VfR-Coach Weber: „Chancen liegen bei einem Prozent“

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Georg Ball und Co. wollen ihre Chance nutzen gegen den übermächtigen Drittligisten

VfR Garching - VfR-Trainer Daniel Weber muss sich vor dem Pokalschlager gegen Wacker Burghausen am Mittwoch im heimischen Seestadion vorkommen, wie das tapfere Schneiderlein.

Gleich mehrere Fliegen schlägt sein Klub mit diesem Spiel, das er einem Derby mit dem Landesligisten TSV Eching vorgezogen hat.

Der VfR durfte nach fünf überstandenen Runden des Totopokals wählen, und entschied sich für die Wacker-Profis. „Wir haben zum 90-jährigen Bestehen des VfR keinen großen Gegner bekommen, jetzt können wir unseren Zuschauern doch noch eine Jubiläums-Attraktion bieten“, sagt Weber.

Hinter dem Wunsch, gegen einen Großkaliber antreten zu dürfen, steckt aber auch Kalkül. Bereits zwei Bezirksoberliga-Spiele mussten wegen des Pokalwettbewerbs verschoben werden. „Nehmen wir einmal an, wir hätten uns gegen Eching durchgesetzt, dann würde es so weitergehen mit dieser Doppelbelastung. Wir dürfen aber einfach das große Ganze nicht aus den Augen verlieren“, sagt der Coach. Und das heißt bekanntlich: Aufstieg in die Landesliga. Noch eine Fliege unter der Klappe: Als Spieler bekommt man nicht aller Tage die Chance, sich mit Profis zu messen.

Für Routiniers wie Carsten Henrich oder Patrick Würll, die selber einst in den Gefilden Burghausens kickten, ist das ein weniger leckeres Zuckerl als für Youngsters wie Michael Weicker, Patrick Damköhler oder Marco de Simone. Dennoch erwartet Weber, dass alle seine Kicker besonders motiviert sein werden: „Man kann sich gleichermaßen beim Publikum wie beim Trainer empfehlen.“

Fünf Runden müssen noch im Toto-Pokal überstanden werden, dann ist das große Ziel erreicht: Die erste Hauptrunde im DFB-Pokal. Die Teilnahme spült satte 100 000 Euro in die Vereinskasse, zuzüglich der Zuschauereinnahmen. Für einen Klub wie Wacker wäre dieser Bonus enorm wichtig. Den Drittligisten fehlt generell Geld, das ist kein Geheimnis. Folgerichtig kommt aus Burghausen auch die Meldung, dass keinesfalls nur die zweite Garde der Profis im Seestadion vortanzen wird. „Ich kenne Teammanager Max Urwantschky. Er hat mir gesagt, die nehmen die Aufgabe bei uns sehr ernst“, sagt Weber. Das bedeutet: Die Zuschauer können sich zum Beispiel auf die ehemaligen Profis der ersten Bundesliga Nicky Adler, Youssef Mokhtari, Matthias Heidrich oder Mounir Chaftar freuen.

Abschenken wollen die Garchinger das Spiel nicht. „Man weiß ja, wie das ist im Pokal. Je länger es 0:0 steht, umso größer sind die Chancen des Underdogs“, sagt Weber. Um die Quote für die Buchmacher zu beschreiben, übt sich das Schneiderlein in durchaus tapferer Prozentsatzberechnung: „Unsere Chancen auf ein Weiterkommen liegen vielleicht bei einem Prozent. Da muss aber schon alles zu 100 Prozent passen.“

Matthias Vogel

Voraussichtliche Aufstellung: Wachenheim - Cimesa, Henrich (B. Niebauer), Pflug, Weicker - D. Niebauer, C. Ball, G. Ball, De Prato - Beer, Würll.

Quelle: fussball-vorort.de

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