Wolfratshausen erlegt Gegner binnen zehn Minuten

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Als wäre er nie weg gewesen: Nach seiner Verletzungspause rückte Jakob Taffertshofer (Mi.) kurzfristig ins Team des BCF Wolfratshausen und überzeugte beim 3:0-Sieg in Schwabmünchen mit einer starken Leistung.

BCF Wolfratshausen - Vom Abstiegskandidaten zur Mannschaft der Stunde: So schnell kann es gehen. Der BCF Wolfratshausen zeigt sich weiter von seiner Schokoladenseite.

VON OLIVER RABUSER

Schwabmünchen/Wolfratshausen – Der Spätherbst ist die Zeit der Blessuren und des physischen Aderlasses. Das Gros der Fußballer sehnt sich nach den Weihnachtsferien, nur weg von den tiefen oder künstlichen Spielfeldern. In Wolfratshausen wird das heuer antizyklisch gehändelt.

Nicht ganz freiwillig, aber offensichtlich mit dem passenden Ertrag. Mit beinahe voller Kaderstärke eilen die im Sommer phasenweise personell arg gebeutelten Farcheter kurz vor der Winterpause von Sieg zu Sieg. Der 3:0 (1:0)-Erfolg beim TSV Schwabmünchen hinterlässt erstmals auch in der Tabelle seine Spuren: Die Abstiegsränge sind inzwischen um sieben, der Relegationsbereich um fünf Zähler nach unten entrückt. Was man mit dem nötigen Selbstvertrauen alles anstellen kann, dokumentierte der Ballclub gestern am Lech anschaulich. Von der ersten Minuten an waren die Gäste um Spielkontrolle bemüht, warteten erst gar nicht, was der Gastgeber anzubieten hatte.

Zwei Chancen von Werner Schuhmann innerhalb des Strafraums, sowie der Führungstreffer mit dem Halbzeitpfiff, waren das Produkt dieser mutigen Spielweise. Sebastian Heid schickte einen Freistoß aus 30 Metern Torentfernung flach Richtugung Schwabmünchner Gehäuse, wo der Ball unbehelligt vom vielbeinigen Abwehrdickicht zum 1:0 einschlug.

Ein Treffer, den BCF-Coach Steffen Galm später als „sehr hilfreich“ bezeichnete – der gern zitierte, psychologisch wichtige Zeitpunkt eben. Damit wussten die Flößerstädter offensichtlich bestens umzugehen, denn sie ließen die Gastgeber auch nach dem Seitenwechsel nicht gewähren, sondern stellten frühzeitig nach Wiederbeginn die Weichen endgültig auf Sieg.

Binnen zehn Minuten war die Sache erledigt. Ausgangspunkt der beiden folgenden Wolfratshauser Treffer war abermals Sebastian Heid, jeweils mittels präziser Freistoß-Zuspiele. Bei der ersten Variante nahm Christian Duswald im Strafraum den Ball an, um ihn mit der nächsten Bewegung ins lange Toreck zu transportieren – 2:0. Und weil’s so schön war, meldete kurz darauf auch der Farcheter Torjäger Ansprüche an.

Bei Werner Schuhmann weiß man ohnehin, dass gute Tormöglichkeiten im Regelfall zum Erfolg führen. Da machte das 3:0 keine Ausnahme. „Die Tore fielen zu einem super Zeitpunkt“, räumte Galm ein. Schwabmünchen hatte freilich keine adäquate Antwort mehr auf Lager. Der Farcheter Abwehrverbund stand stabil, dem konnte selbst der kurzfristige Ausfall von Matthias Hartmann (krank) nichts anhaben. Ersatzmann Jakob Taffertshofer spielte, als wäre er nie aus der Startelf entrückt gewesen. Doch streute Trainer Galm sein Lob diesmal über sämtliche Mannschaftsteile. „Wir haben wirklich gut Fußball gespielt.“ So kann es gerne weitergehen.

Quelle: fussball-vorort.de

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