Es wächst was zusammen

Adi Al-Hamawi: Der Deutsch-Jordanier kann sich nach seinem Studium eine weitere Zukunft beim TSV Eching vorstellen.

Eching - Der TSV Eching besteht derzeit aus zwei Teilen. Der eine ist der Gesamtverein, der einen Vorstand sucht und an der Finanzierbarkeit der Bayernliga zweifelt. Der andere ist die Erste Mannschaft, die in der Landesliga trotz aller Turbulenzen immer stärker wird.

Sollte man nun den Vorletzten Thannhausen heute (15 Uhr, Willi-Widhopf-Stadion) besiegen, ist sogar der Anschluss an das Tabellenmittelfeld geschafft. Zur Winterpause sah alles danach aus, als würden Eching und Kirchanschöring auf den Plätzen 15 und 16 den letzten Relegationsplatz ausspielen. Kirchanschöring verlor nach der Pause dreimal, deshalb konnte Eching mit vier Punkten davonziehen und hätte sogar fast bei Tabellenführer Wacker Burghausen gepunktet. „Wir sind sehr stabil geworden“, lobt Trainer Reiner Leitl sein Team.

Der erfahrene Coach bemängelt nur noch das Nachlassen gegen Landsberg (1:1) und Pipinsried (3:1) in den Schlussphasen. „Das hat nichts mit Jugend zu tun“, sagt Leitl, „sondern mit Laufbereitschaft“.

Der Trainer hat nach einigen Experimenten in der Vorrunde seine Stammformation gefunden und kann kleine Rotationen einbauen. So wird der beruflich verhinderte Eren Bircan auf der Zehn durch Peter Enckell ersetzt. Dadurch rutscht Maximilian Schawilye wohl in die Startelf. Alex Sauer muss nach abgesessener Rotsperre noch drei Wochen wegen eines Kapselrisses pausieren.

Die Offensivzentrale war einst auch die Heimat von Adi Al-Hamawi, als er mit dem Kreisligisten Pleinting in der Kreisliga kickte. Der 24-Jährige hat sich in der Rückrunde im rechten Mittelfeld fest gespielt und schoss in Pipinsried beim 16. Einsatz das erste Landesligator seiner Karriere. „Das war ein schönes Geschenk an mich selbst“, sagt der junge Mann, der eine schwere Premierensaison in der Landesliga hatte. Durch eine ausgekugelte Schulter verpasste er die Sommervorbereitung und dann die ersten acht Spiele. Nun aber ist Al-Hamawi in Eching angekommen und als Stammspieler fast unumstritten. Der technisch versierte 24-Jährige studiert in München Sport und wird aller Voraussicht nach im Sommer nach dem Abschluss beruflich in der Region bleiben. Adi Al-Hamawi kann sich deshalb auch eine sportliche Zukunft in Eching gut vorstellen. An der Dietersheimer Straße fühlt er sich wohl und kommt auch mit dem strengen Trainer Leitl klar.

Der Kicker, Deutscher mit jordanischen Wurzeln, sieht die aktuelle Situation nicht negativ: „Wir haben zwar nur einen kleinen Kader, aber dadurch wachsen wir zusammen.“ Die Stimmung im Team war auch in der Vorrunde gut, als der sportliche Erfolg nicht da war. Nun sagt Al-Hamawi, „dass die Bayernliga doch ein schönes Ziel wäre“. In seinen Augen wäre das dann die bessere Landesliga, die er seinem Team zutraut. Dennoch müsse man nun Schritt für Schritt denken, bis zu den Relegationsspielen nach der Saison.

Aufstellung

Kozel - Serefliogullari, Hoffmann, Potenza, Mayer - Brand, Al-Hamawi, Schawilye (Brunner), Enckell - Eckmüller, Hrgota.

Quelle: fussball-vorort.de

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