Beinahe-Blamage des SCF wirkt noch nach

+

SC Fürstenfeldbruck – Sie waren so nah dran an der Pokalsensation. Die Kreisklassisten des TSV West hatten beim Stadtderby die Bayernligisten vom SC Fürstenfeldbruck nach einem 3:3 in regulärer Spielzeit ins Elfmeterschießen gezwungen, dann aber das Sparkassencup-Viertelfinale doch noch verloren.

Gäbe es eine Skala für Stolz, sie hätte bereits zur Halbzeit für West-Präsident Günter Eichinger nach oben hin offen sein müssen. Da stand es aus seiner Sicht 1:3. Und der West-Chef war trotzdem schon aus dem Häuschen: „Ein Tor gegen den SCF – das ist ein Traum.“ 45 Minuten später hätte es die Skala wohl zerrissen. „Super, super, super“, jubelte Eichinger immer wieder. Hinterher sprach er vom „größten Erfolg in der Vereinsgeschichte“.

Ein Blick in die Geschichte des großen DFB-Pokals mag eine Vorstellung geben, was der Kreisklassist vollbracht hat. Nur der SSV Ulm hatte es 2001/02 geschafft, mit dem 1. FC Nürnberg einen vier Klassen höher spielenden Verein rauszukegeln. Traurig ist man bei den Westlern nicht, dass so ein Kunststück nun ein paar Ebenen tiefer nicht gelungen ist. Im Gegenteil: „Wir können stolz auf unser Team sein“, fasste Teamsprecher Werner Lenk das Stadtderby zusammen. Davon könne die Elf eine Weile zehren. Aber der Blick fällt gleich wieder auf den Liga-Alltag: „Da kommen jetzt unsere Topspiele.“ Die Gegner aus Inning, Starnberg und Herrsching gehören alle zu den besten Fünf der Kreisklasse. Hier soll gelten, was bereits gegen den SCF angesagt war: „Wir Westler haben keine Angst“, so Lenk.

Eine Ahnung in diese Richtung hatte SCF-Co-Trainer Florian Baier schon im Vorfeld: „Wenn wir im Pokal mit der ersten Garde auflaufen, ist das für die anderen das Spiel des Jahres.“ Beim eigenen Team gehe dagegen nur schwer aus dem Kopf heraus, dass der Gegner vier Klassen weiter drunten spielt. Dann komme das, was man die eigenen Gesetze des Pokales nennt. Doch eine junge Truppe habe eben nicht so viel Erfahrung darin, wenn sich vermeintlich leichte Partien plötzlich drehen.

Im Gegensatz zum TSV West will der SCF den Sparkassen-Kick ganz schnell abhaken. „Wir sind mit viel Glück weiter“, sagt Baier und denkt schon an den Auswärtsauftritt am Samstag beim Tabellendritten SV Schalding-Heining. Sonstige Nebenwirkungen soll die Beinahe-Blamage nicht haben. „Lehren will ich aus diesem Pokalspiel lieber nicht ziehen.“ Hans Kürzl

Quelle: fussball-vorort.de

Auch interessant

Meistgelesen

SpVgg Unterhaching holt Florian Dietz von Werder Bremen
SpVgg Unterhaching holt Florian Dietz von Werder Bremen
Live: Haching gerät gegen Halle früh in Rückstand
Live: Haching gerät gegen Halle früh in Rückstand

Kommentare