Höß warnt vor dem Punktelieferanten

Hat gute Chancen auf einen Einsatz in Ismaning: Der Pipinsrieder Ilias Panagiotidis (links).
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Hat gute Chancen auf einen Einsatz in Ismaning: Der Pipinsrieder Ilias Panagiotidis (links).

Pflichtaufgabe? Am heutigen Samstag, 14 Uhr, tritt der FC Pipinsried beim Schlusslicht der Fußball-Bayernliga an. FCP-Boss Konrad Höß ist einer der wenigen, der der sportlichen Leitung des als Absteiger praktisch schon feststehenden FC Ismaning die Stange hält. Seinem Trainer ist die Lage an der Isar halbwegs egal: Er spekuliert auf die Vize-Herbstmeisterschaft.

Am kommenden Gegner des Dorfclubs aus dem Dachauer Landkreis scheiden sich die Geister: Auf der einen Seite gibt es diejenigen, die dem seit einem knappen Jahr an der Isar regierenden Trainer Roman Grill und dem zeitgleich installierten sportlichen Leiter Manfred Rauscher die Schuld am Niedergang des ehemaligen Regionalligisten FC Ismaning geben – und der ihrer Meinung (und dem Tabellenstand nach) nicht in der Bayernliga enden wird. Auf der anderen Seite gibt es Konrad Höß.

„Mir imponiert, dass die Ismaninger an ihrem Jugendkurs festhalten.“ Bei Streik der FCI-Kicker im vergangenen Winter stand der FCP-Boss fest an der Seite seines Ismaninger Amtskollegen Hans Blößl – eigentlich klar, denn revoltierende Fußballer passen nicht so recht ins Sportverständnis des 72-Jährigen, der die gegenwärtige Generation von Amateur-Aktiven gerne mit Bonmots wie folgendem charakterisiert: „Der heutige Fußballer, der ist ein Sauhund.“

Grill arbeitet mit sehr jungen Fußballern, viele seiner Kicker könnten in einem U 20-Team mitkicken. Nur zwei durften schon den 24. Geburtstag feiern: Markus Niedermann, der von der U 23 des FC Augsburg nach Ismaning wechselte, und Ali Kartal, der beim Nachbarn Heimstetten zu den Reservisten zählte.

„Man darf die Ismaninger trotz allem nicht unterschätzen“, warnt der kickende Coach der Pipinsrieder, Tobias Strobl. Er verweist darauf, dass sechs von elf Niederlagen, die das Grill-Team einstecken musste, äußerst knapp ausgefallen sind, mit nur einem Tor Differenz. Nur in zwei Partien sind die Ismaninger chancenlos gewesen, beim 1:6 gegen den Burghauser und beim 0:3 gegen den Burghauser Nachwuchs.

Am vergangenen Wochenende trotzten die Kicker des Ex-Regionalligisten dem Nachbarn Garching, wie der FCP heuer in die Bayernliga aufgerückt, immerhin ein Remis ab.

Strobl hat sich die Ismaninger heuer schon viermal zu Gemüte geführt: „Lauter sehr gute Fußballer, eigentlich überraschend, dass die dort unten stehen.“ Seines Erachtens fehlten nur „ein bis zwei abgezockte Spieler im Mittelfeld oder Sturm“, dann hätte die Grill-Truppe acht bis zehn zusätzliche Punkte auf dem Konto.

Dennoch ist klar, dass der FC Pipinsried als Tabellendritter beim abgeschlagenen Letzten gewinnen will. Beziehungsweise muss, nach den Worten von FCP-Boss Höß: „Wenn das morgen nicht läuft, dann werde ich …“ Was er im Falle einer Pleite genau machen wird, lässt der Dorfclub-Präsident offen – zu gruselig ist ihm die Vorstellung einer Niederlage gegen ein Team, das erst einen einzigen Sieg auf dem Konto hat. Möglicherweise erspart sich Höß auch die Fahrt über die Isar, um sein angeschlagenes Herz zu schonen.

Wobei die tabellarische Bedeutung des Matches für den FCP eher gering ist. Auch wenn Tobias Strobl auf ein „positives Wochenende“ spekuliert: Der Tabellenzweite Pullach muss beim Tabellenfünften Hankofen-Hailing antreten. Auch einen Sieg des BC Aichach gegen Wacker Burghausen II hält der Pipinsrieder Coach noch nicht für ausgemacht. „Wir könnten uns bei einem Sieg ein bisschen von den nachfolgenden Teams absetzen“, hofft der 26-Jährige. Im besten Fall winkt sogar die Vize-Herbstmeisterschaft.

Im Kader des FC Pipinsried wieder mit dabei ist Junis Ibrahim: Der Außenbahnwirbler konnte in der abgelaufenen Woche wieder voll mittrainieren. Serge Yohoua hingegen fehlt noch wegen seiner roten Karte aus der Hankofen-Partie. Strobl und sein Co-Trainer Helmut Drexler spielen mit dem Gedanken, das Team auf zwei bis drei Positionen umzubauen, „um die Spannung hoch zu halten.“ Reinrotationskandidaten sind Ilias Panagiotidis, Taner Yürükgeldi, Pirmin Lechthaler oder auch Philip Grahammer. Auch der Ex-Ismaninger Alessandro Luzzi kann auf einen Einsatz gegen seinen alten Verein hoffen

Quelle: fussball-vorort.de

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