Unterföhring verändert das Leben von Torwart Herz

Später Karrierehöhepunkt: Torwart Andreas Herz fühlt sich beim FCU sehr wohl. „Ich bin dankbar, das hier erleben zu dürfen.“
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Später Karrierehöhepunkt: Torwart Andreas Herz fühlt sich beim FCU sehr wohl. „Ich bin dankbar, das hier erleben zu dürfen.“

FC Unterföhring - An sein letztes Spiel wird sich Torwart Andreas Herz wohl immer erinnern, nur welches ist das Abschiedsspiel?

Einst verabschiedete sich der langjährige Keeper des TSV Grünwald mit dem Gefühl, dass er seinen Traum nicht erreichte. Herz wollte irgendwann einmal Bayernliga spielen. Doch dann kam die Bayernliga noch in der Nachspielzeit seiner Karriere und immer mit einem Haken im letzten Spiel. In der Saison 2011/12 holte sein langjähriger Trainer Walter Werner den Torwart als Aushilfe zum SB/DJK Rosenheim.

Dort ging der Bayernligatraum in Erfüllung, aber im letzten seiner sieben Spiele patzte Herz. Und nun rief wieder Walter Werner, diesmal als Coach des Bayernligisten FC Unterföhring. In zwölf Spielen mit nur drei Niederlagen war der 35-Jährige ein Stabilisator des FCU. Nur schließt sich mit der Absage dieses Wochenende der Kreis der komischen Abschiedsspiele. Gegen SB/ DJK Rosenheim verlor der FCU 3:4 und Herz langte nach einer tollen Hinserie beim 3:3 (83.) daneben. Stand heute war das nun das letzte Spiel von Andreas Herz, der versprochen hatte bis zur Winterpause in Unterföhring auszuhelfen. „Ich weiß nur, dass der Verein noch einmal mit mir reden möchte“, sagt Herz.

„Werner holt mich aus dem Nichts und stellt mich hinten rein"

Sollte der Club ihn bitten, bis Sommer 2014 zu bleiben, wäre die Zusage wohl nur eine Formsache. Auch bei der Anfrage von Trainer Walter Werner musste der Torwart nicht lange überlegen. Vor allem ihm fühlte sich Andreas Herz verpflichtet: „Der holt mich aus dem Nichts und stellt mich hinten rein. Walter Werner hätte nur verlieren können mit mir.“ Deshalb wollte er solide halten und der anfangs ziemlich verunsicherten Mannschaft ein gutes Gefühl geben. Nach zwölf Bayernligaspielen in Unterföhring ist der Torwart aus Gaißach „einfach dankbar, das hier erleben zu dürfen“. „Als kleiner Junge wollte ich immer in dieser Liga spielen“, sagt Andreas Herz über die Bayernliga.

Und nun kann er zwei Stationen am späten Karriere-Höhepunkt vergleichen: „Rosenheim war mehr ländlich mit Kampf und Zusammenhalt. Hier in Unterföhring ist das Umfeld schwieriger und das sportliche Niveau viel höher.“ Einen Tipp hätte er für den Club von der Bergstraße dennoch: „Man müsste etwas mischen mit zwei Kämpfertypen, die Mannschaften mitreißen können.“ Der FCU hat auch privat das ganze Leben des Andreas Herz verändert. Bis zur Anfrage des FCU arbeitete der Industriemechaniker eineinhalb Jahre lang nur Spätschichten.

Für den Fußball änderte die Familie alles. Die Kinder kamen in den Kindergarten, Herz stieg auf Tagschicht um und seine Frau stand zu hundert Prozent hinter den Veränderungen. „An dem Engagement beim FC Unterföhring hing ein ganzer Rattenschwanz dran“, sagt Andreas Herz. Da wäre ein halbes Jahr Verlängerung Entspannung pur. Und dann käme noch einmal die Chance, nach einem makellosen Spiel die Torwarthandschuhe an den Nagel zu hängen.

Quelle: fussball-vorort.de

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