Ismaning verpflichtet Aindlings Torjäger Ebeling

Roter Wirbelwind: Marcel Ebeling erzielt im September mit Aindling das 1:0 gegen Ismaning. Foto: Michalek

FC Ismaning - Der FC Ismaning hat kurz vor Ende der Winter-Transferperiode noch einen Megatransfer getätigt. Gestern wurde der Wechsel des zweitbesten Torjägers der Bayernliga Marcel-Pascal Ebeling aus Aindling perfekt gemacht und vom Technischen Leiter Wolfgang Summer bestätigt.

von Nico Bauer

Ismaning – Der 20-jährige Stürmer ist bislang der Senkrechtstarter der Saison in der Fußball-Bayernliga. Mit 13 Toren liegt er in der Torschützenliste nur hinter dem Bamberger Peter Hayer (15). Mit seinem Treffer zum Aindlinger 1:0-Sieg in Ismaning tat er seinem neuen Club im September auch schon einmal gehörig weh. Die Schwaben befinden sich nun finanziell in einer schwierigen Lage und deshalb wurde der Wechsel des ehemaligen Jugendspielers vom TSV 1860 München möglich.

Der FC Ismaning setzte sich beim Buhlen um Ebelings Autogramm gegen etliche andere Clubs durch. Unter anderem hatte sich auch der SV Heimstetten für den Angreifer interessiert. Für Ebeling wird nun einiges einfacher, da er in München-Laim wohnt und nach Ismaning eine deutlich kürzere Fahrt hat als nach Aindling.

Wie geht es den Ex-U23-Löwen heute?

Etliche Talente haben zuletzt wieder den Sprung über die U23 zu den Profis geschafft. Doch es gibt auch einige Spieler, für die nach der Saison 2010/2011 die Zeit bei den Löwen abgelaufen war. Wir haben uns schlau gemacht: Wie geht es den Ex-Löwen der U23 heute? © Montage: fvo
Björn Bussmann galt als sicherer Nachfolger von Philipp Tschauner. Doch die Verantwortlichen des TSV 1860 holten mit Timo Ochs einen neuen Torwart. Bussmann, der sich noch in der vergangenen Saison den Platz mit Vitus Eicher im Tor geteilt hatte, musste gehen. Der ehemalige Jugend-Nationalspieler versucht es jetzt bei Jahn Regensburg. © sampics
Jure Colak hat erst im Oktober einen neuen Verein gefunden. Der Ex-Löwe, der von Februar 2009 bis Juni 2011 bei den Amateuren des TSV 1860 unter Vertrag stand, heuerte in Mannheim an. Der Kroate hatte bei den Löwen nicht den Sprung ins Profiteam geschafft und war seit Sommer ohne Verein. Dabei wurde Colak eigentlich eine große Karriere vorhergesagt: Mit 16 Jahren wurde er in die U17 Auswahl der kroatischen Nationalmannschaft berufen. Unter Milan Sasic trainierte er bereits bei den Profis des 1. FC Kaiserslautern. © Wagner/www.sportfotosundmehr.de
Julian Ratei stand in der Vorbereitung der  Rückrunde 2011 auf dem Sprung zu den Profis. Ratei galt als Rukavina-Ersatz. Doch am Ende der Saison trennten sich die Wege. Ratei kickt inzwischen für Darmstadt in der 3. Liga. Dort ist er eine feste Bank in der Abwehr. © Archiv
Damir Kurtovic
Damir Kurtovic spielt seit dieser Saison in der NRW-Liga. Nach seiner Zeit bei den Löwen heuerte er bei der Reserve des MSV Duisburg an. © Sampics
Tobias Strobl galt lange als ein heißer Kandidat für die Löwen-Abwehr. Doch der Sprung zu den Profis wollte ihm nicht gelingen. Dann spielt Stroble für die Reserve der TSG Hoffenheim - und ließ sich im Sommer 2012 nach Köln verleihen. © Sampics
Tobias Schilk
Tobias Schilk wechselte zu Beginn der Saison auf Leihbasis zum 1. FC Heidenheim. Der 19-jährige Abwehrspieler hätte zu den Löwen zurückkehren sollen, doch der TSV 1860 verkaufte das Abwehrtalent an den FSV Mainz 05. © Sampics
Augustin Hamidouche spielte seit dem 1. Juli 2010 für den TSV 1860 München. Er galt bei den Löwen als großes Talent, durfte sofort bei den Profis mittrainieren. Der Vertrag wurde im September 2010 aufgrund "triftiger persönlich Gründe" des Spielers in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst. Er kehrte zurück nach Frankreich. © 
Für die „Kleinen Löwen“ absolvierte Holger Knartz in der vergangenen Saison 25 Partien und erzielte dabei zwei Treffer. Für die Profis reichte es nicht. Heute kickt er, zusammen mit Ex-Löwe Chhunly Pagenburg bei Eintracht Trier in der Regionalliga West. © Wagner/www.sportfotosundmehr.de
Leonard Stolz suchte nach seiner Zeit bei den Löwen sein Glück im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Er studiert an der George Mason University in Virginia. © Wagner/www.sportfotosundmehr.de
Seit Juli 2008 stand David Manga bei den Löwen unter Vertrag. Und schon fast genauso lange galt er als Kandidat für die erste Mannschaft. Sein Problem: Es wurden immer andere bevorzugt, die an ihm vorbeizogen. Der Linksfuß fristete sein Dasein bei der zweiten Mannschaft, wo er auf 74 Regionalliga-Spiele (14 Tore) kam. Zu Beginn der Saison wechselte Manga zum FK Partizan Belgrad. © Wagner/www.sportfotosundmehr.de
Nikola Trkulja
Nikola Trkulja wechselte nach der vergangenen Saison zur Reserve von Roter Stern Belgrad. Sein Problem: Noch hat Trkulja, der in der Jugend auch beim FC Bayern gespielt hat, keinen serbischen Pass und ist deshalb nicht spielberechtigt. © Sampics
Marcel Ebeling
Marcel Ebeling wechselte nach seiner Zeit bei den Löwen zum TSV Aindling. In der Bayernliga gehört Ebeling zu den Lichtblicken. Lange führte er die Torschützenliste an. Der BFV zeichnete ihn bereits als Talent des Monats aus. © Sampics
Ideal Iberdemaj
Ideal Iberdemaj wurde bereits in der Winterpause der vergangenen Saison nahegelegt, den Verein zu verlassen. Der Stürmer mit der doppelten Staatsbürgerschaft (Schweiz, Kosovo) hatte nach seiner Zeit bei den Löwen keinen Verein. Ein Gastspiel bei der Reserve von Schalke 04 endete ohne Ergebnis.  © Sampics
Korbinian Vollmann wechselte nach wenigen Spielen für die U23 auf Leihbasis zur SpVgg Unterhaching. Der 18-jährige Stürmer wird bis 30. Juni 2012 bei dem Drittligisten unter Vertrag stehen, um Spielpraxis zu sammeln.Zeitgleich verlängerte Korbinian Vollmann seinen Vertrag beim TSV 1860 München bis zum 30. Juni 2013 mit einer Option bis 2015. Der Kirchheimer gehörte zum Förderkader der Löwen und absolvierte die komplette Vorbereitung mit den Profis. © Wagner/www.sportfotosundmehr.de
Markus Pazurek war einer der Stammspieler in der Elf von Bernhard Winkler. In 28 Spielen traf er fünf Mal. Pazurek kam auch bei den Profis in zwei Testspielen zum Einsatz, doch den Sprung zu den Profis schaffte er nicht. Zur Saison 2011/2012 wechselt Pazurek zum 1. FC Saarbrücken. © Wagner/www.sportfotosundmehr.de
Auf Roland Sternisko hielt Ex-Coach Bernhard Winkler große Stücke. "Der wäre mal einer für die Profis", sagte Winkler in einem Interview. Am Ende der Spielzeit trennten sich die Wege. Sternisko schloss sich dem Lokalrivalen SpVgg Unterhaching an. Dort ist er Stammspieler in der 3. Liga. © Wagner/www.sportfotosundmehr.de
Ex-Manager Manfred Stoffers prophezeite Imbongo Boele eine große Zukunft bei den Löwen: "Boele wird der neue Mlapa", versprach Stoffers den Löwen-Fans nach Mlapas Abschied in Richtung Hoffenheim. Boele konnte sich bei den Löwen jedoch nicht durchsetzen. Noch in dieser Saison wechselte der talentierte Kongolese zu Darmstadt 98 in die 3. Liga. Dort kam er bisher über die Rolle des Jokers nicht hinaus. © Sampics
Maxi Knauer galt als ein großes Talent, das die Jugendarbeit der Münchner Löwen hervor gebracht hat. Doch eine Knieverletzung zerstörte den Traum von der Profi-Karriere. In der Winterpause hat Knauer die Löwen verlassen.  Maximilian Knauer unterschrieb beim amtierenden Bayernligameister FC Ismaning.Um Maximilian Knauer bemühten sich  auch der SV Heimstetten. Der 22-Jährige machte aufgrund einer Knieverletzung in der vergangenen Saison und auch nun in der Vorrunde kein Spiel. Nun ist der Freisinger, der vor der Verletzung in zwei Regionalliga-Spielzeiten beim TSV 1860 II jeweils 21 Einsätze hatte, wieder bereit für einen Neuanfang in der Bayernliga. © Sampics
Dusan Jevtic, den Ex-Manager Stevic einst als Hoffnungsträger bezeichnet hat, hat die Löwen in der Winterpause verlassen und schließt sich dem MSV Duisburg an. „Er ist ein sehr talentierter Junge, ein Spieler mit Perspektive. Er hat mich in den Tagen hier bei uns überzeugt“, sagt sein neuer Trainer Oliver Reck. © 
Im Oktober 2011 musste Löwen-Legende Bernhard Winkler seine Sachen packen. Grund waren Winklers Aussagen nach der 0:7-Heimniederlage der kleinen Löwen gegen Hoffenheim II. Er hatte sich öffentlich darüber beschwert, dass er in der Regionalliga Spieler einsetzen müsse, die ihm von der sportlichen Leitung vorgeschrieben würden. Sogar auf der vereinseigenen Homepage wurde Winklers Kritik vermeldet. Inzwischen hat er einen neuen Job gefunden: Winkler ist Trainer am Deutschen Fußball Internat in Bad Aibling und kümmert sich dort um die Ausbildung künftiger Talente. © Wagner/www.sportfotosundmehr.de

„Vom Typ her ist er schon ein wilder Hund“, sagt Ismanings Technischer Leiter Wolfgang Summer. Ebeling bringt neben der sportlichen Qualität auch die Emotion mit, die der Mannschaft in der Vorrunde ab und an in kritischen Situationen fehlte. Mit ihm, Torwart Andreas Rössl und Maximilian Knauer kommen nun gleich drei potenzielle Führungsspieler.

„Nach dem letzten Spiel vor der Winterpause in Seligenporten war mir klar, dass wir etwas verändern müssen“, sagt Wolfgang Summer. Der Technische Leiter hatte den Eindruck, dass noch immer alle zufrieden waren mit sich und der ein halbes Jahr zuvor gewonnenen Bayernliga-Meisterschaft. Summer verweist auf die Statistik: „Wir haben in der Vorrunde elf Spiele verloren, was mehr ist als zuvor in zwei ganzen Spielzeiten. Das kann nicht sein.“ Nun sieht er das runderneuerte und qualitativ verstärkte Team in der Pflicht: „Wir haben jetzt ein Zeichen gesetzt für die Mannschaft, für die Region und an die gesamte Bayernliga.“

Quelle: fussball-vorort.de

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