Thiel rettet Burghausen

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Die Elf von Georgi Donkov holte noch ein 2:2. Foto: getty

Burghausen - Spannend war es bis zur letzten Minute beim Aufeinandertreffen des SV Wacker gegen den Meisternachwuchs aus Dortmund. Am Ende belohnte Thiel (84.) mit dem 2:2-Ausgleichstreffer seine Mannschaft für eine kämpferische Leistung.

Die 2150 Zuschauer in der Wacker-Arena sahen bereits in der vierten Minute die Führung für die Gäste durch Erik Durm. Das zwischenzeitliche 1:1 erzielte Heiko Schwarz (17.), ehe noch vor der Pause die effektiven Dortmunder, diesmal in Person von Jonas Hofmann (32.), erneut zuschlugen.

Damit heute überhaupt gespielt werden konnte, war am frühen Morgen erst noch Muskelkraft gefragt. Gut 25 Helfer folgten dem Aufruf des SVW und wirkten tatkräftig mit, den schneebedeckten Rasen freizuschaufeln, was auch dem Gästetrainer nicht verborgen blieb. „Man kann nur Respekt dafür zollen, dass wir heute trotz dem winterlichen Wetter beste Rahmenbedingungen vorgefunden haben“, lobte BVB-Coach David Wagner den Burghauser Rasen. Dieses Lob wollen wir an dieser Stelle natürlich weitergeben und bedanken uns ebenfalls recht herzlich bei allen Freiwilligen. Ohne eure Mithilfe hätte das Spiel heute niemals stattfinden können! Aber nicht nur die Fans ließen sich nicht lumpen, nein, auch einige Spieler, die heute nicht im Kader standen, halfen tatkräftig mit. Michael Schick und Kevin Freiberger nahmen beispielsweise die Schaufel in die Hand und bewiesen Mannschaftsgeist. Gemeinsam gelang es optimale Bedingungen zu schaffen.

Nun aber zum Sportlichen. Georgi Donkov verhalf heute drei Spielern zum Startelf-Debüt in dieser Saison. Maurice Müller durfte sich von Beginn an im Mittelfeld beweisen. Genauso gestaltete es sich bei Tobias Schröck, der erst während der Winterpause von der U23 in den Profikader aufgerückt war. Der 20-Jährige agierte neben Marco Holz auf der 6er-Position und feierte eine gelungene Premiere. Ebenso gelungen war das Comeback von Christoph Burkhard, der nach siebenmonatiger Verletzungspause endlich wieder auflaufen konnte.

Zum Auftakt in das neue Fußballjahr legten die Burghauser gleich gut los. Erst drei Minuten waren gespielt, als die erste hochkarätige Chance herausgespielt wurde. Tobi Schröck bediente Maurice Müller, der von der rechten Außenbahn in den BVB-Strafraum reinziehen konnte. Uneigennützig wollte er anschließend auf Luz ablegen, obwohl er es sicherlich auch selbst hätte probieren können. Die Hereingabe vereitelte das gestreckte Bein eines Dortmunder Abwehrspielers. Auch der Nachschuss von Müller fand sein nicht Ziel.

Praktisch im Gegenzug dann die frühe Führung für die Gäste. Nach einer Ecke konnte der SVW nicht entscheidend klären. Omodiagbe köpfte aus dem Gewühl heraus vor die Füße von Durm, der aus 20 Metern die Kugel im rechten Eck versenkte. Vollath war bei dem platzierten Schuss machtlos (4.).

Den eisigen Temperaturen zum Trotz ließen sich die Burghauser vom Gegentreffer nicht aus der Bahn werfen. Über frühes Pressing wollte man den Gegner zu Fehlern im Spielaufbau zwingen, was beim 1:1-Ausgleichstreffer in der 18. Minute auch eindrucksvoll gelang. Im Mittelfeld wurde der Ball erkämpft und sofort umgeschaltet. Nach einem Doppelpass zwischen Müller und Mokhtari schickte ersterer Heiko Schwarz mit einem schönen Pass auf die Reise. Diese Chance ließ sich der gebürtige Cottbusser nicht entgehen und schob überlegt an Torhüter Alomerovic vorbei ein. Der dritte Saisontreffer des Mittelfeldspielers.

Danach fand die Partie meist im Mittelfeld statt. Der SVW stand sicher und hatte scheinbar alles im Griff, ehe eine kleine Unaufmerksamkeit zum erneuten Rückstand führte. Wacker spielte vergeblich auf Abseits und der Pass in die Spitze fand Jonas Hofmann, der freistehend vor Vollath die Kugel versenkte (32.).

Bis zur Halbzeit legten die Jungs von Georgi Donkov noch einmal nach, um noch vor der Pause erneut ausgleichen zu können. Phasenweise wurde gut kombiniert, doch zu gefährlichen Torabschlüssen kamen die Burghauser leider nicht mehr. Auf der Gegenseite präsentierte sich die Abwehrreihe um Josef Cinar hellwach, sodass es beim Stand von 1:2 in die Kabine ging. Ein zu dem Zeitpunkt ärgerliches Ergebnis, da die Gäste aus zwei Gelegenheiten zwei Tore machten.

Nach dem Seitenwechsel brauchte die Wacker-Elf Zeit, um die spielerische Linie wiederzufinden. Aber auch die Gäste brannten kein Offensivfeuerwerk ab. Einzig bei der Gelegenheit von Benatelli in der 55. Minute wackelte der SVW. Durm brachte eine scharfe Hereingabe vor das Burghauser Tor, welche Ronald Schmidt vereiteln wollte. Der Routinier brachte so Benatelli ins Spiel, der aus spitzem Winkel zum Glück der Salzachstädter nur den Pfosten traf.

Danach stellte Donkov um und brachte mit Senesie und Thiel frischen Wind in die Partie, was dem Spiel sichtlich gut tat. Alle legten sich nochmal ins Zeug und wollten unbedingt den erneuten Ausgleich erzwingen. Für diesen fehlten in der 76. Minute nur Zentimeter, als Maxi Thiel vom linken Strafraumeck aus abzog und den Schuss nur knapp neben den langen Pfosten setzte. Im Gegenzug stand mit Christian Knappmann ein alter Bekannter im Fokus. Nachdem der Ball zweimal abgefälscht wurde, landete der Ball beim Stürmer, der jedoch aus aussichtsreicher Position verzog.

Diese Schrecksekunde war aber nochmal so etwas wie ein Hallo-Wach-Effekt für die Schwarz-Weißen. Mit letzter Kraft stemmten sie sich gegen die drohende Niederlage. Und „für den tadellosen Einsatz“, so wie Georgi Donkov später anmerken sollte, belohnten sich die Burghauser. Nach einer Ecke von Schwarz verlängerte Tobias Schröck den Ball gedankenschnell mit der Hacke und brachte so Maxi Thiel ins Spiel. Dieser fackelte nicht lange und drosch den Ball mit aller Gewalt aus gut zehn Metern zur Freude des SVW-Anhangs ins Gehäuse (6. Saisontreffer).

Bei diesem Spielstand blieb es dann auch. In letzter Sekunde probierte es zwar auch noch Marco Holz aus der Distanz, doch mit dem Siegtreffer sollte es nichts mehr werden. Im Trubel der Schlussphase wurde Donkov von Marcel Unger noch auf die Tribüne geschickt. Trotz alledem stand am Ende ein Punktgewinn, mit dem man heute sicherlich gut leben kann.

Dies empfand auch Georgi Donkov bei der anschließenden Pressekonferenz so. „Mit dem Ergebnis bin ich heute zufrieden. Wir haben sehr gut angefangen, doch leider haben wir das Tor nicht gemacht.“ Daraufhin seien seine Jungs „kalt erwischt“ worden, was er aber auch bemängelte. „Da haben wir nicht gut genug aufgepasst.“ Seine Mannschaft habe dann in der zweiten Hälfte lange nach der spielerischen Linie gesucht, doch durch ihre große Moral den Punktgewinn durchaus verdient. „Die Spieler wollten unbedingt den Ausgleich machen, dafür haben sie sich dann auch belohnt“, lobte der Übungsleiter seine Spieler. Mental sei es heute eine sehr schwere Partie gewesen.

Quelle: fussball-vorort.de

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