Unkonstanz kostet dem BCF wieder einmal Punkte

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Golden Goal: Bereits nach drei Minuten gelang den Gästen aus Landsberg beim BCF Wolfratshausen das entscheidende Tor zum 0:1.

BCF Wolfratshausen - Konstanz ist in Farchet ein Fremdwort. Im Heimspiel gegen Landsberg verpackte der BCF Wolfratshausen einen gruseligen Zweiakter in ein hübsches 0:1-Geschenk für den Gast.

VON OLIVER RABUSER

Wolfratshausen – Den Blick auf den Rasen gerichtet stand Steffen Galm nahe der Mittellinie im Spielfeld. Wolfratshausens leitender Angestellter sortierte seine Gefühlswelt, archivierte gedanklich die eben abgepfiffene Partie und versuchte, seine Emotionen Richtung Grasnarbe zu drücken. Einige Minuten später holte er seine Mannschaft zum Kreis zusammen, bedachte sie mit ruhigen Worten und entließ sie in die Kabine.

Weiterer Gesprächsbedarf wurde auf die aktuellte Woche vertagt. Die 0:1-Niederlage gegen die Lechstädter war für Galm trotz oder gerade wegen des mageren Inhalts schwer verdauliche Kost. Während der 92 vorangegangenen Minuten war das Geschehen auf dem Platz für den Mann an der Seitenlinie ein deftiger Eintopf der Unzufriedenheit. Die bisweilen stümperhafte Vorgehensweise der BCF-Auswahl war nur sehr bedingt kompatibel mit dem Ehrgeiz ihres Übungsleiters. Seine Eleven hätten den „großen Platz nicht begriffen“, fing Galm eine vielschichtige und höchst selbstkritische Analyse an.

Alles was die letzten Wochen passte, sei plötzlich vergessen worden. Eigentlich war die gesamte Bestandsaufnahme eine einzige Mängelliste. Vor Namen machte Galm dabei keinen Halt. Hannes Huber musste vom Feld, weil er taktische Absprachen nicht einhielt. Wort- und grußlos mieden Kicker und Trainer jeglichen Blickkontakt beim Spielertausch. Marley Amanquah durfte früher Feierabend machen, weil es „einfach zu wenig war“. Beim frühen Kopfball-Treffer von Sebastian Nichelmann fungierte der Waldramer trotz eindeutiger Zuteilung lediglich als eine Art Alibi-Bodygard.

„Er ist nur nebenher gelaufen“, bemerkte Co-Trainer Stefan Schwinghammer. Mit Amanquah und Kim Tae-Yeong habe er sich an diesem Nachmittag „leider verwählt“, räumte Galm ein. Der Koreaner Tae-Yeong stand nach seiner Einwechsung allerdings nicht alleine neben seinen Schuhen. Vieles blieb Stückwerk, offensiv blieb die Mannschaft nahezu alles schuldig. „Da sind wir eben nicht gut“, warf der 40-jährige Unterfranke ein. Er habe lediglich eine „kompakte Mannschaft“ zur Verfügung, die ihre Stärken „bei Standards“ habe. Galms Tenor, man habe den Ausgleich durch das vorhandene Können nicht erzwingen können, hätte Oskar Kretzinger um ein Haar widerlegt, als er an einer Hereingabe von „Theo“ Jell vorbeigrätschte.

„Kopfball, Ossi“, konnte der leidende Trainer die Wahl des falschen Mittels kaum fassen. Dass im Aufbauspiel das Zusammenwirken zwischen den Mannschaftsteilen fehlte, wusste freilich auch Galm. In einer naturgemäß hektischen Schlussphase hatte dann Matthias Hartmann per Kopf die letzte Gelegenheit. Landsbergs Alexander Buschel klärte noch vor der Torlinie und bewahrte die Lechstädter damit vor spätem Schaden. „Wir haben es Landsberg sehr leicht gemacht“, sagte Galm und stapfte enttäuscht davon.

Quelle: fussball-vorort.de

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