Unterföhring muss sich im Derby beweisen

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Zaungast: VfR-Trainer Daniel Weber (l.) und Unterföhrings Präsident Franz Faber fachsimpeln.

FC Unterföhring - Treffpunkt Gartentor. An der Hofäckerallee in Unterföhring steigen regelmäßig Expertenrunden. Mit den Nachbarn Franz Faber, Präsident des FC Unterföhring, und Daniel Weber, Trainer des VfR Garching, treffen sich zwei Fußballverrückte.

Nun sind die Nachbarn Gegner im Bayernligaderby (Samstag, 17 Uhr). Franz Faber und Daniel Weber haben immer genug zu diskutieren: über ihre Vereine, die anderen Clubs der Liga oder das Torwartproblem des FCU, bei dem Keeper-Experte Weber auch den einen oder anderen Tipp gibt. „Wenn ich hier vorbei komme und Franz ist da, dann wird zehn Minuten geratscht“, sagt Weber. Franz Faber wartet meist schon auf den Trainer des Bayernliga-Aufsteigers, wobei sein Hasenstall ihm zuletzt auch als willkommene Rückzugsgelegenheit diente. „Wenn wir ein grottenschlechtes Spiel gemacht haben, dann halte ich mich lieber in der Nähe der Hasen auf und bleibe unerkannt“, sagt Faber grinsend.

In der bislang noch nicht so gut laufenden Saison gab es für die Versteckmaßnahme schon den einen oder anderen Anlass. Faber mahnt dennoch, die Kirche im Dorf zu lassen im zweiten Bayernliga-Jahr der Clubgeschichte. „Vergangene Saison hatten wir zu diesem Zeitpunkt auch nur einen Punkt mehr“, sagt Faber, „aber sieben Punkte schaut halt etwas doof aus.“ Der Unterföhringer Präsident sieht den mit 13 Punkten aus acht Spielen frech gestarteten Aufsteiger Garching als Gegner auf Augenhöhe. Der fast immer optimistisch denkende Faber baut auf das gute Omen der Vergangenheit. „Was in den Derbys gegen Ismaning negativ gegen uns lief, war gegen Garching genau anders herum immer positiv“, sagt der Gastgeber des Lokalduells.

Auch der Garchinger Trainer Daniel Weber erinnert sich daran, dass es für sein Team in den zwei gemeinsamen Spielzeiten einst in der Bezirksoberliga nicht viel zu holen gab. Unterföhring schätzt er als eine gewachsene Mannschaft und sagt deutlich, „dass Garching lange auf solch ein Spiel warten musste. Wenn das kein Derby ist, dann weiß ich es auch nicht mehr.“ Der Trainer des VfR hat zwar nur eine kurze Anreise zum Auswärtsspiel im Wohnort, aber doch einige Sorgen. Der rotgesperrte Philipp Königshoff fehlt sicher und dazu sind mit Georg Ball und Stefan Prunitsch zwei eigentlich kaum zu ersetzende Leistungsträger angeschlagen. Den Vorteil sieht er in der Moral des Aufsteigers: „Wir schwimmen derzeit auf einer Welle.“

Das Derby ist ein heißes Thema am Gartentor in der Hofäckerallee, aber ein Unterföhringer Trainer Weber war es noch nie. Franz Faber musste sich in den vergangenen Jahren immer mal wieder neue Trainer suchen, aber Daniel Weber stand da noch nie auf der Liste. Faber schätzt Weber, aber er weiß auch um dessen Zufriedenheit in Garching. „In den letzten Jahren hatte ich keinen Grund, mir über andere Vereine Gedanken zu machen“, sagt der Garchinger Coach, der 2008 nach Unterföhring zog. Seinen Trainer am Gartentor hat Franz Faber aber auch schon jetzt. Dessen aktueller Coach Walter Werner fährt bei seinen regelmäßigen Radtouren immer am Garten des Präsidenten vorbei und ist auch oft ein Teilnehmer der wechselnden Expertenrunden am Fußball-Gartentor von Unterföhring. Am Montag sollten sich Faber, Weber und Werner am besten an der Hecke verabreden. Nach dem Bayernligaderby gibt es sicher einiges zu besprechen.

 

Quelle: fussball-vorort.de

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