Höß fassungslos und reagiert

Schreiner suspendiert und mit Geldstrafe belegt

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Thomas Schreiner erlaubte sich eine verbale Schiedsrichter-Entgleisung und muss nun erstmal von draußen zusehen.

FC Pipinsried - Es war ein Landkreis-Derby, wie man es so noch nie gesehen hat. Über 500 Zuschauer sprengten fast das Stadion an der Jahnstraße. Dazu ein Ergebnis, das an eine Sensation grenzt. Und eine harte Personalie: Konrad Höß suspendiert Thomas Schreiner.

von Horst Kramer

Matthias Kovacs, der Schütze des entscheidenden Treffers, war nach Spielschluss immer noch euphorisiert: „Wir hätten nie gedacht, dass wir gegen Pipinsried gewinnen könnten. Einfach genial! Und das ausgerechnet mir das Tor gelingt, ist nur noch geil.“ Seine Kameraden hätten ihn nach seinem Treffer fast erdrückt, so hoch war die Männer-Traube über dem jungen Innenverteidiger angewachsen.

Auch nach dem Abpfiff tanzten die Dachauer über den Rasen wie zuletzt nach dem entscheidenden Relegationsspiel gegen den FC Gerolfing im Mai. Marcel Richter behielt trotz aller Freude immer noch einen kühlen Kopf: „An unserem Sieg kann man sehen, was mit Einsatz und Kampfeswillen alles möglich ist. Bei uns standen immerhin acht Jungs auf dem Platz, die noch nie höher als Bezirksliga gespielt haben.“

Matthias Kovacs Matchwinner

Matthias Kovacs Matchwinner
Matthias Kovacs Matchwinner © H. Kramer
Matthias Kovacs Matchwinner
Matthias Kovacs Matchwinner © H. Kramer
Matthias Kovacs Matchwinner
Matthias Kovacs Matchwinner © H. Kramer
Matthias Kovacs Matchwinner
Matthias Kovacs Matchwinner © H. Kramer
Matthias Kovacs Matchwinner
Matthias Kovacs Matchwinner © H. Kramer
Matthias Kovacs Matchwinner
Matthias Kovacs Matchwinner © H. Kramer

Die Dachauer hatten sich mit zwei Abwehrriegeln hinter der Mittellinie aufgebaut und das Spielfeld auf eine Länge von 20 Metern verkleinert. So wurde es selbst für die Pipinsrieder Edeltechniker wie Arthur Kubica, Qemajl Beqiri oder Zauberfuß Fernando Ernesto schwierig sich durchzusetzen. Denn es ging nie Eins gegen Eins, sondern immer Eins gegen Zwei oder gar Drei. Dabei taten sich auf Dachauer Seite vor allem zwei Ex-Pipinsrieder hervor: Taner Yürükgeldi als vorderster Abwehrspieler und Athanasios Kiourkas, der einen giftigen Abräumer vor der Viererkette gab. Es war offensichtlich, dass die beiden ihrem früheren Chef Höß etwas beweisen wollten. Zudem hatten die Pipinsrieder früh ihren „Leader“ verloren. Als Tobias Strobl nach 30 Minuten mit einer Oberschenkelzerrung ausschied und ein Treffer einfach nicht fallen wollte, machte sich Ratlosigkeit in den FCP-Reihen breit. Bei den Dachauern hingegen wuchs von Minute zu Minute die Zuversicht. Als dann auch noch Marcel Richter in voller Größe auf dem Platz stand, war klar, dass der TSV dieses Match nicht mehr hergeben würde.

Schiedsrichter-Beleidigung von Schreiner

Ob es der Frust war, der den 19-jährigen Thomas Schreiner kurz darauf zu einer Schiedsrichter-Beleidigung veranlasste, die seinesgleichen sucht? Laut Höss bedachte der frühere Gerolfinger den Augsburger Referee Danijel Djordjevic mit den Worten: „Fick deine Mutter.“ Der Anlass: eigentlich eine Lappalie. Bei einem Gerangel an der Seitenauslinie winkte Linienrichter Patrick Grünhag zugunsten der Amperstädter. Schreiner meinte daraufhin: „Du bist wohl blind.“ Und als Djordjevic herbei eilte, belegte der FCP-Kicker ihn mit den inkriminierenden Worten.

Höß fassungslos - Suspendierung & Geldstrafe

Höß war auch noch gestern fassungslos: „So eine Wortwahl habe ich in meiner ganzen Karriere noch nicht gehört.“ Der FCP-Patriarch hat Schreiner, der schon auf eine lange Vita als enfant terrible zurückblicken kann, umgehend suspendiert und ihm zudem eine „saftige Geldstrafe“ (Höß) aufgebrummt. Der Pipinsrieder Boss ärgerte sich auch noch über eine zweite Verbalinjurie: „Einige Dachauer beschimpften unseren Anhang als 'Dachauer Bauern'. Da muss man sich nicht wundern, dass die Landbevölkerung keine Lust hat, in die Stadt zum Einkaufen zu gehen.“

Sorgen bereitet dem Pipinsrieder Grande nun das weitere Auftreten seiner Mannen, insbesondere wenn Strobl länger ausfallen sollte. „Wir sind wieder so weit wie im Frühjahr: ratlos und kopflos. Ich bin maßlos enttäuscht.“ Richter hingegen genoss seinen Triumph und bemerkte mit einem schelmischen Grinsen: „Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft.“ Die Fußballfans aus der Großen Kreisstadt und dem Dachauer Land können sich auf eine spannende Saison freuen – wenn sie sich nicht gegenseitig beschimpfen.

Quelle: fussball-vorort.de

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