21., 27.). Die größte Chance hatte indes der junge Trainer selber, als er nach einer Kombination mit Qemajl Beqiri allein auf FCA-Keeper Markus Gail zumarschierte, doch sich nur zu einem Innenristschieber aufraffen konnte (39.).

Es war Strobls Heimpremiere – und natürlich war er anfänglich nervös. Noch dazu bei einem so emotionsgeladenen Spiel. Doch mit der Zeit fing er sich, strahlte immer mehr Ruhe aus und wirkte als zuverlässiger Taktgeber seiner Elf. Zur Erinnerung: Der Mann ist gerade einmal 24 Jahre alt. Nun fungiert er als Leader von so erfahrenen Recken wie dem 30-jährigen Erkan Atilgan, der schon für Wehen-Wiesbaden und 1860 Rosenheim in der Regionalliga kickte. Oder dem hoch talentierten Dominik Schön, der sich mit Strobls Vorvorgänger Schäfer überworfen hatte. „Die Spieler hängen an Strobl, sie respektieren ihn“, so Höß.

„Die Spieler hängen an Strobl, sie respektieren ihn“

Nach dem Seitenwechsel machten die FCP-Mannen mit zwei Strafstoß-Treffern von Beqiri ruckzuck alles klar (2:1, 47. und 3:1, 50.). Die Gäste versuchten zwar, sich nochmals aufzubäumen. Vergebens. Stattdessen lagen weitere Tore der Gastgeber in der Luft, zum Beispiel durch Arthur Kubica (66.).

Hinterher war der Pipinsrieder Boss sehr zufrieden mit dem Auftreten seiner Mannschaft. Aber Höß wäre nicht Höß, wenn er nicht doch noch einen Anlass zur Kritik gefunden hätte: „Wenn man sieht, wie einfach uns heute der Sieg gegen den Bayernligisten Affing gefallen ist, kann man sich nur ärgern, wie leichtfertig wir vor ein paar Wochen den Aufstieg vergeben haben.“

Möglicherweise wird sich der Dorfclub-Lenker am Samstag gleich nochmals über die vermaledeite Frühjahrsrunde seiner Mannen aufregen. Denn in der ersten regulären Totopokalrunde treffen die FCP-Kicker um 17 Uhr auf einen anderen alten Bekannten: den FC Gundelfingen. Ende Mai warfen die Donau-Schwaben bekanntlich den Hinterland-Klub aus der Bayernliga-Relegation. Nichtsdestotrotz wird der FC Pipinsried am Freitag Abend um 19 Uhr beim TSV Altomünster zu dessen 100-jährigem Jubiläum antreten. Nur mit dem Top-Six-Cup in Tandern am Wochenende sieht es schlecht aus. „Zwei Spiele und ein zweitägiges Turnier in drei Tragen, das schaffen wir einfach nicht“, bittet Höß die Fußballfans um Verständnis.

FC Pipinsried: Antoni, Finkenzeller, Sandner, Adrianowytsch, Atilgan, Strobl, Kubica, Ibrahim (64. Ernesto), Beqiri, Schön (75. Uselmann), Holzhammer (83. Sulimani).

FC Affing: Gail, Söllner, Thiel, Brunner, Al-Jajeh, Fiedler (46. Nießeler), Jorsch, Surauer (63. Kefer), Weber (63. Bauer), Vogel, Lemmer. Schiedsrichter: Lothar Ostheimer (Sulzberg).

Zuschauer: 270

Tore:

0:1 (9.) – Für Abdu Al-Jajehs Freistoß fühlt sich keiner in der Pipinsrieder Abwehr richtig zuständig. Die Kugel segelt durch den Strafraum zu Alex Weber. Er kann das Leder über die Linie stochern.

1:1 (16.) – 20-Meter-Gewaltschuss von Michael Holzhammer fliegt auf das Affinger Gehäuse zu – und schlägt prompt links im Eck eins.

2:1 (47.) – Qemajl Beqiri verwandelt einen Foulelfmeter. Zuvor hatte Affings Daniel Söllner Dominik Schön von den Füßen geholt.

3:1 (50.) – Erneut ein Strafstoßtreffer von Beqiri. Diesmal war es Alex Thiel, der gegen Arthur Kubica die Notbremse gezogen hatte.

von Horst Kramer

Quelle: fussball-vorort.de

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